Kurz aber heftig

12. Juli 2007, 16:33
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Mit immer kürzeren Pulsen erobert die Femto-Laser- Techno­logie immer mehr medi­zin­ische Bereiche - Experten tagen in Wien

Wien - Durch so genannte Fokussierung gelingt es, tief in Materialien und sogar menschlichen Geweben zu manipulieren, ohne dass Umliegendes beschädigt wird. Noch bis Samstag tagen in Wien internationale Laser-Technologen beim "8th International Symposium on Laser Precision Microfabrication" (LPM 2007).

Der billiardste Teil einer Sekunde

Bezüglich der Kürze ihre Pulse sind die Technologen mittlerweile im Bereich von Femtosekunden, wobei eine Femtosekunde der billiardste Teil einer Sekunde ist. Die Rekordjagd nach Kürze hat mehrere Gründe. Der wichtigste davon ist, dass durch die Verkürzung auch die Intensität der Pulse steigt.

"Man kann sich die Pulse als Pakete vorstellen, wenn man sie in der Länge staucht, so werden sie höher", erklärte dazu Wolfgang Kautek, Vorstand des Instituts für Physikalische Chemie an der Universität Wien und Organisator der Tagung.

Femto-Laser-Technologie

Wie bei einer überblasenen Blockflöte überschlagen sich die Frequenzen, verdoppeln und vervierfachen sich, bis Intensitäten erreicht werden, bei denen sogar Glas für den Laser undurchsichtig wird. Dann wird es möglich, innerhalb eines Glasblocks winzige Areale aufzuschmelzen und so beispielsweise Licht-leitende Kanäle in dem Block zu erzeugen. Zukunftsmusik ist es noch, auf diese Art und Weise dreidimensionale Bausteine für einen Licht-Computer zu erzeugen.

Anwendung in Augenheilkunde und Nervenchirurgie

Bereits in der praktischen Anwendung ist die Femto-Laser-Technologie in der Augenheilkunde und auch in der Nervenchirurgie. Durch gezieltes Fokussieren eines Strahles wirkt der Laser beispielsweise als Skalpell im inneren der Hornhaut. Jeder Laser-Puls erzeugt eine winzige Gasblase, die das Gewebe trennt. Puls an Puls gesetzt, werden so ganze Schnitte möglich, ohne dass das darüber oder darunter liegende Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch die Wärmeentwicklung ist mittlerweile minimal, was die Schmerzen bei der Laser-Behandlung in der Zahn-Medizin verringert. (APA)

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