iTunes als Sprungbrett für Manga-Videos

27. Juni 2007, 12:09
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Manga-Clips episodenweise auf iTunes erhältlich - Funimation erwirbt Rechte für digitale Vermarktung

Der Verkauf von Manga-Videos über den iTunes-Store sorgt für neue Kundschaft und verhilft dem Comic-Genre, sich aus seinem Nischendasein zu befreien, ist ein Sprecher des US-Anime-Verlegers Funimation überzeugt. Seit Februar dieses Jahres können Anime-Serien, japanische Zeichentrickfilme, von Funanimation über iTunes episodenweise heruntergeladen werden. Der Verleger spricht von einem großen Erfolg der Download-Möglichkeit auf iTunes.

Erster

Funimation ist bislang der einzige Anbieter japanischer Animationen, der sich die Rechte an der digitalen Vermarktung gesichert hat, heißt es bei Macworld. Adam Sheehan, Manager bei Funimation Entertainment, betont, dass die japanischen Studios sehr zögerlich bei der Vergabe von Lizenzen für die Vermarktung über das Internet sind. "Japanische Studios wollen generell alles über ein Projekt wissen, bevor sie beruhigt sind", so Sheehan.

Komplex

Die komplexe Vergabe von Rechten für die Vermarktung bestätigt auch Dirk Remmecke, Sprecher von Anime Virtual, dem größten Vertrieb für Anime-Videos im deutschsprachigen Raum. "Natürlich ist der digitale Vertrieb über Plattformen wie iTunes sinnvoll. Allerdings sind diese Rechte separat zu erwerben und kosten viel Geld", so Remmecke. Auch wenn der iTunes Videostore in Europa noch nicht aktiv ist, sollten sich die Anime-Firmen dennoch schon jetzt auf die digitale Vermarktung vorbereiten und die Verhandlungen mit den japanischen Studios aufnehmen, empfiehlt Remmecke.

Herunterladen

Zum Download auf iTunes stehen derzeit die Titel Samurai 7, Desert Punk, Speed Grapher, Gunslinger Girl und Basilisk von Funimation zur Verfügung. Eine Einzel-Episode kostet 1,99 Dollar. Mit dem iTunes-Download hat man es nicht auf die Fans abgesehen. Über diesen Vertriebsweg würde man insbesondere interessierte Kunden anziehen, die noch keine Fans sind und daher auch nicht unbedingt 30 Dollar für eine DVD ausgeben würden.

Interessenten

Weitere US-Verleger sind an der digitalen Vermarktung interessiert, so auch Funimation-Mitbewerber Geneon. Für Jim Yardley von Geneon stehen die Inhalte jedoch an erster Stelle. "Wir wollen den Inhalt selbstverständlich in ein Format bringen, das für den Kunden am besten ist", sagt Yardley. Bandai Entertainment, ein weiterer Anime-Verleger, plant ebenfalls Partnerschaften für den digitalen Verkauf. Angekündigt wurde bereits eine Partnerschaft mit Amazon.com. Bandai-Sprecher Larry Vong unterstreicht auch sein Interesse, Inhalte über iTunes zu vermarkten. (pte)

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