Steve Jobs weist Vorwürfe zu Aktienoptionen-Rückdatierung von sich

26. Juli 2007, 14:48
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Kommentar zur Konkurrenz: "Wäre Entwicklung so leicht wie Schecks auszustellen, hätte Microsoft gute Produkte"

Apples CEO Steve Jobs hat dem Konzern innerhalb eines Jahres eine 50 Prozentige Steigerung des Aktienwerts beschert und kann es sich nun leisten im Rahmen der jährlichen Aktionärsversammlung unangenehmen Fragen zu Aktien-Rückdatierungen und zur Umweltpolitik des Konzerns mit einem Schulterzucken zu entgegnen, schreibt zumindest das Branchenportal Cnet.

Unter Kritik

Apples Führungsschiene stand, weil sie ihren CEO im Aktienoptionen-Rückdatierungsfall in Schutz genommen hatte, im Kreuzfeuer behördlicher Institutionen und Shareholder-Vertretungen. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte zwei ehemaligen Mitarbeitern des Konzerns unsauberes Verhalten vorgeworfen, aber die Untersuchungen entlasteten schließlich das Unternehmen und Jobs konnte nicht belastet werden.

Option

"Solange sie nicht glauben, die SEC sei in Verschwörungen verwickelt, weiß ich nicht, was ich sagen soll", warf der CEO den kritisch fragenden Aktionärsvertretern zurück, als sie nach mehr Einblick in die Vergütung von Firmenchefs verlangten. Ein Vertreter fragte Jobs, ob er Apple für die Profite, die er aus den Rückdatierungen gezogen hatte, entschädigen würde. Zwar bestätigte der Konzern, dass der Vorstandsvorsitzende zwei Aktienoptionen erhalten hat, Jobs hätte diese Optionen allerdings nie wahrgenommen und sie gegen einen limitierten Aktienzuschlag im Jahr 2003 eingetauscht.

Transparenz

Ein Repräsentant der Gewerkschaft verlangte schließlich Bill Campbell zu sprechen, dem Chef von Apples Personalentlohnungskomitees, wurde aber vom CEO zurückgewiesen. Jobs Gehalt liegt bei einem Dollar im Jahr, Aktienzuschläge im Wert von hunderten Millionen Dollar machten ihn allerdings zum bestbezahlten CEO der USA 2006.

"Ich bekomme 50 Cent pro Jahr für meine Anwesenheit und die anderen 50 Cent für meine Leistung", scherzte er. Die Gewerkschaft forderte von Apple mehr Transparenz, um zu sehen wie der Konzern Management-Vergütungen mit Leistung verknüpft.

Umwelt

Während der letzten Monate war Apple wegen seiner Umweltpolitik von Greenpeace stark unter Beschuss genommen worden. Mit der der persönlichen Zusage von Jobs, seine Ziele in diesen Belangen höher zu stecken, ist es den Umweltschützern allerdings nicht genug. Etwas entnervt von den Forderungen gab er dann ein harsches Statement ab und warf Greenpeace vor mehr darauf zu achten, was andere Unternehmen versprechen, als auf ihre eigentlichen Taten zu schauen. "Sie bewerten Menschen nach dem, was sie sagen. Sie sollten mehr Ingenieure und Wissenschaftler engagieren, um einen Dialog mit den Unternehmen zu eröffnen", nachdem die Suche nach umweltfreundlichen neuen Materialien eine große Herausforderungen für die Ingenieure darstellt.

Produkte

Schlussendlich stellte sich Jobs noch einigen Fragen zu den kommenden Produkten. So meinte er, mit einem iPhone in der Hand spielend, er wäre begeistert von den Möglichkeiten, man hätte aber noch viel vom Mobiltelefonmarkt zu lernen.

Ob iTunes bald Filme zum Verleih anbieten würde, wollte er nicht konkret beantworten, merkte aber lächelnd an: "Man kann nie wissen."

Jobs übernahm auch die Verantwortung für die Verschiebung von Mac OS X 10.5 (Leopard). Entwickler wurden zugunsten des iPhones abgezogen. Die Frage, weshalb Apple nun nicht einfach mehr Entwickler anstellen würde, verfüge man nach dem erfolgreichen Jahr doch über reichlich finanzielle Mittel, entlockte Jobs schlussendlich noch einen Seitenhieb an den Erzrivalen.

"Ich wünschte mir, die Entwicklung toller Produkte wäre so einfach wie Schecks auszustellen. Wäre das der Fall, hätte Microsoft großartige Produkte." (zw)

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