Tourismus-Karrieren weiterhin männerlastig

16. Juli 2007, 10:43
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Gewerkschaft vida: Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten im Tourismus sind Frauen - "Gläserne Decken" für Frauen und hohe Zahl atypischer Beschäftigungsverhältnisse

Wien - Karriere und hohe Einkommen scheinen im Tourismus noch immer Männersache zu sein. "Gerade im Tourismus ist die gläserne Decke besonders schwer zu durchdringen", erklärte Renate Lehner, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft vida im Rahmen der Tourismustage im Salzburger Werfenweng. An gut ausgebildeten Frauen herrsche jedoch keineswegs Mangel.

"Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten im Tourismus sind Frauen - viele von ihnen hoch qualifiziert. Aber Beruf und Familie sind für Beschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe nur schwer zu vereinbaren", so die Gewerkschafterin.

Lehner bedauerte, dass es immer noch nicht gelinge, Beschäftigte länger als zehn Jahre in der Tourismus-Branche zu halten. Zwar sei die Branche seit Jahren ein Beschäftigungsmotor, der "klassische" Tourismusbeschäftigte habe aber einen Altersdurchschnitt von 32 Jahren. Acht von zehn Beschäftigten würden nach zehn Jahren die Branche verlassen.

Gleichzeitig existiere eine hohe Sockelarbeitslosigkeit im Tourismusbereich, betonte die Gewerkschafterin. "Auf eine offene Stelle kommen derzeit fast zehn Arbeitslose. Es gibt auch eine hohe Zahl atypischer Beschäftigungsverhältnisse." Abhilfe könne hier laut Lehner der notwendige Ausbau des Ganzjahrestourismus schaffen.

Für den heimischen Tourismussektor sei zudem eine zukunftsweisende Aus- und Weiterbildung genauso notwendig wie ein moderner Kollektivvertrag, faire Arbeitsbedingungen und eine gute Entlohnung. (Schluss) ans/wys

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