Raubritter und Schiffersgeleit

Redaktion
4. Mai 2007, 17:00
  • Donauschlinge in Schlögen.
    foto: bohnacker / österreich werbung

    Donauschlinge in Schlögen.

  • Artikelbild
    grafik: der standard

Die Burgen an der Schlinge von Schlögen sind ideale Aussichtspunkte für einen Blick über die Donau, die sich hier von ihrer schönsten Seite zeigt

Das Gebiet beiderseits der berühmten Donauschlinge bei Schlögen ist durch mehrere Rundwanderwege erschlossen, die zu den schönsten Routen im Lande zählen. Welche den Vorzug verdient, bleibt Geschmackssache.

Der Höhenweg von Marsbach zur Ruine Haichenbach etwa führt zu vielen Aussichtspunkten, die einen herrlichen Blick auf den Strom und dessen romantische Umgebung bescheren, sodass der Wanderer immer zum Verweilen eingeladen ist, um diese Traumlandschaft voll genießen zu können.

Die Burg Marsbach ? der älteste Adelssitz des oberen Mühlviertels ? kontrollierte die Donau von Niederranna bis Schlögen und war im Mittelalter Sitz von Raubrittern, die zum ?Schrecken für Kaufmanns- und Schiffersgeleit? wurden und den Warenverkehr auf dem Strom fast zum Erliegen brachten.

Auch Haichenbach, seit 1529 dem Verfall preisgegeben, galt als Räubernest, das Kaiser Maximilian II. ausräuchern ließ. Die düstere Vergangenheit ist nun einer Idylle gewichen, die lediglich hie und da durch das Geknatter der Motorboote gestört wird.

Donau-Dorfgalerie

Die Ruine Haichenbach ? in einigen Beschreibungen und Karten auch ?Kerschbaumerschlössel? bezeichnet ? erhielt vor wenigen Jahren zwei Aussichtsplattformen, von denen aus die Stromschlinge ideal überschaut werden kann, auch von freien Flächen beim Weiler Dorf zeigt sich die Donau von ihrer schönsten Seite. Zu Recht erhielt der Abschnitt zwischen diesen beiden Burgruinen die Bezeichnung ?Donaugalerie?.

Zwar muss man von Au bis Freizell auf dem asphaltierten Radweg wandern und diesen mit den Pedalrittern teilen, was aber der Attraktivität der Tour keinen Abbruch tut. Für die Wanderung sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, dann wird sie zu einem unvergesslichen Erlebnis. Schwierigkeiten gibt es keine, lediglich ein Teil des Aufstiegs von Freizell nach Marsbach ist steil und liegt auf der Sonnseite.

Die Route: Von Au, der Anlegestelle der Radfähre Schlögen am linken Donauufer, wandert man auf dem zum Radparcours ausgebauten Treppelweg in einer Stunde fast eben nach Freizell und gelangt dann über den Rittersteig in einer weiteren Dreiviertelstunde nach Marsbach. Der teilweise blau bezeichnete Weg führt nun im welligen Gelände nach Dorf und weiter über einen schmalen Rücken ? der auf beiden Seiten von der Donau umflossen wird ? zur Ruine Haichenbach. Gehzeit ab Marsbach: 1½ Stunden.

Dann folgt der Abstieg zur Jausenstation und zur Fähre in Au. Gehzeit ab Ruine Haichenbach: etwa eine halbe Stunde. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/5./6.5.2007)

Gesamtgehzeit: 3¾ Stunden, Höhendifferenz rund 350 Meter. Gasthaus in Marsbach, Jausenstation in Au und bei Freizell. Wanderkarte ?Natur erleben auf bayerisch-oberöster-reichischen Donauwegen?, Maßstab 1:40.000; Bundesamtskarte Blatt 30 (Neumarkt im Hausruckkreis) und 31 (Eferding).

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1 Posting
schön iss da :)

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