Länger arbeiten ab 2008

Redaktion, 04. Juni 2007 15:27
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    Sozialpartner zeigen mit starken Armen auf: Die Präsidenten Rudolf Hundstorfer (ÖGB, li.) und Christoph Leitl (WKÖ) verkündeten die vollzogene Einigung über die Arbeitszeitflexibilisierung vor schmucker Holztäfelung im Wiener Café Landtmann.

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Die Sozialpartner einigten sich auf die Flexibilisierung der Arbeitszeit - Zehn-Stunden-Normalarbeitstag möglich - mit Grafik

Wien – Die Sozialpartner haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf ein Paket zur Arbeitszeitflexibilisierung geeinigt. Damit soll den Unternehmen im Land die Möglichkeit gegeben werden, im globalisierten Wettbewerb besser auf konjunkturelle Schwankungen in der Auslastung ihrer Betriebe reagieren zu können. Die Gewerkschaft ließ sich die Zustimmung zum Paket mit einer Zusage der Arbeitgeber entlocken, wonach über den vertraglichen Rahmen hinausgehende Mehrarbeit für Teilzeitkräfte nunmehr mit einem Zuschlag abzugelten ist. Prinzipiell einigten sich Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Landwirtschaftskammern darauf, dass eine Normalarbeitszeit von zehn Stunden pro Tag im Kollektivvertrag vereinbart werden kann. Weiters sollen, wenn Unternehmen existenzsichernde Aufträge abzuarbeiten haben, auch Zwölf-Stunden-Schichten mit bis zu 60 Wochenstunden gefahren werden können, allerdings nur in einem begrenzten Zeitraum. Alle Arbeitszeitmaßnahmen sollen arbeitsmedizinisch begutachtet werden. Weiters einigte man sich darauf, dass systematische Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze künftig mit höheren Geldstrafen als bisher geahndet werden sollen.

Das Paket erntete einhellig Lob in der Politik. Es soll im Herbst im Nationalrat behandelt werden. Wirtschaftskammer und Gewerkschaft hoffen, dass es Anfang 2008 in Kraft treten kann.

***

Wien – "Wir haben’s g’schaft", sagte Christoph Leitl. Sein Nachbar bei der Pressekonferenz, Rudolf Hundstorfer, nickte. Vor sieben Jahren, unter ganz anderen politischen Konstellationen, habe die Diskussion über eine weitreichende Flexibilisierung der Arbeitszeiten in Österreich begonnen, nun, knapp 120 Tage unter einer SP-VP-Regierung, haben sich die Sozialpartner geeinigt. Zur Verkündigung angetreten sind die Präsidenten der Wirtschaftskammer und des Gewerkschaftsbundes, wie zuletzt öfter, in Doppelconference. Leitl übernahm, wie meistens, die Rolle des euphorischen Standortoptimierers: "Eine Triple-Win-Situation für Arbeitnehmer, Unternehmen und auch die Konsumenten." Prinzipiell bringt das Paket (es soll voraussichtlich Anfang 2008 in Kraft treten) der Wirtschaft, vor allem der Industrie, mehr Flexibilität in Zeiten volatiler Auftragsbestände. Im Gegenzug konnte die Gewerkschaft unter anderem eine Besserstellung für die 720.000 Menschen in Österreich erstreiten, die teilzeitbeschäftigt sind.

Eckpunkte der Vereinbarung

Die Eckpunkte der Vereinbarung von Wirtschaftskammer, Gewerkschaft, Arbeiter- und Landwirtschaftskammern sehen folgendermaßen aus:

  • Die Kollektivvertragspartner einer Branche können künftig eine höhere Höchstarbeitszeit von bis zu zwölf Stunden täglich und 60 Stunden in der Woche vereinbaren. Allerdings muss es alle acht Wochen eine Pause von 14 Tagen geben, in denen in Normalarbeitszeit gewerkt wird. Voraussetzung ist ein besonderer Arbeitsbedarf zur Verhinderung eines "unverhältnismäßigen wirtschaftlichen Nachteils" im Unternehmen.
  • Die KV-Partner werden generell ermächtigt, die Normalarbeitszeit auf bis zu zehn Stunden pro Tag anzuheben. Hundstorfer betont: "Das heißt aber nicht, dass zehn Stunden zur Normalität werden."
  • Ein Kernpunkt sind die neuen gesetzlichen Mehrarbeitszuschläge für Teilzeitbeschäftigte in Höhe von 25 Prozent. Mehrarbeit und eventuelle Zuschläge werden pro Quartal abgerechnet. Laut Hundstorfer soll dies Arbeitgeber dazu bringen, "fairere Verträge, die der tatsächlichen Arbeitszeit entsprechen", anzubieten.
  • Vier-Tage-Woche und Gleitzeit-Modelle sowie das Einarbeiten können auf Betriebsebene vereinbart werden.
  • An die Betriebsebene weiter gegeben werden dürfen auch Arbeitszeitregelungen, wenn es keine kollektivvertragliche Interessenvertretung auf Arbeitgeberseite geben sollte.
  • Alle Arbeitszeitveränderungen müssen von Arbeitsmedizinern gebilligt werden.
  • "Der Kollektivvertrag bleibt zentrales Regelinstrument", sagt Hundstorfer. Der KV kann seine Befugnis aber künftig jederzeit auf die betriebliche Ebene delegieren.
  • Die Strafen für Vergehen gegen das Arbeitszeitenrecht sollen verschärft werden, wobei vor allem die Wiederholungstäter unter den Unternehmen, die systematisch Gesetzesverstöße betreiben, mit höheren Geldstrafen bedroht werden – bis zu 3600 Euro pro Arbeitnehmer. Mit weniger davon kommen sollen jene, die offensichtlich nur einmal auf die Aufzeichnung von Mehrarbeit vergessen haben.

Positive Reaktionen

Die Reaktionen auf das Paket fielen durchwegs positiv aus: "Ein starkes Signal für die Lösungskompetenz der Sozialpartner", so Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Sozialminister Erwin Buchinger hielt fest: "Ein gelungenes Beispiel dafür, dass sich Wettbewerbsanforderungen der Wirtschaft und die Bedürfnisse nach sozialer Sicherheit unter einen Hut bringen lassen." Metaller-Chef Erich Foglar sagte: "Die Regelung der Arbeitszeiten muss keine Einbahnstraße sein, Gegenverkehr ist möglich." Renate Csörgits, ÖGB-Frauenvorsitzende: "Endlich ist klargestellt, dass Teilzeitarbeit vollwertige Arbeit ist." Die Gewerkschaft der Privatangestellten: "Ein tragfähiger Kompromiss". Für die Industriellenvereinigung ist es ein "erster Schritt, dem weitere folgen müssen". Die Grünen GewerkschafterInnen dagegen fragen: "Wo bleibt die Arbeitszeitverkürzung?" (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.5.2007)

Kommentar posten
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erich loewy
 
29.05.2007 16:58
Warum ?

Warum sollten wir die Arbeitszeit verlängern? Ich kann mir nicht vorstellen daß so etwas nicht mehr Arbeitslosigkeit schafft. Als naiiver nicht-Ökonom scheint es mir daß wenn man sie kürzt--sagen wir auf 35 Stunden--mehr arbeitsplätze geschaffen werden. Leider führt daß beim selben Lohn zu verkürztem Einkommen oder zu höheren Kosten. Mir geht es nicht darum daß die armen Multimillionäre weniger verdienen sondern daß die Putzfrau die es heute gerade schaffen kann zu wenig kriegt. Eine gerechte Güterverteilung sollte damit anfangen daß jeder Mindestlohn genügt um nicht nur sein Leben gerade zu fristen sondern auch etwas Freude vom Leben hat.

Dr. E.H. Loewy
Orf & F'dg Chair, Bioethics
U of CA, Davis
ehloewy@ucdavis.edu

aliquis
09.05.2007 23:17
Aufklärung zu diesem Thema:

www.gpa-dip.at

lesenswerte stellungnahme und informationen der privatangestelltengewerkschaft

F. T.
06.05.2007 09:29
Der Name Sozialpartnerschaft passt nicht wirklich zu einer Partnerschaft, die sich seit Jahren erfolgreich bemüht, alles Soziale immer mehr auf Null zurückzuschneiden. Gut, wir sind aber auch nur eines der reichsten Länder der Erde.

Dem muß schon Rechnung getragen werden. Obwohl, auf einem kleinen Gebiet ist diese Partnerschaft schon wirklich sozial, nämlich gegenüber den Reichsten und Mächtigsten. Die haben Profite, wie es sie noch nie gab, und auch Rechte gegenüber den Arbeitnehmern, wie es sie die letzten Jahrzehnte noch nie gab. Der Klassenkampf der obersten Schichten gegen den Rest der Bevölkerung läuft unter Wirtschaftskammer & ÖGB wie am Schnürchen. Dass die christliche Familienpartei ÖVP nicht ruhen wird, bis alle Mitglieder der Familien bei immer geringeren Einkommen auch verschiedene Arbeitszeiten haben und sich überhaupt nicht mehr sehen können, ist ja nichts Neues. Aber allein hätte sie das nie schaffen können. Aber der ÖGB macht´s möglich.

erich loewy
 
06.05.2007 18:50
Rechtsparteien

Gerade daß was Herr F.T. beschreibt ist leider in dem Großteil des heutigen Westens der Fall. Unsere Regierungen sind zu Sprachrohren der Großkapitalisten geworden, immer bereit die Reichen zu schützen & wenn möglich die Armen (in ihrem Land oder besonders gerne in Entwicklungsländern) aus zu beuten, Es ist höchst an der Zeit daß wir endlich eine demokratische Linkspartei haben (á la der SPÖ vor '34) & ebenso eine mehr rechte aber demokratische Rechtspartei (plus anderen die ander Gesichtspunkte vertreten. Wie es heute ist ist die SPÖ weniger rechts als die ÖVP und in der US die Demokraten ein Bischen link von den Republikanern. Was immer man tut wählt man rechts.

Dr. E. Loewy
Prof & F'dg Chair, Bioethics (em)
UCD
ehloewy@ucdavis.edu

mr smoky
mr smoky
07.05.2007 16:02

dass es heute keine spö a la 1934 und auch keine "mehr rechte aber demokratische Rechtspartei" gibt liegt in den erfahrungen von 1934 bis 1955

für diese erfahrungen wurde ein hoher preis bezahlt, ich möchte da nicht wieder zurück

dass keine linke partei mehr in regierungsverantwortung gewählt wird ist IMHO eine folge des erfolgs dieser parteien - die masse hat heute mehr zu verlieren als damals, und auch wenns verhältnismäßig gering ist, ist die angst davor groß

Arbeitnehmervertreter
05.05.2007 12:28
Wöchentliche Normalarbeitszeit

ist die Basis des vereinbarten monatlichen Gehaltes/Lohns. Sie beträgt in der Metallbranche 38,5 Stunden, in der chemischen Industrie 38, in Druckereien weniger. Alles, was über diese wöchentliche Normalarbeitszeit hinausgeht, muss gesondert abgegolten werden. Fragen Sie Ihre Fachgewerkschaft, Ihren Betriebsrat oder die Arbeiterkammer!

mr smoky
mr smoky
05.05.2007 13:37

ausser es wird innerhalb des durchrechnungszeitraums von 3 monaten als zeitausgleich konsumiert

zumindest ab 1.1.08

oder hab ichs tatsächlich falsch verstanden?

aliquis
07.05.2007 15:35
Auch der Zeitausgleich ist eine Abgeltung.

Und gesetzlich korrekte Gleitzeit-Betriebsvereinbarungen bringen auch den Arbeitenden Vorteile.

mr smoky
mr smoky
07.05.2007 15:54

sorry, war ungenau von mir

ausser es wird innerhalb des durchrechnungszeitraums von 3 monaten als zeitausgleich IM VERHÄLTNIS 1:1 konsumiert

zumindest ab 1.1.08

ps: und bei 1:1 fällt der arbeitnehmer um den ihm bisher zustehenden überstundenzuschlag um - derartiges war zwar über betriebsvereinbarung auch bisher schon möglich, aber jetzt wirds allgemein eingeführt

der Zacharias
04.05.2007 22:35
Antwort vom ÖGB auf eine Anfrage von mir:

,,Sehr geehrter Herr [...]
Die Sozialpartnereinigung betrifft in keinster Weise die wöchentliche Normalarbeitszeit, diese bleibt gleich. Die Vereinbarung ,wonach künftig die tägliche Normalarbeitszeit 10 Stunden betragen kann, betrifft die 4-Tage Woche und die Gleitzeit.''

Noch Fragen?

Zuerst hinterfragen, dann schimpfen, wie wär's damit? Na?

F. T.
05.05.2007 10:41
Irgendwie scheinen Sie davon auszugehen, dass die Vertreter der Wirtschaft genauso erfolglos verhandeln wie die Vertreter der im Vergleich zu den kleinen ÖGB-Bediensteten völlig überzahlten und höchst erfolglosen obersten Repräsentanten des ÖGB

Dem steht halt entgegen, dass alle ÖGB-Mitglieder wissen, wie sich ihre Arbeitszeiten und Einkommen seit Jahren ständig verschlechtert haben und dass die Industrie bzw. die Konzerne Profite haben, wie es sie noch nie die letzten Jahrzehnte gegeben hat.
Aber man darf in diesem Zusammenhang vielleicht auch einen Zeugen der ÖVP, nämlich Bartenstein, zitieren, der in Deutschland bei Diskussionen unter den leuchtenden Augen der CDU/CSU u. Arbeitgebervertretungen sinngemäß erklärte, dass die Erfolge der österreichischen Wirtschaft vor allem damit zusammenhängen, dass man in Österreich mit den Arbeitnehmern machen könne, was man wolle.
Und Sie können wetten, dass es auch jetzt wieder zu weiteren Verschlechterungen kommt.

der Zacharias
05.05.2007 12:03
Hat Bartenstein das erklärt? In Deutschland?

Das ist sehr glaubwürdig ;-) Wemma schon dahaam kein Leiberl reißen, dann spiel ma uns wenigstens im Ausland so auf, als ob. Tatsächlich ist wohl der Hauptgrund dafür, dass wir wirtschaftlich jetzt besser dastehen, unsere guten Connections nach Osteuropa und eine andere Mentalität als die in ihren eigenen Strukturen erstickenden Deutschen.

Aber nein, alles Schlechte über den ÖGB stimmt, hast scho Recht.

imir
04.05.2007 14:57

Wir werden den Tag noch erleben, an dem dieser ÖGB die sozialpartnerschaftliche Regelungen über den Sklavenhandel als sozialen Meilenstein feiert.

PräsidentIn der Gesellsch. für Geschlechterstudien
04.05.2007 13:43
Streikfonds? Weg!

Machtmittel - keins.
Scheibe aber auch.

Helicopterman
04.05.2007 13:23
Es ist eben ein sehr effizientes System,

das zur Zeit die Welt beherrscht und damit seinen (wenigen) Profiteuren immer mehr Gewinne sichert, die sie den Arbeitnehmern (und auch Kleinunternehmern) unter dem Vorwand der Konkurrenzfähigkeit abpressen. Diese parieren und lassen sich mit ein paar Krümeln nahezu widerstandslos abspeisen. Eine perfekt inszenierte Konsumpropagandamaschinerie sorgt für die dafür erforderliche Gehirnerweichung der Massen. Eine umfangreiche und nach meiner Meinung inhaltlich ausgezeichnete Beschreibung dieser Situation findet sich in Antonio Negris und Michael Hardts Werk "Empire - die neue Weltordnung", das ich allen zur Lektüre empfehle, die sich mit der Materie vertieft auseinandersetzen wollen.

wollnase
04.05.2007 21:34
das erschreckende daran ist

zusätzlich, wieviele menschen dumm darauf reinfallen und sich blind den vorgaben der konsumindustrie hingeben um nur ja dem vorgegaukeltem ideal zu entsprechen ohne zu erkennen wie entmündigt sie dadurch werden.

lilu12
04.05.2007 13:13
Neusprech

Wer sich über diesen sozialpolitischen Meilenstein exorbitanten Ausmaßes aufregt, ist ein "Arbeits-Apokalyptiker" (Ulrich Dunst, Kleine Zeitung, 04.05.2007).

nina yankow
04.05.2007 13:04

Und das kurz nach dem Tag der Arbeit.
Die Mehrarbeitsvergütung ist sehr wichtig, wenn man die Tendenzen in der Teilzeitarbeit betrachtet, aber
ich hoffe sehr, die Kollektivverträge werden was die Arbeitszeiten betrifft, NICHT angepasst!!

wollnase
04.05.2007 21:30
hoffen können

wir ja, ... aber ich fürchte vergeblich

Sternchen100
04.05.2007 12:00
Bla Bla Bla Bla Bla an Pseudo-Arbeiterschutzbestimmungen

Sie werden alle umgangen, wo kein Kläger da kein Richter. Welcher Arbeitnehmer verklagt den Arbeitgeber, das ist finanziell viel zu riskant. Es sei denn jemand wird fristlos rausgeworfen und hat nichts mehr zu verlieren, weil er da ohnehin keinen anderen Job mehr findet.

Schon bisher wurden alle Bestimmungen umgangen, z.B. im Gastgewerbe oder in den Reinigungsbetrieben, jetzt geht das noch viel leichter. Viele dieser Leute sind überhaupt nicht bei einer Gewerkschaft oder werden von der Ak nicht vertreten, weil sie nur über einige Monate eingestellt und zwischendurch wieder entlassen werden.

sleepersservice
 
04.05.2007 11:42
Eh klar "geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut"

Jetzt fallen schon alle anderen und nicht nur die Kämmerer auf die Propaganda rein. Am liebsten wäre Leitl und Co. sowieso dass alle 60 Stunden die Woche arbeiten bei 2 Wochen Urlaub im Jahr und nach dem letzten Arbeitstag und noch vor der Pension sofort in den Sarg hüpfen.
Der Mensch an sich zählt immer weniger und die "Wirtschaft" immer mehr.
Zeit hier umzudenken

Neues Österreich
04.05.2007 11:36
Würde mich einer fragen, ich würde ihm sagen, dass

das was hier mit Einverständnis der Gewerkschaft beschlossen wurde, ein glatter Wahnsinn ist. Das ist euopaweit oder sogar weltweit einmalig! Ausbeutung pur, die noch dazu keinerlei Rücksicht auf die Gesundheit der Arbeitnehmer nimmt. Nach 8! wöchigen 12 Stunden Tag, wird großzügig eine 14 tätige Pause in Normalarbeitszeit gewährt, das ist die Verhöhnung schlechthin. Wenn hier nicht schleunigst die Arbeitsmediziner aufstehen und dieser Sklaventreiberei ein Ende setzen, kann ich die Welt nicht mehr verstehen. Das ganze spielt sich noch vor dem Hintergrund einer mindest Lebensarbeitszeit von 45 Jahren (bis jetzt) und einem Mindestpensionsalter von 65 Lebensjahren ab. Ein Bravo zu solchen Gewerkschaften bzw. "Sozialpartnern".

ana.log
04.05.2007 15:44
Probiern Sie es doch einmal mit Logik

Überstunden kosten mehr Geld (die Zuschläge müssen auch weiterhin ab 40 Wochenstunden bezahlt werden, auch wenn manche hier anderes behaupten).

Daher ist jeder Arbeitgeber bestrebt, wenig Überstunden anfallen zu lassen. Wenn es aufgrund des Arbeitsanfalls nötig ist, temporär länger zu arbeiten, hat man das bisher intern geregelt und der Betriebsrat hat meistens zugestimmt. Jetzt ist das auch kollektivvertraglich geregelt.

Außerdem erlaubt es flexiblere Arbeitszeitmodelle. Es gibt z.B. Leute, die gerne 3 Tage Dienst/3 Tage frei haben und dafür 12-Stunden-Dienste akzeptieren um in Summe mehr Freizeit zu haben (in Handel oder Dienstleistung passt das auch gut) - das war bisher nicht erlaubt (obwohl von Arbeitnehmern gewünscht)

mr smoky
mr smoky
04.05.2007 16:25

die zuschläge für die überstunden sind dann fällig wenn die geleisteten stunden nicht innerhalb des durchschnittszeitraums konsumiert werden

von einem der manchen die hier anderes behaupten ;)

Jim Kirk
04.05.2007 12:19

Lies dir den ersten Absatz noch mal durch.
Diese Regelung ist für jede unternehmen gedacht die ohne diese Höchstarbeitszeit für kurze Zeit in Ihrer Existenz bedroht sind (Auftragsverlust, Pönalezahlungen wegen Zeitüberschreitungen usw.)
Das ist kein Automatismus sondern muss von den Kollektivvertragspartnern individuell ausgehandelt werden.

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