HD-DVD-Crack: Es gibt kein zurück

Redaktion, 28. Mai 2008 15:20
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    grafik: archiv

    Die inkriminierte Zahlenreihe als Farbenfolge aufs T-Shirt gebannt

Schlüssel massenhaft verbreitet - Hunderttausende Seiten mit entsprechender Zahlenkombination - Können Farbstreifen und Zahlenkombinationen illegal sein?

Eins kann wohl mit Sicherheit gesagt werden: Die Versuche der Unterhaltungsindustrie, die Verbreitung eines Schlüssels, mit dessen Hilfe sich aktuelle HD-DVDs kopieren lassen, zu verhindern sind nach hinten losgegangen. Und zwar gehörig. Wer zum Beispiel auf Google nach der entsprechenden Zahlenkombination sucht, stößt mittlerweile auf mehrer hunderttausend Seiten.

Schreiben

Eine Begrenzung des Problems mit Klagsdrohungen, wie man sie in den letzten Tagen gegen Seiten wie BoingBoing, Reddit oder zuletzt auch Digg in Stellung gebracht hat, werden also wohl kaum mehr funktionieren. Immerhin ist nicht davon auszugehen, dass die Industrie hunderttausende Unterlassungsschreiben verschickt, geschweige denn all die daraus entstehenden Prozesse durchzieht.

Philosophisches

Abgesehen davon ist es natürlich nicht schwer, die inkriminierten 32 Zeichen in anderer Form darzustellen, und so grundlegendere Fragen aufzuwerfen: Kann jemand Anspruch auf eine einzelne Zahl haben? Ähnliches gilt für Farbenreihen, immerhin lassen sich die 16 Hex-Paare auch bildlich darstellen, wie ein findiger T-Shirt-Produzent beweist.

Kritik

Der wahre Schaden durch die aktuelle Affäre stellt für die Industrie wohl aber ohnehin nicht mehr die Veröffentlichung des HD-DVD-Schlüssels dar. Viel unangenehmer ist da schon, dass die Aktion einer breiten Öffentlichkeit die Verfügbarkeit von Cracks für HD-Formate bewusst macht, und DRM einmal mehr ins Schussfeld der Kritik kommt.

Technische Abhilfe

Lehren aus dem aktuellen Debakel will man bei der Unterhaltungsindustrie aber offenbar trotzdem nicht ziehen: Auch wenn sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass man mit neuen Kopierschutzmaßnahmen primär die eigenen KundInnen verärgert, der reale "Nutzen" aber meist nur von kurzer Dauer ist, so greift man wieder zu altgewohnten Methoden: Neue Techniken sollen es richten, zumindest für Blu Ray-Disks soll dank BD+ und ROM Mark bald Schluss sein mit entsprechenden Hacks.

Abwarten

Wie lange diese neue Schutzschichten dann halten, bleibt abzuwarten. Bis dahin preist man diese den Content-Produzenten aber natürlich einmal mehr unter dem verlockenden Stichwort "unknackbar" an, wie man es ja auch schon in der Vergangenheit immer getan hat.

Rückzieher

Kein Wunder, soll sich das Ganze doch als entscheidender Vorteil von Blu Ray gegenüber HD-DVD erweisen, dort sind entsprechende zusätzliche Schutzmaßnahmen - mit BD+ sollen die Player auf Angriffe reagieren und das Verschlüsselungssystem erneuern können - nicht vorgesehen. Statt dessen will man weiterhin auf die Möglichkeit der Zurückziehung von Geräteschlüsseln setzen.

HD-DVD

Eine Methode, die sich aber bislang als wenig erfolgreich herausgestellt hat: So wurde nur wenige Tage nach dem Rückzug des letzten Geräteschlüssels einfach ein neuer Hack publiziert, der die Erstellung von Kopien erneut ermöglicht. Ein Hack, den dessen EntwicklerInnen selbst als "nicht zurückziehbar" einschätzen. Doch selbst, wenn sie sich hier irren sollten, die Verfügbarkeit von einfachen Tools zum Knacken er HD-Formate - ähnlich wie es DeCSS für die DVD war - dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein. (apo)

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Posting 1 bis 25 von 167
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Chris Edelmann
05.05.2007 10:13
nicht zurückziehbar

09 F9 11 02 9D 74 E3 5B D8 41 56 C5 63 56 88 C0 wird wohl keiner zurückziehen, die Handvoll Filme die momentan im Handel sind und damit diesen Schlüssel verwenden sind eh schon in jeder Tauschbörse.

Würde man den Schlüssel sperren gibt es bald Beschwerden warum kein Film legal gekaufter mehr abspielbar ist.
Neue Filme bekommen einfach einen neuen Schlüssel und das Problem ist vergessen, aber nicht gelößt.

Mit den Hardwarekeys wird es ähnlich werden, nemhen wir mal an man findet den HW-Key von der X-Box heraus. Würde der gesperrt werden gibt es einen Aufstand sämtlicher X-Box Besitzer.
Microsoft müsste dann alle Laufwerke tauschen, oder putzt sich mit abgelaufener Garantie ab.
Ich beiden Fällen eine Katastrophe, die man vermeiden wird.

AlpiNe_763
04.05.2007 21:58

Jedes mal versucht die Industrie alles zu verschlüsseln aber nach paar tagen wird s eh gehackt,lernen die nie dazu?

> /dev/null
 
05.05.2007 08:30
nein

aber hauptsache sie machen sich wichtig :D

da sieht man wieder, um an geld zu kommen, muss man keine intelligenz besitzen, sondern nur zur richtigen zeit am richtigen ort sein.

Ben_
04.05.2007 17:26
hihi

bin ich wirklich der einzige, dem aufgefallen ist, dass die Nummer am Bild eben nicht die "inkriminierte Zahlenreihe" ist?

Cheff vom Dienst
04.05.2007 23:18
oja!

Ben_
05.05.2007 20:41

62 sollte eigentlich 63 sein ;)

gustl
 
04.05.2007 11:48
HD content ist für mich nicht kaufbar

Und zwar, weil ich der Zielgerichtetheit der DRM-Systeme misstraue.

Was ist, wenn bei der Gerätesperrung ein Fehler gemacht wird, und mein (legales) Gerät irrtümlich gesperrt wird? Oder wenn eine HD-DVD die ich legal erworben habe plötzlich nicht mehr funktioniert, weil sie geknackt worden ist?

Dann falle ich um mein Vergnügen, mir nach einem stressigen Tag stressfrei einen Film anzuschauen aber so was von um, der Blutdruck schnellt hoch, und das ganze nur weil die Bosse Content-Industrie sich weigern einen mathematischen Beweis durchzudenken.

Ich werde mir erst dann ein HD-fähigens Laufwerk kaufen, wenn die Knacksoftware so selbstverständlich ist wie derzeit das DeCSS, dann bin ich von den Launen der Contentindustrie unabhängig.

ei padauz
04.05.2007 11:35
Ein toller Witz...

...ist ja die Tatsache, dass JEDER Konsument eh schon massig dafür blecht, dass kopiert werden darf:
Auf
-CD-Rohlingen
-DVD-Rohlingen
-Brennern
-PCs
-Videorekordern
sind Urheberrechtsgebühren drauf, weil diese Dinger ja kaum für was anderes als die - immer noch legale - Privatkopie gebraucht werden. Die Industrie wollte diese Gebühren schon bei einführung der Tonband-Kassette (!) haben, weil diese angeblich den Markt für Schallplatten zerstören würde - Der Versuch, das Anlegen einer Privatkopie zu verhindern, könnte also durchaus als illegitimer Eingriff in das Eigentumsrecht gesehen werden.

freund der blasmusik
04.05.2007 14:05

es gibt schon sehr lange eine urheberrechtsabgabe auf leerkassetten. video- und audio-.

Thomas Gummibaer
04.05.2007 09:03
Wir alle werden besteuert.

Keiner kann entkommen.

Ich sehe dieses Spiel, als zusaetzliche Steuer, welche wir (alle ausserhalb der s.g. Unterhaltungsindustrie) erhoben haben.

Thomas Gummibaer
04.05.2007 09:01
Der wahre Schaden durch die aktuelle Affäre stellt für die Industrie

Das Wort INDUSTRIE ist merkwuerdig; was fuer eine Industrie?

the_byte
04.05.2007 08:14
Man sollte vielleicht noch hinzufügen,

daß natürlich auch die Kosten welche die Hersteller für diesen ganzen DRM-Mist haben (und natürlich weitergeben) enorm sind. DRM entwickelt sich nicht von selbst, weder auf der Hard- noch auf der Softwareseite, weiterentwickelt muß es auch werden.
Die Frage ist, ob diese Kosten überhaupt noch in Relation zum Nutzen stehen ?
Kriege kosten nun mal Geld, und DRM vs. Cracker ist mittlerweile schon ein 30-jähriger Krieg. Und ich wette er wird auch seinen 100. Geburtstag feiern können.

Horst Obermaier
04.05.2007 08:06
Copyright

Solange Promis und Konsorten mit einem Hit oder Film mehr verdienen als ein Durchschnitts Hackler in 5-Leben hab ich mit dieser Pagasch kein mitleid.Außerdem wird durch Freie Medien wo kein Schutz bzw. also die mehr oder weniger fast Frei verfügbar sind dieses erst recht etapliert siehe Microsoft und andere Software , die verdienen sich nach wie vor Dumm uns Dähmlich obwohl es unmengen an Raubkopien gibt!!!!!!!!! Bei Musik und Filmen kauf ich mir sowieso die Orginale wenn mir die Musik oder der Film gefällt, warum soll ich für Schrottmusik oder einen B-Movie bezahlen!!! Ganz zu schweigen von den Problemen die ein Kopierschutz macht ,sodaß man fast Orginal gekaufte Ware Knacken muß um diese Problemlos auf seiner Hardware abspielen zu können.

ei padauz
04.05.2007 11:26
Es heißt...

...>B<agasch und eta>b<liert.

Sonst volle Zustimmung.

Georg-99
04.05.2007 16:11

Sonst volle Zustimmung.....dann würd ich dir auch mal einen Kurs über Groß- und Kleinschreibung empfehlen! :-)

Also wenn du schon mit dem Rotstift drübergehst dann gleich gscheit!

ChesneyB
04.05.2007 12:35
Wenn wir schon beim Klugscheißen sind:

Eigentlich heißt es "Bagage". Nur seit der letzten Rechtschreibreform darf man es so schreiben, wie man es im Deutschen ausspricht. (Die Reform lehne ich übrigens auch deswegen ab.)

Deep Sky
09.05.2007 08:52
Hat aus meiner Sicht nix mit Klugscheißen zu tun ...

Hat aus meiner Sicht nix mit Klugscheißen zu tun sondern sollte nur die Lesbarkeit verbessern.

Ich weiß ja nicht wie's anderen hier geht, aber ich stolpere gelegentlich über verdrehte Endlossätze. Rechtschreibfehler oder falsche Gross-/Kleinschreibung stören (mich zumindest) kaum.

cu

Gernot H
06.05.2007 21:25
aber ich darf noch immer nicht "Ketschapp" schreiben

*duckundrenn*

Knicknack
06.05.2007 22:01

Wobei Ketschapp ja richtig klingen würde, während das nasalierte 'sch' in Bagage nicht durch das deutsche 'sch' ersetzbar ist.
Daran sieht man wieder einmal, wie dumm diese ganze 'Reform' war.

t 3
 
04.05.2007 07:38
"soll sich das Ganze doch als entscheidender Vorteil von Blu Ray gegenüber HD-DVD erweisen"

jaaa, aba sicha. die konsumenten sehen das nur leider exakt anders rum. und im wirklichen leben gewinnt immer noch das produkt, welches dem _käufer_ vorteile bringt...

Ben_
04.05.2007 17:30

Nur das "der Käufer" hier nicht nur der Endkunde ist, sondern auch schon derjenige, der ein Trägermedium für seinen Content sucht.

t 3
 
05.05.2007 11:45
das hilft dem format auch nicht.

siehe minidisc, umd, etc. da hat sony schon mal vorsichtshalber in grossem stil plattenfirmen und filmstudios aufgekauft um den diversen selbst lancierten formaten zum durchbruch zu verhelfen, nur geklappt hat es nicht...

der Zacharias
04.05.2007 02:11
Xen - schlechte Karten für DRM.

Man lasse ein Betriebssystem auf Hardware laufen. Die Hardware ist allerdings nur eine virtuelle. Sowohl theoretisch als auch natürlich praktisch ist es dem auf der virtuellen Hardware laufenden System UNMÖGLICH (sic), herauszufinden, ob es auf ,,echter " Hardware läuft oder nicht. Damit kann die virtualisierende Schicht auf sämtliche Ein- und Ausgabe zugreifen und sie natürlich auch aufzeichnen.

Und irgendwann wird sogar die Industrie draufkommen, dass sie viel Aufwand treiben für nix und wiedernix. Soll sein.

Gast Kommentar
04.05.2007 10:15
Das stimmt so nicht

Es gibt sehr wohl Methoden festzustellen, ob Software in einer VM läuft oder nicht - zum einen deutet das Vorhandensein entsprechender Treiber zum Datenaustausch mit dem Host-OS (Drag & Drop, Clipboard) darauf hin, aber auch ohne diese weisen etwa die Messungen von Latenzzeiten einen anderen charakteristischen Graphen auf als nativ laufende Systeme.

Soviel zur Praxis - in der Theorie stehen dem Entwickler noch ganz andere Möglichkeiten offen (jede VM-Implementierung wie XEN, VMWare oder Virtual PC hat eigene charakteristische Besonderheiten).

aero seven
04.05.2007 10:28

in zeiten von hardware-unterstützter virtualisierung... ?
;-)

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