Konzernriese Unilever verbannt magere Models aus Werbung

25. Juli 2007, 14:33
20 Postings

Künftig keine Marketingkampagnen mehr mit Mädchen, die "ungesunde Schlankheit vermitteln" - Strikte Kriterien bei Auswahl allerdings abgelehnt

Amsterdam - Der britisch-niederländische Lebensmittelkonzern Unilever will künftig bei Werbung auf untergewichtige Models verzichten. "Unilever hat sich zu einer neue globale Richtlinie verpflichtet, wonach keine Marketingkampagnen mehr mit Models und Schauspielerinnen arbeiten sollen, die entweder extrem dünn sind oder eine ungesunde Schlankheit vermitteln", sagte der Konzern-Vizepräsident für Körperpflegeprodukte, Ralph Kugler.

Richtlinie Body-Mass-Index

Damit reagiert der Konzern auf Kritik an Modedesignerinnen/-designern, Agenturen und Medien, dass durch deren Arbeit mit untergewichtigen Models Essstörungen bei jungen Mädchen provoziert würden. Der Hersteller von kalorienreduzierten Lebensmittelprodukten wie "Lätta und "Du darfst" sprach sich allerdings gegen strikte Kriterien für Models aus. Stattdessen erwarte man von Werbe-Agenturen und -Direktoren, als Richtlinie einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 25 einzuhalten.

Der BMI errechnet sich aus dem Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht. Laut der Weltgesundheitsorganisation gelten Models mit einem BMI unter 18,5 als untergewichtig. Die Debatte über so genannte "Magermodels" war aufgeflammt, als im vergangenen Jahr zwei Models aus Südamerika an den Folgen ihrer Magersucht gestorben waren.

Unilever gab nach Angaben niederländischer Medien im vergangenen Jahr mehr als fünf Milliarden Euro für Werbung aus. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
    Zu dünn - nicht bei Unilever-Werbung: Als Kriterium bei der Model-Auswahl soll der BMI im als gesund erachteten Bereich dienen.
Share if you care.