Amnesty: Russland und China verletzen Waffenembargo

17. Juli 2007, 16:04
11 Postings

Beide Staaten dementieren Lieferung von Kriegsgerät im Wert von insgesamt 75 Millionen Euro

London - Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat Russland und China vorgeworfen, dem Sudan Waffen für den Einsatz in der Krisenprovinz Darfur zu liefern und damit ein UNO-Embargo zu unterlaufen. Die beiden Länder exportierten weiter Waffen in den Sudan, die im Darfur-Konflikt und im benachbarten Tschad eingesetzt würden, erklärte ai am Dienstag in London. Moskau und Peking wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Organisation sei "tief bestürzt" über die Erkenntnisse aus Darfur, erklärte Amnesty. In einem ai-Bericht sind Fotos russischer und chinesischer Kampfflugzeuge zu sehen, die in den vergangenen Monaten am Nyala-Flughafen in der westsudanesischen Provinz stationiert gewesen sein sollen. Anfang März seien neben chinesischen Kampfflugzeugen vom Typ Fantam eine große Bombe und Munitionskisten entdeckt worden. Ende März hätten Augenzeugen eines Fliegerangriffs im Nordosten des Tschad das Flugzeug als russisches Modell vom Typ Antonow beschrieben.

China soll Militärmaschinen geliefert haben

China habe dem Sudan Waffen, Munition und Flugzeugteile für mehr als 80 Millionen Dollar (59,0 Millionen Euro) geliefert, berichtete Amnesty unter Berufung auf Daten aus dem Jahr 2005, da neuere Zahlen nicht vorlägen. Kürzlich habe die chinesische Firma AviChina sechs Trainigsflugzeuge vom Typ K8-Karakorum an den Sudan geliefert, sechs weitere Maschinen sollten folgen. Es sei wahrscheinlich, dass der Sudan diese Flugzeuge auch für Angriffe in Darfur einsetze.

Russland habe dem Sudan 2005 unter anderem Ersatzteile für die Luftwaffe im Wert von 21 Millionen Dollar (15,5 Mio. Euro) geliefert, hieß es. Amnesty sei besorgt, dass die sudanesische Luftwaffe auch russische Kampfhubschrauber für Angriffe auf Darfur einsetze. Russland und China sind zusammen mit Großbritannien, den USA und Frankreich ständige Mitglieder im Weltsicherheitsrat.

"Keine unserer Waffen werden für Darfur bereitgestellt", sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums: "Wir halten uns streng an die UN-Entschließung, die Waffenlieferungen nach Darfur verbietet." In Peking nannte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums die Amnesty-Vorwürfe "haltlos". (APA)

Share if you care.