Eurofighter-Anbieter haben laut Verteidigungsminister die Verhandlungen über eine Verbilligung des Deals abgebrochen - Darabos will Verhandlung bis Mitte Mai, sonst "härtere Gangart" - Hersteller relativiert
Wien - Um die Eurofighter wird munter weitergepokert. Bei einer Hals über Kopf einberufenen Pressekonferenz verkündete SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos Sonntagmittag, dass von den Jet-Anbietern eine Verhandlungsunterbrechung verfügt worden sei.
Darabos stellte der Eurofighter GmbH daraufhin ein Ultimatum: Kehre die Firma bis Mitte des Monats nicht an den Verhandlungstisch zurück, werde er einen Total- oder zumindest einen Teilausstieg aus dem Vertrag anstreben.
Einige Stunden später folgte die verwunderte Reaktion der Anbieter. Es sei lediglich ein Termin mit dem Verteidigungsminister abgesagt worden - "sonst nichts", so Firmensprecher Wolfdietrich Hoeveler.
Anlass für die Terminabsage war ein Treffen der Eurofighter-U-Ausschuss-Fraktionsvorsitzenden mit Darabos im April. Nachdem der Gremium-Vorsitzende Peter Pilz (Grüne) erklärt hatte, man sei übereingekommen, dass es vor Ende der Untersuchung keinen Handel mit dem Jet-Hersteller geben werde, wollte Eurofighter diesen Zeitplan nicht hinnehmen - wo der Ausschuss wohl noch mindestens bis Ende Juni tagt. Dieser Plan lasse erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der gemeinsamen Zielsetzung zu, meinte Hoeveler bezüglich der Verhandlungen mit Darabos.
Grundsätzlich, betonte er, sei man aber durchaus bereit, Gespräche zu führen - vorausgesetzt, diese werden vernünftig geführt. Da Darabos aber keine Erläuterung zu dem Zeitplan gegeben habe, sei der Termin am 27. April storniert worden - was man dem Verteidigungsminister auch persönlich mitgeteilt habe.
Darabos hingegen sprach von einem "dürren E-Mail" und warf Eurofighter vor, die Verhandlungen verschleppen zu wollen, um ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen. Deswegen habe er ein Total- oder Teilstorno des Vertrags über die 18 Flieger in den Raum gestellt.
Für den Verteidigungsminister handelt es sich derzeit um einen "Poker", bei dem aber er, der "gute Schnapser", die "besseren Karten" habe.
Dennoch hatte sich Darabos, wie er bei der Pressekonferenz zugab, mehr als eine Woche Zeit gelassen, um das Eurofighter-Mail der Öffentlichkeit zu präsentieren. Begründet wurde das vom Minister damit, dass er während der Woche noch versucht habe, mit Eurofighter Kontakt aufzunehmen. Die Eurofighter GmbH erklärt ihr Schweigen mit Verweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit.
ÖVP-Abgeordnete Maria Fekter misstraut Darabos Kartenspielerqualitäten: "Das ist, wie wenn er beim Schnapsen zudrehe, obwohl er nur Buben in der Hand hält", höhnte sie. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 7.5.2007)