Operationsfehler meist durch Stress

26. Juli 2007, 12:23
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Chirurgen in Deutschland beklagen Arbeits- und Kostendruck - Kommunikation zwischen den Ärzten sollte verbessert werden

München - Die häufigste Ursache von Fehlern im Operationssaal ist Stress. "Mit fast 60 Prozent ist dieses Stresspotenzial die Hauptursache von Unfall- und Gesundheitsrisiken im OP", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, Hartwig Bauer, auf dem Chirurgenkongress in München. Schuld daran sei der zunehmende Arbeitsdruck der Ärzte durch steigende Patientenzahlen, personelle Engpässe im Krankenhaus, lange Arbeitszeiten und viele technisch komplexe Geräte.

Kommunikation verbessern

Am wichtigsten sei es, die Kommunikation zwischen den Ärzten zu verbessern. "Häufig sind es kleine Dinge, die zu großen Fehlern führen, dass zum Beispiel ein Patient nach der Operation stirbt", erklärte der Direktor des Universitätsklinikums Homburg, Martin Schilling. "Hier kommt es nicht darauf an, wie sauber ein einzelner Chirurg operiert, sondern wir müssen mehr im Sinne von Operationsteams denken." Deshalb sollten mehrere erfahrene Ärzte einen Patienten operieren und während des Eingriffs miteinander reden.

Personalmangel

Oft fehle aber auch einfach mehr Personal. "Was ist zum Beispiel, wenn nachts ein Patient in eine Klinik kommt und dann nicht rechtzeitig operiert werden kann, weil nicht genügend Anästhesie-Ärzte da sind?" fragte er.

Die Zahl der Patientenklagen sei in den vergangenen Jahren in Deutschland um das fünffache angestiegen, sagte Schilling. Das könne schwere Folgen haben: In den USA führe jeder zweite Chirurg keine komplexen Operationen mehr durch. (APA/AP)

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