Brandsteidl: Lehrerausbildung für Gesamtschule geht sich nicht bis 2009 aus

Redaktion, 19. Juni 2007 10:53
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    Foto: apa/pfarrhofer

    Die derzeitige Ausbildung an der Pädagogischen Akademie ist für die Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl "bei weitem nicht ausreichend" um die Lehrer für das Gesamtschulsystem zu wappnen.

Stadtschulrats- präsidentin will erst Lehrerausbildung anpassen - PädAk- Studierende erwarten kaum Veränderungen

Wird Wien bis 2009 zu einer Modellregion für die Gesamtschule werden? "Dafür ist eine gemeinsame vollakademische Ausbildung aller Lehrerinnen und Lehrer notwendig. Das sieht das jetzige Akademiestudiengesetz aber nicht vor, weil die ehemalige Bildungsministerin Gehrer das nicht wollte. Das wird man nicht bis zu einem Modellfall Wien 2009 lösen," sagt die Wiener Stadtschulratpräsidentin Susanne Brandsteidl im Gespräch mit derStandard.at. Am Dienstag ließ die Wiener Bildungsstadträtin Grete Laska mit der Aussage aufhorchen, bis 2009 die Hauptschulen und die Unterschulen der Gymansien zusammenlegen zu wollen.

Akademische Lehrerausbildung notwendig

Die derzeitige Ausbildung an der Pädagogischen Akademie ist für die Stadtschulratspräsidentin "bei weitem nicht ausreichend" um die Lehrer für das Gesamtschulsystem zu wappnen. "Die Umwandlung der Akademien in Hochschulen ist doch nur ein Wechsel des Türschild", sagt Brandsteidl. "Da ist eine dringende Reform in der Lehrerausbildung notwendig und die ist nur mit einer gemeinsamen akademischen Ausbildung möglich."

Unterschiede in der Lehre

Das sieht Christoph Neuner, Vorstand der Hochschülerschaft der Pädagogischen Akademie in Wien anders. "Natürlich ist das Endziel eine gemeinsame Ausbildung aller Lehrer, aber ich bin überzeugt, dass es mit der Umwandlung zu Hochschulen eine Verbesserung der Lehrerausbildung geben wird."

Dass sich bei der Gesamtschule an der Art des Unterrichts für die Lehrer besonders viel ändern würde, glaubt Neuner nicht. "In Übergangssituationen wird es immer Probleme geben, aber ich denke, dass die Ausbildung an der PädAk sehr gut ist und der Umstieg für die Lehrer nicht dramatisch viel ändern würde. Es gibt heute sehr viele Lehrer, die zum Beispiel Mathematik in einer AHS und ein einer Hauptschule unterrichten, da ist gar nicht so viel Unterschied." Neuner glaubt, dass ein bundesweites Gesamtschulenmodell in Österreich vor 2020 nicht realisierbar ist.

Derzeit steht Brandsteidl in Verhandlungen mit Bundesministerin Schmidt. Besprochen wird dabei was sich in Wien am jetzigen System für ein Gesamtschulmodell ändern müsste und nennt drei wesentliche Faktoren:

  • Die Lehrerausbildung und die unterschiedlichen Besoldungssysteme.

  • System der inneren Differenzierung: "Wir müssen den Eltern die Angst nehmen, dass hier alle Schüler in eine Klasse gesteckt werden. Das funktioniert nicht. Es muss Leistungsgruppen geben. Nach Abschluss der Gesamtschule wären die Schüler nur für ganz bestimmte Ausbildungen berechtigt. Alles andere ist nicht tragbar", sagt Brandsteidl.

  • Das Problem der Raumfrage: Schulen der Stadt Wien und Schulen des Bundes müssen sich einigen, wie man die Räumlichkeiten benutzen kann. "Meiner Meinung nach ist das aber das geringste Problem, diese Einigung kann schnell gefunden werden." (gum/derStandard.at, 25. April 2007)
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    Posting 1 bis 25 von 123
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    Harald Tachezi
    26.04.2007 15:18
    Empfehlung

    an alle juristisch interressierten Personen, vorallem aber an Frau BM Schmied:
    Es gibt ein SchOG und in diesem einen § 7.
    Vielleicht sollte man dies auch einmal lesen, Herr Niederwieser!

    Radio Eriwan
    26.04.2007 17:55
    Für alle juristisch noch stärker interessierten Personen:

    Der Bund kann kann völlig regulär anstelle der AHS-Unterstufe eine neue Schulform einführen, soferne er die Hauptschulen belässt.

    Harald Tachezi
    27.04.2007 08:26
    Liebes Radio Eriwan

    Die Hauptschulen zu erhalten, bei Einführung einer Gesamtschule, wäre die Krönung der sozialistischen Schilda-Bildungspolitik. Das traue ich nichteinmal denen zu. Sogesehen ist Ihr Einwand nachvollziehbar aber unrealistisch.

    Harald Tachezi
    26.04.2007 15:26
    ein r weg

    Muß man ja dazuschreiben, dass man zulange gedrückt hat, sonst glauben viele, ich war in einer deutschen Gesamtschule.

    Harald Tachezi
    26.04.2007 15:02
    Zuerst denken DANN reden

    Das wäre auch bei Politikern und deren Vasallen gefragt.
    Jetzt draufzukommen, dass es bei der Umstellung massive Probleme zu lösen gibt, zeigt wieder einmal die -nicht vorhandene- Kompetenz der sozialistischen Bildungsromantiker und Pisajünger.

    Für Eltern, Schüler und Lehrer wäre ein durchdachtes Konzept etwas später weniger aufreibend, als ein sozialistischer Schnellschuß, der verunsichert, polarisiert und die Unfähigkeit mancher sozialistisch geführter und grün geförderter Instanzen dramatisch aufzeigt.

    Himmelmann
    30.04.2007 09:09
    Inkompetent

    aber voll der Worthülsen. Übrigens: dieses ständige Fördern der Schwachen und Beladenen und der Migranten - was bleibt für die Begabtenkinder? Daher meine Forderung: fördert die Begabten und sondert die Unbegabten aus. Da würden sich die PISA Ergebnisse aber deutlich verbessern. PS: wer hat denn die Migranten ins Inland geholt und nichts von Ihnen gefordert? Waren dass vielleicht gar die GrüRos?

    Dante Alighieri
    28.04.2007 14:08
    Abgesehen von Sozi-Bashing haben Sie aber nicht viel zu bieten!

    Juergen Hoffmann
     
    29.04.2007 17:53
    Haben Sie ein persönliches Problem damit,

    dass jemand die Verantwortlichen mit dem Namen nennt. Denn im Bezug auf die Einführung der GS kann die fehlende Planungskompetenz nur die der SPÖ sein. Sonst will ja niemand im Lande eine GS!
    Der Beweis dafür steht ja oben: gut beschrieben von einer, die sich bis zu diesem Aufschrei durchaus zur Personalreserver der SPÖ zählen durfte!

    asinus asinus
    26.04.2007 10:13

    Hat man sich in Wien auch nur annähernd die Kosten überlegt, die dadurch entstehen, und die von allen aufgebracht werden müssen? Angleichung der Lehrergehälter, Gruppen, Förderkurse, Betreuung usw.?

    denkender Mensch
    26.04.2007 11:40

    Die Kostenfrage müsste sich Kärnten, budgetär betrachtet, wohl viel eher stellen als Wien.

    max mayer
    26.04.2007 12:10

    Warum? Wieviele Schulen sind es denn in Kärnten? 2?

    denkender Mensch
    26.04.2007 20:01

    Ich bezog mein Statement einfach auf die finanzielle Situation der beiden Bundesländer. Dass Kärnten die Gesamtschulversuche weit weniger flächendeckend durchführen will und wird ist mir schon klar. :)

    Juergen Hoffmann
     
    29.04.2007 17:57
    ganz sicher;

    weil wenn sie ein mitdenkender Mensch wären, wüssten sie auch, dass der Grad der Differenzierung in Wien einzigartig hoch in Österreich ist. Deswegen wird die GS ja auch von der SPÖ(-Wien) so vehement gefordert! U.a. auch, weil sie die HS ebendort verlottern lies und sich nun durch Bundes Hilfe dieses Problems entledigen will. Sanierung auf sozialistische Art eben!!!

    Hubert Ungeist
    26.04.2007 10:24
    Genau darum gehts doch..

    selbstverständlich ist eine Gesamtschule eine Bundesschule - geht doch die AHS darin auf. Daher muss der Bund die Kosten übernehmen.

    Was glaubens warum in Wien die HTLs, die AHS, also die Bundesschule in guten Zustand sind. Die Volksschulen und die Hauptschulen aber Ruinen.

    Aracni Santini
    26.04.2007 10:13
    Auch nur "Stoff"

    Ich sehe nicht, dass in einer Gesamtschule mehr als nur reiner "Unterreichtsstoff" (halt abgestuft nach Schweregrad) unterrichtet werden soll. Ich finde mind. pro Semester sollte zu den Schularbeitsnoten 1 Note hinzugerechnet werden, wo eine Teamarbeit mit anderen bewertet wird. Für die man zwar ein Thema vorgegeben bekommt (wofür man sich vorbereiten kann), die Teamarbeit aber in der Schule unter Zeitlimit wie Schularbeit stattfindet. Dabei sollte der Lehrer die Zusammensetzung des Teams vorgeben, schon in der Vorbereitungszeit. So dass man sich gemeinsam besprechen kann, wer was gefunden hat etc.

    Aracni Santini
    26.04.2007 10:03
    Und die Begabten?

    Es ist ein Trugschluss, dass nur gutes Sozialverhalten auf andere abfärbt Das ist kein one way ticket. Schlechte Gewohnheiten u. Sprache werden von den anderen auch aufgenommen. In einer Gesellschaft nimmt jeder von jedem an! Alles andere wäre absolut naiv. Was ist mit den Begabten, die warten müssen, bis sich wieder jemand um sie kümmert? Sterben die dann vor Langeweile? Langeweile, Desinteresse ist bekanntlich oft ein Auslöser für mangelnde Leistung. Wiviel leistungsfähiges Potential geht dadurch verloren? Ich finde Psychologie, Teamfähigkeit, Konfliktlösung und Folgen von aggressivem Verhalten gehören als eigener Gegenstand Unterrichtet. Manche Lehrer eignen sich dafür nicht. Jemand der Motivation beibringt ist auch nötig.

    Hitecut
    26.04.2007 10:21

    es war doch in österreich schon immer so, dass man sich mehr oder weniger nur um die schwächeren gekümmert hat und die begabten sich schon fast für ihre leistung schämen sollten. österreich ist in wirklichkeit bildungsfeindlich.

    Himmelmann
    30.04.2007 09:12
    Nobelpreisstatistik

    ansehen. Und da sehe ich in den letzten Jahrzehnten nur einen Erpeldoktor und eine Österreichhasserin. Vielleicht kommt einmal der Beamdoktor auch dazu. Aber dann ist lange nichts. Warum denn auch? Die Reichen und die Begabten sollen sich schämen! Pfui Teufel! Hoch die Sandkistenträumer!

    Juergen Hoffmann
     
    29.04.2007 18:06
    Auch wenn ich den von ihnen zitierten Bernhard wirklich

    schätze; aber die Aussage stimmt so nicht!
    Den gleichen Effekt können sie in ganz Westeuropa beobachten; besonders auch in Deutschland, wo ich die ganze Diskussion dank spielgel.de sehr hautnah miterleben durfte. Da kam u.a. ein Mädchen (ich glaube aus Leipzig) zu Wort, die angab, dass sie absichtlich!!! schlechte Noten in Mathe schrieb, damit sie nicht gemobbt werden würde!!!

    Pestassori
    26.04.2007 09:54
    Mehr Mut!

    Alle Argumente gegen die rasche Einführung der gemeinsamen Schule der 6- bis 14-jährigen sind ein "Klacks" gegen den Vorteil, endlich Kinder im Alter von 10 Jahren nicht mehr selektieren zu müssen! Mehr Mut Frau Ministerin, mehr Mut Frau Präsidentin, mehr Mut sollten alle an Schule Interessierte jetzt aufbringen, denn es ist höchste Zeit, diesen Anachronismus unseres Schulsystems endlich aufzubrechen!

    Hubert Ungeist
    30.04.2007 08:44
    Und bei der inneren Differenzierung

    selektieren sie die Kinder nicht? Das einzige was dann anders ist, das die Lehrer dann vollkommen über fremde Kinder bestimmen können ohne die lästigen Eltern.

    Hitecut
    26.04.2007 10:30

    was ist so schlimm an der teilung der kinder im alter von 10 jahren in schwächer und leistungsfähiger? sollte man, statt mit einer gesamtschule das bildungsniveau zu gefährden nicht eher die situation an den derzeitigen schulen verbessern? verpflichtender kindergarten/vorschule, stärkere kontrolle der leistungen der volksschüler, kleinere klassen, extraförderunterrricht für schwache, begabtenförderung, aufnahmetests in gymnasien bei gleichzeitiger verbesserung des unterrichts in hauptschulen, stärkere kontrolle der lehrer da es dort leider auch genug schwarze schafe gibt. ich sehe einfach den sinn dahinter nicht, zu verleugnen, dass es die leistungsfähigkeit der schüler einfach unterschiedlich ist, auch schon mit 10 jahren.

    anders and
     
    26.04.2007 12:50
    die Trennlinie ist weniger Begabung und Fleiss

    sondern vielmehr die Herkunft, Bildung und soziale Position der Eltern. Das ist wirklich ein Problem für eine Leistungsgesellschaft.

    Himmelmann
    30.04.2007 09:15
    Lächerlich

    na und sie Klugscheißer, wodurch schafft man sich eine entsprechende soziale Position? Und ich sehe kein Problem für die Leistungsgesellschaft, solange die Aufstiegswege nicht zugeschüttet sind. Und dass sind sie sicher nicht!

    anders and
     
    30.04.2007 13:30
    Diskussionen im Schulforum sind immer so wunderbar dumpf-aggressiv

    und voller herrlicher Schreibfehler und falscher Metaphern...
    Eine entsprechende soziale Position kann man sich auch großteils durch die soziale Position der Eltern schaffen.
    Kindern, deren Eltern aus einer bildungsfernen Unterschicht stammen, sollte man ein paar Steine aus dem Weg schaffen beim steilen steinigen Weg zu Bildung und Aufstieg. Diese Überlegung spricht für die Gesamtschule.

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    Posting 1 bis 25 von 123
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