Hoffnung auf Winterspiele 2014

5. Juli 2007, 19:48
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Zumindest bei der Planung ist die Sorge, die europäische Eisenbahnhochleistungs­strecke könnte an Salzburg vorbeilaufen, vom Tisch

Salzburg – Zumindest bei der Planung ist die Sorge, die europäische Eisenbahnhochleistungsstrecke könnte an Salzburg vorbeilaufen, vom Tisch. Bis Jahresende wollen die ÖBB die Trassenvarianten für die Magistrale ausarbeiten. Bis Sommer kommenden Jahres soll dann der endgültige Verlauf des neuen Schienenstranges feststehen. Planungsvolumen: rund elf Millionen Euro. Damit ist – trotz Verzögerungen nach dem im Jahr 2000 vom damaligen Landeshauptmann Franz Schausberger (ÖVP) nach Anrainerprotesten verhängten Planungsstopp – eines der für das Bundesland Salzburg wichtigsten Infrastrukturprojekte "auf Schiene".

Nach dem Planungsdebakel bei der Hochleistungsbahn versucht die Landesregierung, bei der aktuell heiß umstrittenen Trassierung der 380-kv-Leitung durch den Flachgau einen anderen Weg zu beschreiten. Um Anrainern und Bürgermeistern entgegenzukommen, soll ein bis dato nicht benannter internationaler Experte überprüfen, wo eine Verkabelung möglich und wo eine Überlandfreileitung vertretbar ist.

Verbindung in den Süden

Was die Eisenbahnvorhaben angeht, ist mit der Hochleitungsbahn schon ziemlich Schluss mit den guten Nachrichten für Salzburgs Schieneninfrastruktur. Zwar wird der den Anforderungen nicht mehr gewachsene, als Grenzstation konzipierte Salzburger Hauptbahnhof bis 2014 um rund 270 Millionen Euro neu gebaut, die Verbindung in den Süden des Landes bleibt aber weiter anfällig. Insbesondere der steinschlag-, lawinen- und hochwassergefährdete Bereich zwischen Golling (Tennengau) und Werfen (Pongau) würde einen Neubau der Tunnelkette beim Pass Lueg erfordern. Das Ziel lautet, Salzburg–Bischofshofen mit dem Zug in 30 Minuten zu schaffen. Das Projekt liegt derzeit freilich auf Eis. Einzige Hoffnung, das Vorhaben doch noch durchzubringen, ist für Landeshauptfraustellvertreter Wilfried Haslauer (VP) Olympia 2014. Bekomme Salzburg vom Internationalen Olympischen Komitee am 4. Juli den Zuschlag für die Winterspiele, müsste der Bund eine Sonderfinanzierung ermöglichen, um die Schienenverbindung zwischen der Landeshauptstadt und den Austragungsstätten im Pongau auszubauen.

Das Gleiche ist vom ressortzuständigen Haslauer auch zum Traum von einer Stadtregionalbahn in der Festspielstadt zu hören: Vielleicht schaffe man "am 4. Juli einen neuen Anlauf"; die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf 350 Millionen Euro. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.4.2007)

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