Helmut Elsner fällt es schwer, sich an den Alltag im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus zu gewöhnen
Wien - Helmut Elsner fällt es schwer, sich an den Alltag im
Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus zu gewöhnen. Der ehemalige
BAWAG-Generaldirektor verhalte sich zwar nicht renitent, sei aber
doch "nicht ganz pflegeleicht", war am Mittwoch aus der Justizanstalt
Josefstadt zu erfahren. Darüber, dass sich der bald 72-Jährige eine
Zelle unter anderem mit einem Mörder teilen muss, hat sich Elsner
aber nicht beschwert.
Im Gegenteil dürfte es gerade zu dem ehemaligen Wiener
Rathaussprecher, der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin vor wenigen
Wochen rechtskräftig zu 18 Jahren Haft verurteilt wurde und der bis
zur endgültigen Verlegung in eine Justizvollzugsanstalt noch auf der
Krankenabteilung in der Josefstadt untergebracht ist, eine
funktionierende Gesprächsbasis geben. "Der Mann ist gebildet und hat
ein kulturelles Niveau. Die beiden unterhalten sich und reden recht
gut miteinander", bemerkte Elsners Anwalt Wolfgang Schubert nach
einem Besuch bei seinem Mandanten.
Korrekte Behandlung
Elsner werde in der Justizanstalt korrekt behandelt. "Die
Mithäftlinge und das Personal verhalten sich ihm gegenüber
einwandfrei", betonte Schubert am Mittwochnachmittag im Gespräch mit
der APA. Elsner hatte am Montag nach dem Ende seiner Rehabilitation
im Kärntner Kurzentrum Treibach-Althofen eine mit drei Personen
belegte Vier-Mann-Zelle bezogen. Der dritte, dem Vernehmen nach an
einen Rollstuhl gefesselte Mann soll sehr zurückhaltend sein und
Elsner bisher kaum bzw. gar nicht angesprochen haben.
Für Elsners Verteidiger steht fest, dass das Gefängnis für den
72-Jährigen im Hinblick auf die überstandene Herzoperation und
weiterer körperlicher Leiden ein "ungeeigneter" Unterbringungsort
ist. Demgegenüber meinte Harald Schopper, der ärztliche Leiter der
Krankenanstalt im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus, auf
APA-Anfrage, Elsner sei "ganz zufrieden in der Zelle und mit den
vorhandenen Mitteln". Ob Elsner noch in dieser Woche im AKH punktiert
wird, um Wasser in seiner Lunge zu beseitigen, sei noch nicht
entschieden, so Schopper am Mittwochnachmittag. Aus medizinischer
Sicht komme dem Termin aber grundsätzlich keine große Dringlichkeit
zu. (APA)