Ayatollah: Nicht ordnungsgemäße Verschleierung als Ergebnis westlicher Verschwörung

25. Juli 2007, 14:02
148 Postings

Iranischer Freitagsprediger ruft Teheraner Studierende zur Einhaltung islamischer Werte auf

Teheran/Wien - Das nicht ordnungsgemäße Tragen des islamischen Schleiers, des Tschador, ist nach Überzeugung des iranischen Ayatollah Mohammad Emami Kashani die Folge einer "von den USA angeführten westlichen Verschwörung." Mit ihr solle die Islamische Revolution und deren Wert bekämpft werden, erklärte Emami Kashani in seiner Eigenschaft als Freitagsprediger an der Universität von Teheran, wie die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am Freitag berichte.

"Die Amerikaner wollen unsere Mädchen und Burschen unterwerfen und unseren wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt aufhalten", warnte der Freitagsprediger die versammelten Studentinnen und Studenten. Deshalb habe das iranische Volk die "Pflicht", aktiv an der Umsetzung des "Plans für die gesellschaftliche Sicherheit" mitzuwirken.

Kampagne gegen "schlecht verschleierte" Frauen

Im Iran findet seit Ende April im Rahmen dieses "Sicherheitsplans" eine Kampagne gegen "schlecht verschleierte" Frauen statt. An den Universitäten ist männlichen Studenten das Tragen von ärmellosen T-Shirts und kurzen Hosen außerhalb der eigenen Zimmer verboten. Auch westliche Haarschnitte werden nicht mehr geduldet. Nach Zeitungsberichten führten die Einschränkungen und Kontrollen des Verhaltens von Studierenden im ganzen Iran zu Protesten.

Bei mehrmaligem Verstoß Festnahme

Laut Emami Kashani solle mit der Verwarnung von "unpassend gekleideten" Personen die "Sicherheit" der jungen Leute gewährleistet und diejenigen, die "dem Bösen und der Korruption" Vorschub leisteten, in die Schranken gewiesen werden. Der Geistliche rief dazu auf, in diesem Sinne mit den Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten. Laut dem neuen Gesetz über die Einhaltung der Kleiderordnung drohen Personen, die mehrmals wegen Verstößen gegen die "Moral" verwarnt wurden, die Festnahme.

Der Freitagsprediger verteidigte diese Maßnahmen und meinte, viele "Weise und Gelehrte auf der gesamten Erde und jedes Bekenntnisses" würden den Verfall der Sitten beklagen. Wenn man sich etwas vom Westen abschauen wolle, dann dürfe man nicht beachten, was alles in Großbritannien und Frankreich auf den Straßen herumlaufe, sondern man sollte sich auf die "wirtschaftliche Blüte und die gesunden wissenschaftlichen Ideen in diesen Ländern" konzentrieren. (APA)

Share if you care.