Nach Wirbel an FH Kufstein: Ex-LH Weingartner als Beiratsvorsitzender

5. Juli 2007, 12:56
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Dreiköpfiger "Aufsichtsrat" soll Interessen der Lehrenden und Studierenden wahren

Innsbruck - Der ehemalige Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner wird den Vorsitz in einem dreiköpfigen "Aufsichtsrat" an der FH Kufstein übernehmen. Dieser Beirat soll dafür sorgen, dass die Interessen der Lehrenden und der Studierenden gewahrt werden, sagte Weingartner am Donnerstag zur APA. Die FH war unter anderem wegen fragwürdiger Kündigungen und des Verdachts der Einflussnahme bei der Bestimmung der Kollegiumsleitung in die Schlagzeilen geraten. Der Fachhochschulrat (FHR) hatte mit dem Entzug der Akkreditierung gedroht.

Lehre optimieren

Aufgabe des Beirates werde sein, die Lehre im Interesse der Studierenden und auch der Lehrenden zu optimieren. Es sei notwendig für die Unterrichtenden Freiräume zu schaffen und Sicherheit, was ihre Position angehe, meinte Weingartner. Auch bei der Auswahl der Lehrenden werde das "Triumvirat" Mitsprache haben. Neben Weingartner sitzen Univ.-Prof. Bernhard Eccher und Univ.-Doz. und Rechtsanwalt Bernd Oberhofer im Beirat. Er - Weingartner - sei vom Kufsteiner Bürgermeister Herbert Marschitz und Fachhochschul-Obmann Walter Mayr gebeten worden, diese Aufgabe zu übernehmen.

Alles wird in Frage gestellt

Bereits nächste Woche werde es erste Gespräche im Beirat geben. Auf die Frage, ob es auch Änderungen in der Geschäftsleitung geben werde, meinte Weingartner: Es wird nicht alles in Frage gestellt. Wichtig ist, dass die Leute, die dort arbeiten, auf einem festen Fundament stehen."

Der Beirat sei derzeit noch in Ausgestaltung. Bis Ende Mai soll feststehen, wie die Kompetenzen dieses Gremiums konkret ausgestaltet werden, erklärte Direktor Norbert Witting. Geplant sei vorerst, dass der Beirat die operative Tätigkeit mit Beginn des neuen Studienjahrs aufnehme.

Fragwürdige Kündigungen

Die Hauptkritikpunkte des FHR betrafen unter anderem fragwürdige Kündigungen, Einflussnahme bei der Bestimmung der Kollegiumsleitung, Manipulation von Lehrveranstaltungsergebnissen und Einflussnahme bei Prüfungen. Den FHR auf den Plan gerufen hätten vermutlich die zwei gekündigten Dozentinnen und die Studierenden, hatte Witting erklärt. Die beiden Dozentinnen hätten ein Gerichtsverfahren wegen ungerechtfertigter Kündigung gegen ihn angestrengt. Der FH-Leitung war vorgeworfen worden, die Kündigungen deshalb ausgesprochen zu haben, weil sich die beiden Lehrkräfte in den Betriebsrat wählen lassen wollten. Witting bestritt jeden Zusammenhang zwischen der Kandidatur für den Betriebsrat und den Kündigungen.(APA)

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