Riesige Biodiesel-Anlage geplant

1. Juli 2007, 17:38
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Umsetzung der 200-Millionen-Euro-Anlage in Schwechat wegen der ungeklärten Ressourcenbasis noch fraglich

Baden/Wien - Die OMV erwägt eine Biodieselanlage, die über eine doppelt so hohe Kapazität verfügt wie die bisher größte Anlage in Österreich in Enns. Sollten noch ungeklärte Fragen zur Rohstoffbasis befriedigend geklärt werden können, könnte die OMV bis 2010/11 eine so genannte NExBTL Biodieselanlage in ihrer Raffinerie Schwechat bauen, sagte Dorothea Sulzbacher, Chefin des OMV Future Energy Fund, am Freitag bei einer Veranstaltung in Baden bei Wien. Die Investition würde über eine Kapazität von 200.000 Tonnen jährlich verfügen und etwa 200 Mio. Euro kosten.

Zum Größenvergleich: Das soeben eröffnete Biodiesel-Projekt in Enns kann bis zu 110.000 Tonnen verarbeiten und damit bis zu einem Drittel des aktuellen österreichischen Bedarfs für die Beimischung decken. Die aktuelle Gesamtkapazität der OMV-Raffinerie in Schwechat liegt bei etwa 10 Mio. Tonnen.

Die NExBTL-Anlage in Schwechat könnte nicht nur Rohstoffe aus Ölsaaten, sondern auch Pflanzenöle und Tierfett verarbeiten. Der Pferdefuß: Die OMV ist sich nicht sicher, ob genügend Rohstoffe dafür auf die Beine gestellt werden können. "Wir lassen das in einem unserer Projekte bis Jahresende auf die Machbarkeit prüfen", sagte Sulzbacher. Als zusätzliche Rohstoffbasis wird der Import von Palmöl aus Indonesien nicht ausgeschlossen - "aber nur, wenn wir Nachhaltigkeitskriterien dafür erarbeiten können".

In einer anderen Variante spielt der OMV-Zukunftsfonds mit dem Gedanken, die OMV könnte zusammen mit der Tochter Petrom in Rumänien Energiepflanzen anbauen.

Der mit 100 Mio. Euro dotierte Zukunftsfonds der OMV hat die Aufgabe, Konzernprojekte im Bereich erneuerbarer Energien, CO2 und Energieeffizienz zusammenzuführen und zu fördern. (APA)

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    Die Ressourcenfrage macht der OMV noch Sorgen.

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