Lehrpraxen für Jungärzte

26. Juli 2007, 12:25
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Vorarlberger Vorschlag: Je eine Lehrpraxis für jedes Krankenhaus. Der praktische Ausbildungs­teil solle in den Turnus integriert werden.

Bregenz - Turnusärzte und -ärztinnen sind mit der Ausbildung in Vorarlberger Krankenhäusern nicht zufrieden (der Standard berichtete). Die Ausbildung sollte, so die Forderung, praxisnaher werden. Die Landesregierung reagierte mit einem ersten Pilotprojekt, der Administrationsassistenz an ausgesuchten Abteilungen.

Konkurrenz widerspricht Gesunheitspolitik

Der Wunsch nach Lehrpraxen als Ergänzung zur Ausbildung im Spital scheiterte bisher an der Finanzierung. Nun hakt die Ärztekammer nach. Vizepräsident Burkhard Walla will heute Gesundheits-Ministerin Kdolsky das Konzept für ein Pilotprojekt präsentieren. Walla: "Derzeit bilden nur Fachärzte Praktiker aus." Aus Konkurrenzgründen hätten aber nicht alle Fachärzte wirkliches Interesse daran. Das widerspreche gesundheitspolitischen Zielen. "Schließlich sieht man in Zukunft den praktischen Arzt als zentrale Figur im Gesundheitswesen."

Vorarlberger Modell

Der Vorschlag: Je eine Lehrpraxis für jedes der fünf Krankenhäuser. Der Ausbildungsteil beim Praktiker sollte in den Turnus integriert werden, die Jungärzte bleiben Angestellte des Krankenhauses.

Bisher gibt es in Vorarlberg Ausbildung in der Lehrpraxis nur auf freiwilliger Basis - bei geringeren Bezügen für die Jungärzte. Das neue Modell würde jährlich rund 200.000 Euro kosten. Walla: "An der Schnittstelle zwischen dem niedergelassenen Bereich und dem Spitalsbereich gehen durch Doppelbefundungen und ineffiziente Kommunikation zwischen zehn und 15 Prozent der Gesundheitskosten verloren. Wenn nur ein Prozent dieser Kosten durch die optimierte Kommunikation gespart werden kann, sind die erforderlichen Ausgaben mehr als wettgemacht." (DER STANDARD, Printausgabe, jub, 11.5.2007)

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