EU-Erweiterung fettet Geldbörsel auf

4. Juni 2007, 14:53
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Laut Industriellenver­einigung brachte die Erweiterung jedem erwerbstätigen Österreicher 655 Euro pro Jahr

Wien - Die EU-Erweiterung brachte jedem einzelnen Österreicher 655 Euro. Zu diesem Schluss kommt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Markus Beyrer. Am Dienstag berief sich Beyrer dazu bei der Tagung "Zukunft des Industrielandes Österreich" auf eine Detailberechnung auf Basis einer Studie von WU-Professor Fritz Breuss. Demnach habe die EU-Erweiterung pro Erwerbsperson im Schnitt pro Jahr 655 Euro zusätzlich gebracht.

"Erfolgsstory"

Der seinerzeitige EU-Beitritt Österreichs, so Beyrer, habe sich als "absolute Erfolgsstory für den Standort" erwiesen. Österreich habe "den Weg der Internationalisierung erfolgreich beschritten". Um im internationalen Wettbewerb weiter bestehen zu können, forderte die Industrie am Dienstag vor allem weitere Bildungsmaßnahmen. Die IV schlägt ein Bildungsprogramm "Schule 2020" vor - und eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Unser Humankapital ist dabei der größte Wert, über den wir im internationalen Wettbewerb, verfügen. Es muss uns bewusst sein, dass sich Österreich in Bildung, Forschung & Entwicklung sowie Innovation an der Spitze etablieren muss, um die gegenwärtigen Standards und unseren Wohlstand langfristig zu halten", so Beyrer.

"Industriellenfamilie"

Einmal mehr bemühte die IV am Dienstag das Bild der "Industriefamilie". Die Gesellschaft von heute teile sich nur mehr sehr bedingt in Arbeitgeber und -nehmer auf. Vielmehr müsse man die Menschen auch als Bürger und Kunden und als Teil eines wirtschaftlichen Systems sehen, in dem sie entscheiden und am gemeinsamen Erfolg teilhaben können, sagte Beyrer.

Die IV will dafür die Sozialpartnerschaft neu beleben. Ein starker Standort brauche "auch verantwortungsbewusste, starke und kluge Gewerkschaften". Neue Konzepte könnten am besten umgesetzt werden, "wenn sie von einer breiten Basis getragen werden und alle Beteiligten den Mut für zeitgemäße Lösungsansätze haben", so Beyrer. (APA)

  • Der seinerzeitige EU-Beitritt Österreichs, so Beyrer, habe sich als "absolute Erfolgsstory für den Standort" erwiesen.
    foto: standard/andy urban

    Der seinerzeitige EU-Beitritt Österreichs, so Beyrer, habe sich als "absolute Erfolgsstory für den Standort" erwiesen.

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