Darabos stellt EADS Ultimatum

Redaktion, 14. Mai 2007 09:17
  • Artikelbild
    Foto: standard/fischer

    Bei einer Hals rasch einberufenen Pressekonferenz verkündete Verteidigungsminister Norbert Darabos Sonntagmittag, dass von den Jet-Anbietern eine Verhandlungsunterbrechung verfügt worden sei.

Eurofighter-Anbieter haben laut Verteidigungsminister die Verhandlungen über eine Verbilligung des Deals abgebrochen - Darabos will Verhandlung bis Mitte Mai, sonst "härtere Gangart" - Hersteller relativiert

Wien - Um die Eurofighter wird munter weitergepokert. Bei einer Hals über Kopf einberufenen Pressekonferenz verkündete SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos Sonntagmittag, dass von den Jet-Anbietern eine Verhandlungsunterbrechung verfügt worden sei.

Darabos stellte der Eurofighter GmbH daraufhin ein Ultimatum: Kehre die Firma bis Mitte des Monats nicht an den Verhandlungstisch zurück, werde er einen Total- oder zumindest einen Teilausstieg aus dem Vertrag anstreben.

Einige Stunden später folgte die verwunderte Reaktion der Anbieter. Es sei lediglich ein Termin mit dem Verteidigungsminister abgesagt worden - "sonst nichts", so Firmensprecher Wolfdietrich Hoeveler.

Anlass für die Terminabsage war ein Treffen der Eurofighter-U-Ausschuss-Fraktionsvorsitzenden mit Darabos im April. Nachdem der Gremium-Vorsitzende Peter Pilz (Grüne) erklärt hatte, man sei übereingekommen, dass es vor Ende der Untersuchung keinen Handel mit dem Jet-Hersteller geben werde, wollte Eurofighter diesen Zeitplan nicht hinnehmen - wo der Ausschuss wohl noch mindestens bis Ende Juni tagt. Dieser Plan lasse erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der gemeinsamen Zielsetzung zu, meinte Hoeveler bezüglich der Verhandlungen mit Darabos.

Grundsätzlich, betonte er, sei man aber durchaus bereit, Gespräche zu führen - vorausgesetzt, diese werden vernünftig geführt. Da Darabos aber keine Erläuterung zu dem Zeitplan gegeben habe, sei der Termin am 27. April storniert worden - was man dem Verteidigungsminister auch persönlich mitgeteilt habe.

Darabos hingegen sprach von einem "dürren E-Mail" und warf Eurofighter vor, die Verhandlungen verschleppen zu wollen, um ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen. Deswegen habe er ein Total- oder Teilstorno des Vertrags über die 18 Flieger in den Raum gestellt.

Für den Verteidigungsminister handelt es sich derzeit um einen "Poker", bei dem aber er, der "gute Schnapser", die "besseren Karten" habe.

Dennoch hatte sich Darabos, wie er bei der Pressekonferenz zugab, mehr als eine Woche Zeit gelassen, um das Eurofighter-Mail der Öffentlichkeit zu präsentieren. Begründet wurde das vom Minister damit, dass er während der Woche noch versucht habe, mit Eurofighter Kontakt aufzunehmen. Die Eurofighter GmbH erklärt ihr Schweigen mit Verweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit.

ÖVP-Abgeordnete Maria Fekter misstraut Darabos Kartenspielerqualitäten: "Das ist, wie wenn er beim Schnapsen zudrehe, obwohl er nur Buben in der Hand hält", höhnte sie. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 7.5.2007)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1387
Achaier
08.05.2007 09:43
Und wieder

ist ein Reissack in China umgefallen.

nichtkaefer
07.05.2007 17:10
Es sei lediglich ein Termin mit dem Verteidigungsminister abgesagt worden - "sonst nichts"


Mehr dazu:
http://tinyurl.com/2uqtlg

Paul Dresten
07.05.2007 16:48
Darabos stellt ein Ultimatum.

Na, jetzt fürchtet sich EADS aber!
Am 27. sind sie vermutlich nicht zum Termin erschienen weil sie vor lauter lachen über´n Darabos den Flieger verpasst haben.

EF Interceptor
07.05.2007 16:29
Privatisierung, wenn der Staat versagt

Aufgrund des ansteigenden zivilen und mil. Flugverkehrs im 21. Jhdt, bekommen die luftpolizeilichen Aufgaben für die aktive Luftraumüberwachung eine hohe Priorität. Schließlich fallen die Luftverkehrskontrolle und die Abwehr von kriminellen Handlungen sowie terroristischen Aktivitäten im österreichischen Luftraum in staatliche Verantwortung. Auch Flugzeuge mit defektem Transponder (Geisterflieger) sind ein Risiko im Luftraum, da sie für die Sekundärradargeräte der Flugsicherung unsichtbar sind.
Warum keine privaten Abfangjäger, wenn der Staat die Aufgabe nicht erfüllen will.
Eine Grundstruktur wäre schon vorhanden: Flying Bulls+6 Jets verfügbar, dazu 18 Eurofighter.
Kunstflugveranstaltungen weltweit und LRÜ in Österreich und Slowenien.

M.Honeybee
07.05.2007 17:21
Ja bitte, die Firmenidee!!!

Man gebe uns den EF-Zaster, wir organisieren das ...Glatte Milliarde Gewinn, das Geschäft meines Leben :-))

Ich versprech mehr Flieger um weniger Geld. Wir teilen die Ersparnis mit dem Staat und Gusi kann seine Wähler füttern:-))

xpla
07.05.2007 16:48

Super und die damals angekündigte Wirtschaftsplattform finanziert dies. Als Überlegung könnte man über eine Luftstraßenmaut nachdenken, durch GPS-Technologie sogar nach tatsächlich geflogenen Meilen (bzw. Kilometer).

Der Staat würde dann die Ausgaben für Abfangjäger sparen, von der eingehobene Mehrwertssteuer profitieren und den Weg für gesellschaftlich wirklich wichtige Projekte ebnen.

F. T.
07.05.2007 18:01
Dass der Eurofighter von einer österreichischen Wirtschaftsplattform finanziert werde, war vermutlich nur ein Versprecher der ÖVP-BZÖ-Vertreter

Ob es nicht umgekehrt gemeint war und richtig heißen sollte, dass Eurofighter eine österreichische "Wirtschaftsplattform" finanzieren wird? Zumindest könnte man zu dem Schluss kommen, wenn man sich anschaut, wer da aller vor dem Untersuchungsausschuss als Empfänger aufmarschiert.

Wolfgang Broukbauer
07.05.2007 16:27
Die unangenehmste

Fekter,
die EADS-aussenstelle im UA

Alexander Neumaier
07.05.2007 15:50
Upps Hr. Mag. Darabos

Wenn Sie EADS ein Ultimatum wegen der Eurofighter stellen, dann stellen Sie dieses Ultimatum an die falsche Firma.
Wenn Sie dann auch noch mit EADS wediterverhandeln, dann verhandeln Sie mit der falschen Firma.

So als kleiner Tip, die richtige Adresse wäre die Eurofighter GmbH...

Eurofighter-Aufklärer
07.05.2007 15:46
Österreich braucht den Eurofighter!

Österreich ist zur eigenständigen Luftraumüberwachung verpflichtet!

Da kommen wir nicht drumherum!

Der Eurofighter ist das BESTE GERÄT!

Seine Flugleistungen sind den aller anderen Mitbewerbern deutlich überlegen!

Und darauf kommts an!

Ausserdem ist der Eurofighter ein europäisches Gemeinschafts-Projekt!

Und Österreich profitiert massiv von den Gegengeschäften!

Die Souveränität unseres Luftraumes bekommt man nicht geschenkt, sie kostet etwas!

5 Mrd. Euro in 40 Jahren ist eine Menge Geld, aber sie sichert uns auch die eigenständige Luftraumüberwachung für die NÄCHSTEN 40 JAHRE!

Der Eurofighter ist für eine moderne, effiziente und selbstständige Luftraumüberwachung unverzichtbar!

Der EUROFIGHTER soll kommen!

Christian Eder
07.05.2007 19:01
Aus Ihrem Posting...

... spricht die schiere Verzweiflung. Wer sind Sie, dass Ihnen diese Schmiergeldaffäre so nahe geht?

F. T.
07.05.2007 16:42
Von welcher Souveränität unseres Luftraumes sprechen Sie eigentlich

Fast alle(!) Luftraum- und Neutralitätsverletzungen sind stets von NATO-Mitgliedern gemacht worden. Ostblockländer (Feinde) waren praktisch nie dabei. Und auch jetzt kann man manchmal den Eindruck gewinnen (zugegeben etwas übertrieben), dass mehr unbefugte Flugzeuge aus NATO-Ländern als österreichische Flieger in unserem Luftraum unterwegs sind. Wo hat es feindliche Flugzeuge bzw. Flugzeuge aus Schurkenstaaten in auch nur annähernd gleichem Umfang gegeben? Wollen Sie jetzt vielleicht allen NATO-Flugzeugen mit unseren Eurofightern das Fürchten lehren oder gar eins auf den Pelz brennen?

ana.log
07.05.2007 20:11
Schlafen Sie seit 1989?

es gibt keinen Ostblock mehr, die meisten sind jetzt EU-Mitglieder (Österreich übrigens auch)!

Und nachdem Ö neutral ist, ist jeder nicht genemigte Überflug eines Militärflugzeuges eine Luftraumverletzung...

Charles Duchemin
07.05.2007 16:19
Is des irgend eine Art von Experiment?

3 Postings weiter unten behaupten Sie das Gegenteil.

Eurofighter Aufklärer
07.05.2007 19:06
Es ist überhaupt keine Frage, daß wir eine selbstständige Luftraumüberwachung brauchen, für mich zumindest!

Das Posting: "Österreich braucht keine Eurofighter"
war als Satire gedacht an die linkspopulistischen Verleumder in diesem Forum!

Außerdem wollte ich testen, welches Posting schneller durchkommt, und das war eindeutig das Anti-Eurofighter-Posting, schätzungsweise 2-3 Minuten war das online!

canus lupus
07.05.2007 16:40

er orientiert sich streng am gusi nazionale - ach gott der wind dreht ja so schnell!

Wolfgang Broukbauer
07.05.2007 16:29
Allerdings wahr,

also was denn meint dieser uns Aufklärende jetzt wirklich ?

G Rosg
 
07.05.2007 16:18

Es gibt billigere Fotoapparate, mit denen man die NATO Maschinen fotografieren könnte, die unerlaubt unseren Luftraum verletzen.

xpla
07.05.2007 15:51

Jetzt wird es lustig :) BTW haben sie eigentlich fundierte Quellen für diese offensichtlich unbezahlte und nicht deklarierte Werbung?

rechtschreipfehler
07.05.2007 16:06
ich glaube ihm. :)

jedenfalls mehr als darabos und gusenbauer.

franziskus IXXV
 
07.05.2007 15:43
österreich braucht keine abfangdingsda

wozu ? wenns alle anderen so dringend brauchen, bitte, ist doch eh sinnfrei.
warum die schweiz oder ungarn sowas braucht ist mir egal, die haben doch keine ahnung diese schmierer.

wir müssen in das investieren wo andere länder nicht investieren,in bildung und gesundheit.
wir sind die erfindung und die materialisierte idee eines sozialstaates, kein anderer macht das nur wir haben diese visionen.

wir brauchen mehr bananen meine sehr verehrten damen und herren.

liebe grüße vom mond

alfie1
07.05.2007 18:21
jaja, andere Länder investieren nicht in Bildung und Gesundheit ;)

Franz sagte: <wir müssen in das investieren wo andere länder nicht investieren,in bildung und gesundheit. >

Welches Land investiert nicht in Bildung oder Gesundheit? Gibt es überhaupt nur ein einziges Land auf dieser Erde, das sich sowas leisten kann?

Eurofighter-Aufklärer
07.05.2007 15:15
Österreich braucht keine Eurofighter!

Und Österreich wird auch keine Eurofighter kaufen, weil wir dank des GRÖSSTEN SCHMIERGELD UND BESTECHUNGSSKANDAL DER 2. REPUBLIK

KOSTENFREI

aus dem Vertrag aussteigen können!

Wir sind nicht so reich, daß wir 5 MILLIARDEN EURO
(soviel kostet der EF die nächsten 40 Jahre)
so einfach beim Fenster rauswerfen können!

Das Geld ist viel sinnvoller in Gesundheitssystem, Bildungssystem, Armutsbekämpfung, Arbeitsplatz-
massnahmen investiert!

ÖSTERREICH BRAUCHT KEINE KRIEGSFLIEGER!

FÜR SOZIALE FAIRNESS UND SOZIALE AUSGEWOGENHEIT!

JP M
07.05.2007 16:38
Groesster Schmiergeld und Bestechungsskandal der 2. Republik???

...meinen Sie jetzt die paar tausend Euro fuer die Grillparty?
Brav haben Sie da alle wirklichen Skandale aus dem Gedaechtnis gedraengt. Selbst beim Ankauf der Draken ist damals mehr Geld in die SPOE Parteikassen geflossen...

Und wegen der EUR 5Mrd in 40 Jahren - soviel zahlt der Staat JEDES JAHR in die OEBB!!!

rechtschreipfehler
07.05.2007 16:10
jahrzehntelang haben die genossen in...

...bildung, gesundheit und arbeit investiert.
die genossen sind seit damals aber weder gescheiter, noch gesünder oder weniger arbeitslos geworden. hat also nix gebracht, diese geschichte.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1387

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.