Der Kongress denkt

Redaktion, 11. Mai 2007, 12:12
  • In Wien und Graz im Blickpunkt: Fortschritte bei Allrad und Motoren.
    foto: werk

    In Wien und Graz im Blickpunkt: Fortschritte bei Allrad und Motoren.

  • Mercedes etwa bemüht sich mit der neuen 4matic, mit Gewicht und Verbrauch runterzukommen.
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    Mercedes etwa bemüht sich mit der neuen 4matic, mit Gewicht und Verbrauch runterzukommen.

  • Und bei Ottomotoren geht der Trend zur aufwändigen, strahlgeführten Benzindirekteinspritzung. Birgt enormes Spritsparpotenzial.
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    Und bei Ottomotoren geht der Trend zur aufwändigen, strahlgeführten Benzindirekteinspritzung. Birgt enormes Spritsparpotenzial.

In Wien und Graz fanden die wichtigsten Automobil-Technik- Kongresse des Landes statt - Resümee: Am Hybrid kommt niemand mehr vorbei

Obwohl Österreich keine eigene Autoindustrie im Sinne einer Automarke besitzt, finden hier alljährlich zwei wichtige Kongresse zum Thema Automobil statt. Das Wiener Motorensymposium bereits zum 28. Mal.

Auf Initiative des Vereins für Kraftfahrzeugtechnik (Hans Peter Lenz) trafen sich kürzlich über 1000 Teilnehmer aus der ganzen Welt in Wien, um sich über den letzten Stand der Dinge zur Zukunft des Automobils auszutauschen - im Jahr der großen Klimadiskussion eine spannende Sache.

Aber auch der Allrad-Kongress in Graz, der zum siebenten Mal, von Magna Steyr initiiert, stattfand, brachte interessante Erkenntnisse. Allradtechnik war ja bis vor kurzem eine Domäne des Getriebebaus - in Zeiten, da Zahnräder und Riementriebe durch Elektromotoren ersetzt werden, ein aufregendes Thema.

Wiener Motorensymposium:

Als unmittelbare Reaktion auf die CO2-Diskussion wurde dem Hybridantrieb breiter Raum gewidmet. Wichtigste Erkenntnis vorab: Dem Hybridantrieb gehört die nahe Zukunft. Die Kombination von Elektromotor und Verbrennungskraftmaschine ist ein wichtiges Element, um den CO2-Ausstoß deutlich abzusenken, ohne auf gewohnte Eigenschaften, vor allem punkto Fahrdynamik, zu verzichten.

Allerdings bedeutet das nicht, dass jetzt alle Autohersteller Toyota und Lexus kopieren werden, die verdientermaßen als Vorreiter dastehen. So komplex wie die Technik, die dahinter steckt, so komplex kann auch die Philosophie sein, mit der man an das Thema heran geht.

Toyota voran

Ausgangsbasis: Hybridantrieb ist sehr teuer und kann seine Vorteile vor allem bei ohnehin großen und schweren Autos am besten ausspielen. Kein Autobauer kann sich am Thema vorbei schummeln.

Der Vorsprung von Toyota ist aber gewaltig. Denn wie immer die Lösung im Detail aussehen mag, man hat bereits enorme Erfahrung angesammelt, wenn es darum geht, immer mehr mechanische und hydraulische Elemente durch elektrische zu ersetzen. Das wirkt auf die ganze Mitarbeiterstruktur in Forschung und Entwicklung zurück. Die Dominanz des Maschinenbaus scheint gebrochen.

Nach wie vor ein Kernthema ist auch die Verbesserung der motorischen Verbrennung. Die strahlgeführte Direkteinspritzung mit Schichtladung steht beim Benziner nun nach vielen Jahren Diskussion unmittelbar vor dem Seriendurchbruch. Allerdings gilt das nur für Länder, in denen auch sehr hochwertige und schwefelfreie Kraftstoffe angeboten werden.

Verbrauch im Blickpunkt

Diese Art der Einspritzung kommt prinzipiell auch für aufgeladene Motoren in Frage. Schon in den vergangenen Jahren konnte die Literleistung der Motoren enorm angehoben werden. Downsizing ist voll im Gang.

Für die nächsten Jahre gilt es nun, vermehrt auf den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß das Auge zu richten, auch wenn im Leistungszuwachs noch immer der ganze Stolz der Ingenieure ruht.

Interessant auch der Beitrag der Firma Meta - Motoren und Energie-Technik. Sie präsentierte ein völlig neues Verbrennungskonzept, dessen theoretischer maximale Wirkungsgrad zwischen 55 und 62 Prozent liegen soll, also deutlich über Otto (38) und Diesel (41 Prozent). Der so genannte K-Motor besitzt scheibenförmige Kolben, die hintereinander auf einer Kurbelwelle so angeordnet sind, dass sie sich oszillierend bewegen und zusammen eine Sinusbewegung ausführen. Eine kleine Hoffnung, von Serienreife ist man aber weit entfernt.

Grazer Allradkongress

Zwar sieht man global unmittelbar keine Abkühlung des SUV-Trends, damit keine akuten Probleme für den Absatz von Allradtechnik, jenem Gebiet, auf dem sich Magna Steyr höchste Kompetenz erarbeitet hat. Trotzdem steht das Thema Allradantrieb vor gröberen Umwälzungen. Gerade auf dem Sektor großer, schwerer Geländewagen, die statistisch am häufigsten in Städten genutzt werden, ist der Hybridantrieb ein brennendes Thema.

Allradtechnik war bisher eine Disziplin des Getriebebaus, künftig werden mehr und mehr Elektrik und Elektronik Zahnräder ersetzen. Magna Steyr hat drauf bereits reagiert und sein eigenes Hybridantriebs-Konzept in einem Modell der Mercedes-ML-Klasse präsentiert.

Fahrdynamik verbessern

Was die Lehre von der reinen Allradtechnik angeht, weist der Trend nun deutlich in Richtung Torque Vectoring, das heißt, dem kurvenäußeren Hinterrad mehr Drehmoment zukommen zu lassen, um einen Lenkeffekt über den Antrieb zu erzielen, was nun weniger als Traktionshilfe zu sehen ist, sondern vielmehr als Möglichkeit, die Fahrdynamik noch weiter zu verbessern.

Keine besonders frohe Botschaft für die Allradbranche kam von der Meinungsforscherin Helene Karmasin. Zwar seien SUVs prinzipiell gesellschaftlich attraktiv, im Wesentlichen wegen der Signalwirkung von Größe und Stärke und des guten Überblicks. Aber das Phänomen funktioniere auch ohne Allrad. Darauf hat ja der Markt längst reagiert, indem viele SUVs wahlweise mit Einachsantrieb angeboten werden. (Rudolf Skarics, AUTOMOBIL, 4.5.2007)

Interessant Erkenntnis: Toyota rollt den Markt für die Hybrid Technik auf und ist damit erfolgreich und jetzt, da man sieht, dass man damit Geld verdienen kann, kommt man zur Erkenntnis, dass an Hybrid niemand vorbeikommt.

Es kommt keiner daran vorbei, weil die Kunden den Hybrid nicht nur akzeptieren, sondern anscheinend auch verlangen.
Das Image (bzw. das schlechte Image, keinen Hybrid zu führen) ist ein wichtigerer Beweggrund als der Absatz, wenn man die Entwicklungskosten mit einbezieht.

... toyota ...

einen prius zu konstruieren und zu fahren verbraucht mehr energie als ein hummer!
http://www.ncpa.org/sub/dpd/i... e_ID=14304

der Artikel hat aber keine brauchbaren Zahlen

ist aber auch gar nicht so leicht zu dem Thema was Vernünftiges zu googeln. hab eine Arbeit von der Tecnischen Hochschule Winterthur gefunden. Demnach benötigt die Produktion von 1kg eines herkömmlichen Autos etwa 75 MJ, das entspricht etwa 2.3 Litern Benzin. Die Produktion eines Kompaktklasseautos braucht also etwa die Energie von 3000 Litern Benzin, damit könnte es etwa 40000 km fahren. Das sagt uns jetzt noch gar nix über den Prius, aber das sagt uns zumindest etwas über die Bedeutung des Energiebedarfs bei der Produktion im Vergleich dazu wieviel Treibstoff ein Auto im Verlauf seiner Lebensdauer verbraucht. Weiss irgendwer was Näheres zum Prius, oder wieviel Energie man zur Herstellung von NiMH-Akkus braucht?

sag ich doch.
nichts ist sparsamer als meinen 16 jahre alten 3,5liter 6-zylinder noch länger zu fahren.

Energiebedarf zur Produktion

...davon ist übrigens mehr als die Hälfte für die Stahlerzeugung und skaliert daher wirklich schön linear mit dem Fahrzeuggewicht. Aber nun zu den Akkus: gemäß umweltdaten.de liefert ein NiMH Akku über seine Lebensdauer 8-90 mal die Energie die zu seiner Produktion benötigt wird. Schätzen wir also für den Prius: der Akku hält 160000km (laut Garantie). Von der Energie kommen etwa 40% vom Akku, der Rest vom Benzinmotor. Also liefert der Akku die Energie für 64000km, im schlechtesten Fall steckt in seiner Produktion die Energie für 8000km zusätzlich zu den 40000 km äquivalent die die Produktion eines DurchschnittsPKW benötigt. Also aus energetischer Sicht: Hybrid rulez!

schön,

dass du an dieser stelle aus einer publikation eines republikaner-hardcore-think-tanks zitierst.
NACHDENKEN!

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