Mathe gegen Langeweile im Kindergarten

16. Juli 2007, 11:21
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In Sankt Veit/Glan hat es ge"KLiKt". Man hat dort eine bis dato österreichweit fehlende Betreuungslücke zwischen dem Kindergarten und der Volksschule geschlossen

Klagenfurt - Die alte Kärntner Bezirksstadt Sankt Veit/Glan hat schon mit dem so genannten Bewegungskindergarten österreichweit Furore gemacht. Jetzt hat man das seit September des Vorjahres laufende Modell "KLiK" vorgestellt, das eine Betreuungslücke für so genannte Dispenskinder schließt. Das sind Kinder, die nach dem 1. September ihr sechstes Lebensjahr vollenden und damit gesetzlich noch nicht als schulpflichtig gelten. Bleiben sie noch ein Jahr im Kindergarten, sind sie oft unterfordert, werden sie trotzdem eingeschult, kann das wiederum zur Überforderung führen.

Musik und Sprachen

Um diese möglichen Probleme auszuschließen, wurde in Sankt Veit/Glan "KLiK" entwickelt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Kindergartengruppe, die gezielt auf die Bedürfnisse der "Dispenskinder" eingeht und sie beim Übergang vom Kindergarten in die Volksschule pädagogisch optimal begleitet. Das Kürzel "KLiK" steht für Kreatives Lernen im Kindergarten. Die Kinder werden in Selbstwahrnehmung, Motivation und in ihren kognitiven Fähigkeiten geschult. Auch die Entwicklung sozialer Kompetenzen kommt nicht zu kurz, ebenso wie Bewegung. Daneben wird ihnen bereits eine Früherziehung in den Bereichen Sprachen und Medien, Mathematik, Naturwissenschaften sowie Musik und bildnerisches Gestalten vermittelt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Entwicklung des jeweiligen kreativen Potenzials gelegt.

Lernen, wie man lernt

Vor allem werden sie aber auch in der Methodik des Lernens geschult. Bürgermeister Gerhard Mock (SPÖ) will sein österreichweit einzigartiges Sankt Veiter Betreuungsmodell nun auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied für eine generelle österreichweite Neugestaltung der Schuleingangsphase empfehlen. "Investitionen für die Kinder sind Investitionen für die Zukunft. Es war mir immer ein großes Anliegen, zumindest in Sankt Veit eine 100-prozentige Betreuungsquote zu erreichen."

Die "KLiK"-Gruppe, in der derzeit 19 Kinder betreut werden, wird von zwei speziell dafür ausgebildeten Kindergartenpädagoginnen geführt. Eine der beiden ist auch ausgebildete Volksschullehrerin. Ein Platz in der Gruppe kostet die Eltern ganztägig plus Essen 132,36 Euro. (Elisabeth Steiner/ DER STANDARD Printausgabe, 10. Mai 2007)

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