Breite Akzeptanz der berufsbegleitenden FH

15. Oktober 2007, 16:10
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Fast ein Drittel der Studierenden an den heimischen Fachhochschulen ist voll berufstätig

Die FHs reagierten mit dem Angebot berufsbegleitender Studien rasch auf die "Lebensphasenorientierung" der Interessenten, wie Kurt Koleznik von der FH- Konferenz sagt.

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Obwohl der OECD-Länderbericht Österreich bereits ein sehr hohes Ausbildungsniveau und eine hohe Bedeutung der Ausbildung innerhalb der heimischen Bevölkerung attestiere, "besteht weiterhin Handlungsbedarf, um zu den Besten in Europa zu gehören", sagt Generalsekretär Kurt Koleznik von der Fachhochschulkonferenz (FHK).

Ganz besondere Beachtung müsse daher die persönliche "Lebensphasenorientierung" erfahren, so Koleznik weiter: "Bildungspolitisch ist ein Marktangebot zu schaffen", das es jedem einzelnen Studierenden ermöglicht, "in jeder Phase seines Lebensverlaufs Bildung in zeitlich und inhaltlich adäquaten Portionen zu erfahren."

Insbesondere die heimischen Fachhochschulen seien unter diesem Gesichtspunkt äußerst gut aufgestellt, ist der FHK-Chef überzeugt.

Tatsächlich finden sich unter den derzeit 194 Studiengängen der 18 FHs ganze 44, die rein berufsbegleitend geführt werden, sowie 35 weitere, die sowohl berufsbegleitend als auch in Vollzeit angeboten werden (siehe Grafik). Wem also aufgrund seiner Lohnarbeit kein Vollzeitstudium möglich ist oder wer ganz prinzipiell lieber "nebenbei" studiert, der kann aus insgesamt 79 Möglichkeiten wählen - das sind immerhin 41 Prozent der Studiengänge.

Bei den momentan 30.088 Fachhochschul-Studierenden stößt das berufsbegleitende Studium auf durchaus breite Akzeptanz: Nahezu ein Drittel, nämlich 31 Prozent der Inskribierten, haben diese Variante bereits für sich ausgewählt.

Je nachdem, für welche Fachhochschule man sich entscheidet, studiert man sogar gratis: Die vorgesehenen Studiengebühren von 363,63 Euro pro Semester werden etwa an der FH Oberösterreich sowie an der FH Joanneum Graz erlassen.

Frühzeitig reagiert

Man habe "auf die Herausforderungen früh reagiert", freut sich Koleznik über den Status quo des Sektors, "und im Rahmen des FH-Entwicklungsplans bis 2010 einen besonderen Schwerpunkt auf die Gestaltung berufsbegleitender Angebote gelegt". Die Förderung durch den Bund beträgt nach Angaben des Wissenschaftsministeriums allein dafür knappe 49 Millionen Euro.

Ebenfalls gut im Rennen sind die Fachhochschulen bei der Umstellung auf das Bologna-System: Von den 194 Studien laufen heute nur mehr 45 als Diplomstudien, die allerdings bis 2010 Geschichte sein sollten. 116 FH-Studien schließen bereits mit dem Bachelor ab, 33 weitere werden als Masterstudium geführt.

Ausführlicheres zum Studienangebot der FHs bietet der aktuelle Fachhochschulführer 2007/08 der 3s-Unternehmensberatung. Das Druckwerk bietet auf mehr als 500 Seiten einen guten Einblick in die Entwicklung am Sektor sowie Tipps und Tricks für die optimale Studienwahl. (Bernhard Madlener/DER STANDARD-Printausgabe, 5./6. Mai 2007)

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    grafik: der standard
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