Wien will vom Bund 800 PflichtschullehrerInnen zusätzlich

16. Juli 2007, 10:54
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Über Stellungsplanrichtlinie hinaus - Vor allem für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf - Wiener ÖVP fordert direkte Zuweisung

Wien - Der Wiener Stadtschulrat fordert vom Bund für das kommende Schuljahr um rund 800 Lehrerposten mehr als in der im Finanzausgleich vereinbarten Stellenplanrichtlinie vorgesehen. Das hat das Kollegium des Schulbehörde beschlossen, so Stadtschulrats-Präsidentin Susanne Brandsteidl gegenüber der APA: Der Löwenanteil, rund 500 Pädagogen, entfällt auf zusätzliche Stellen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass maximal 2,7 Prozent der Kinder sonderpädagogischen Förderbedarf haben - nur in diesem Ausmaß werden Lehrerposten zur Verfügung gestellt ("Deckelung"). Laut Stadtschulrat würden aber 4,2 Prozent aller Kinder eine solche Betreuung benötigen, dafür wären 503 zusätzliche Lehrer nötig. 236 weitere Posten werden für ganztägige Betreuungsangebote gefordert, 70 für "Seiteneinsteiger" während des Schuljahrs aus anderen Bundesländern und Staaten bzw. "Rückfluter" aus den AHS.

Gehrer war uneinsichtig

Diese zusätzlichen Lehrer fordere man bereits seit Jahren, meinte Brandsteidl. Von Ex-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer habe man sie allerdings nicht bekommen.

In diesen Zahlen noch nicht enthalten sind die voraussichtlich knapp 300 zusätzlichen Lehrer durch die Senkung der Klassenschülerzahlen. Diese werden nicht über den Stellenplan verrechnet, sondern stehen als "nicht stellenplanrelevantes" Abrufkontingent zur Verfügung.

VP-Wien fordert Zuweisung durch Ministerium

Für eine direkte Zuweisung der notwendigen Zahl an Dienstposten an die Wiener Pflichtschulen durch das Unterrichtsministerium spricht sich die Bildungssprecherin der VP-Wien, Katharina Cortolezis-Schlager, in Reaktion auf die Forderung des Wiener Stadtschulrats nach mehr Dienstposten aus. Dies würde nur "zu Verschleierungen führen, da schon jetzt jeder vierte Lehrer in der Bürokratie- und Verwaltungsmühle des Wiener Stadtschulrats verschwindet", so Cortolezis-Schlager am Freitag in einer Aussendung.

Die ÖVP urgiere schon seit Jahren eine Darstellung jeder einzelnen Wiener Pflichtschule im Dienstpostenplan. "Es muss deutlich sein, welcher Schulstandort wie viele Lehrer tatsächlich braucht", so Cortolezis-Schlager, die die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl auffordert klarzulegen, wie groß der Personalbedarf der einzelnen Schulen ist und wie viele Lehrer an die einzelnen Schulen kommen. Der derzeitige Dienstpostenplan verschleiere die Realität.(APA)

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    Der Wiener Stadtschulrat fordert vom Bund für das kommende Schuljahr um rund 800 Lehrerposten mehr als vorgesehen.

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