USA: Klassische VoIP-Anbieter vor dem Aus

25. Juli 2007, 13:12
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Kabelfirmen drängen ins Telefonie-Geschäft - zuverlässiger und besseres Service

Während der Markt für VoIP-Telefonie in den USA kräftig wächst - bis 2012 sollen mehr als 25 Mio. User via Internet telefonieren - droht klassischen Anbietern wie Skype oder Vonage das Aus. Das prognostizieren zumindest die Marktforscher von Jupiter Research in einer aktuellen Studie. Demnach sorgen die steigende Verfügbarkeit von Breitband-Internet sowie die Expansion der Kabelanbieter in den Markt für deutliche Wachstumsimpulse, gefährden aber gleichzeitig auch das Geschäftsmodell der VoIP-Pioniere.

Zuverlässigkeit

"Klassische VoIP-Anbieter gewinnen zwar derzeit auf Nettobasis noch Kunden, die von den Kabelfirmen angebotene Zuverlässigkeit und Service-Qualität bedrohen aber die zukünftigen Wachstumschancen dieser VoIP-Unternehmen", warnt David Schatsky, President von Jupiter Research. Sowohl die Zunahme von Breitbandverbindungen als auch das aggressive Werben für Bündelangebote und das insgesamt breitere Angebot bei geringeren Kosten würden eine wichtige Rolle beim möglichen Niedergang des klassischen VoIP-Marktes spielen.

Anteile

Bereits jetzt beanspruchen die Kabelfirmen mit einem Anteil von 71 Prozent den Löwenanteil am VoIP-Markt. Allein 2006 konnten die Unternehmen, die erst vor zehn Jahren in das Telefonie-Geschäft eingestiegen sind, 3,6 Mio. neue VoIP-Kunden gewinnen. Weil die Kabelanbieter die Preise senken und die klassischen VoIP-Unternehmen mit regulatorischen und Kostendeckungs-Gebühren kämpfen, schrumpfen auch die preislichen Unterschiede zwischen den Wettbewerbern.

Infrastruktur

"Die Kabelanbieter in den USA haben die Infrastruktur und den Kundenpool, um mit günstigen Tarifen und hoher Qualität punkten zu können", erklärt Markus Rumler, Sprecher des VoIP-Anbieters Jajah, gegenüber pressetext. Skype und Co. leiden dagegen in punkto Sprachqualität unter temporären Engpässen bei der Breitbandverbindung. Im Vergleich zu den USA gehe der Weg in Europa aber eher in Richtung mobiles Internet, sagt Rumler, der auf die besser ausgebaute Mobilfunkinfrastruktur in Europa verweist. (pte)

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