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Mühsame Anstiege sollen bald der Vergangeheit angehören.
Nacheinander hängen sich die Teilnehmer mit ihrem Jümar, einer Steigklemme zur Sicherung und Fortbewegung, ins Fixseil und stapfen im Gänsemarsch weiter aufwärts. Vier bis fünf Schritte, der Puls rast und der Atem fliegt, man verschnauft ein paar Minuten, auf den Eispickel gestützt, um sich dann langsam wieder in Bewegung zu setzen. "Ihr schafft das schon, es ist nicht mehr weit bis zum Gipfel, und bald wird es auch wärmer", beruhigt Dayula, einer der beiden Climbing-Guides. Dayula Sherpa und Dawa Tsiring Sherpa sind zwei echte Stars im Höhenbergsteigen. Drei- bzw. fünfmal waren sie auf dem Gipfel des Mount Everest, und zahlreiche andere Achttausender stehen ebenfalls in ihrem Tourenbuch. Im Moment ist es ihre verantwortungsvolle Aufgabe, die Bergtouristen heil auf den Gipfel und wieder hinunter zu bringen.
Begonnen hat die Abenteuerreise zwölf Tage davor mit einer holpernden sechsstündigen Busfahrt von Kathmandu nach Besi Sahar, gelegen auf 900 Metern Seehöhe, wo die meisten Treks starten. Die Tour führt entlang des Annapurna-Massivs und zweigt ab in Richtung Chulu Far East. In gemütlichen vier- bis sechsstündigen Tagesetappen folgen die Wanderer dem Lauf des Marsyangdi immer tiefer hinein in den Himalaya. Mehrmals muss der Fluss auf schwankenden Hängebrücken überquert werden. Auf dem berühmten Pfad herrscht reger Verkehr. Zahllose Träger schleppen ungeheure Lasten in die höheren Regionen, immer wieder kommen schwer beladene Muli-Karawanen entgegen, und Trekking-Touristen aus aller Herren Länder säumen die Strecke. Noch ist der Fußweg die einzige Verbindung in die Bergdörfer entlang des Annapurna-Massivs. Doch an der Straße nach Manang, einer Schotterpiste, wird bereits eifrig gebaut. Einheimische Optimisten sprechen von drei bis fünf Jahren bis zur Fertigstellung. Die Dörfer sind dann natürlich leichter erreichbar, die Versorgung der Menschen wird auch zweifellos besser, aber die vielen Nepali, denen der Trägerberuf den Lebensunterhalt bisher gesichert hat, verlieren damit ihre Arbeit und der wegen seiner landschaftlichen Vielfalt berühmte Annapurna-Trek seinen besonderen Reiz.
Die Vegetation ist in den ersten Tagen noch durch tropisches, heißes Klima geprägt. Immer wieder kommt man an Reisterrassen vorbei, aber im Hintergrund leuchten bereits die ersten schneebedeckten Bergspitzen hervor. "Das sind nur Hügel, die sind vielleicht 4500 Meter hoch, die haben keine Namen. Wir benennen sie erst ab 6000 Metern", erklärt Sherpa Dayula auf die Frage nach einem dieser Gipfel. Die beiden Bergführer gehen in dieser ersten Anmarschphase sehr entspannt entweder am Anfang oder Schluss des Trosses, dabei plaudern und scherzen sie mit den Trägern auf Nepalesisch. Die einzigen Worte, die man aus ihrem Redefluss manchmal heraushört sind Everest, Manaslu oder Annapurna, was darauf schließen lässt, dass sie von ihren Abenteuern erzählen.
Der Weg führt die Truppe durch zahlreiche kleinere und größere Orte wie Tal und Chame bis nach Pisang hinauf auf über 3000 Meter, wo man wenig später die klassische Trekking-Route verlässt, und das erste Zeltcamp in Yak Kharka auf fast 4000 Metern am Fuße des Chulu- Massivs aufgeschlagen wird. Bis dahin erfolgt die Übernachtung in Lodges, früher waren das sehr ursprüngliche Teehäuser, heute gibt es aber immer mehr Unterkünfte, die mit ihren Zweibettzimmern mit eigenem WC eher an Hotels erinnern. Immer mit dabei sind Reiseleiter Keshav, der auch sehr gut Deutsch spricht, und Krishna, der Sirdar, was so viel bedeutet wie Leiter, und vor allem die gute Seele des ganzen Treks. Die Österreicher versuchen, die Nepalesen das Jodeln zu lehren, und umgekehrt stimmen die Einheimischen die berühmte Trekking-Hymne "Resham Firiri" an, ein Lied mit einem sehr einprägsamen Refrain und bis zu 20 Strophen, je nach Lust und Laune der Vortragenden.
Mit den Annehmlichkeiten ist es in den Zeltcamps dann vorbei, aus der Wandertruppe wird eine echte Expedition. Bald ist der erste Schnee und wenig später das Basecamp in 4800 Metern erreicht. Untertags brennt die Sonne mit 30 Grad auf die oft unter Kopfschmerzen leidenden Bergsteiger herunter. Kaum im Camp angekommen, werden schnell die Zelte aufgebaut, und alle verschwinden sofort darin, um der Hitze zu entkommen. Sobald es dunkel wird, legt sich extreme Eiseskälte über das Lager. Schlotternd, in alle verfügbaren Kleidungsstücke gehüllt, sitzen die Teilnehmer am Abend im Gemeinschaftszelt und stochern lustlos in ihrem Essen herum. In dieser Höhe ist der Appetit eher gering.
Einen Tag später ist das High-Camp die Steigerung des bisher Erlebten. 5400 Meter Seehöhe, kein Gemeinschaftserlebnis mehr, gegessen wird, in den wärmenden Schlafsack gewickelt, im eigenen kleinen Zelt. Um halb vier in der Früh brechen die Bergsteiger mit ihren beiden Sherpas Richtung Gipfel auf. Einem leuchtenden Bandwurm ähnlich, steigen sie mit ihren Stirnlampen in die Eisflanken ein - und immer höher.
Nun sind es nur mehr 150 Meter oder weniger, der höchste Punkt ist bereits zu sehen. Mit letzter Kraft kämpfen sich die Teilnehmer Schritt für Schritt auf die Spitze zu. Dann ist es auf einmal, fast überraschend schnell, geschafft. Alle sitzen, aufgefädelt wie die Hühner, auf der Leiter am Gipfel und betrachten die atemberaubende Kulisse ringsherum. Gegenüber strahlen die mächtigen Gletscher des Annapurna im Licht der Vormittagssonne herüber, und über allem liegt eine fast andächtige Stille. Die beiden Sherpas gratulieren, Fotos werden gemacht, aber die Verschnaufpause am Gipfel ist kurz bemessen, liegt doch der Abstieg mit seiner ganzen Anstrengung und Gefährlichkeit noch vor den Bergsteigern und ihren Führern.
Über 2000 Meter tiefer und acht Stunden später, zurück im sicheren Gelände des untersten Zeltlagers, verabschieden sich die beiden Climbing-Guides. Ihre Mission ist erfüllt, sie müssen wieder zurück nach Kathmandu, eine neue Expedition vorbereiten. Am Abend fällt den mittlerweile todmüden Teilnehmern auf, dass sie etwas vergessen haben. Eigentlich wollten sie am Gipfel Gebetsfahnen aufhängen, aber in der Hitze des Gefechts hat keiner daran gedacht. Die Zeremonie wird später am berühmten Thorung-La, auf 5416 Meter gelegen, nachgeholt. Wieder ist das Wetter strahlend, unzählige bunte Gebetsfahnen flattern auf der Passhöhe im Wind. Der Blick der Bergsteiger fällt auf die Eisflanken des nebenan hoch aufragenden Thorung Peak. "Auf so einem ähnlichen Sechstausender waren wir doch auch vor Kurzem", realisieren sie jetzt erst immer deutlicher das Abenteuer der letzten Wochen. (Martin Grabner/Der Standard/Rondo/10.5.2007)
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da war noch fast keiner ! http://www.allmyanmar.com...click himalaya trekking
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