Aktienforum fordert Strategie um Aktien attraktiver zu machen

31. Juli 2000, 14:57

Zahl der an Aktien interessierten Österreicher vier Mal größer als Zahl tatsächlicher Aktionäre

Wien - Eine "Mehrstufenstrategie" fordert das Aktienforum, um Emittenten und Anleger zu mobilisieren und damit Angebot und Nachfrage am österreichischen Aktienmarkt anzukurbeln. Demnach sollten künftige Privatisierungen über die Börse "attraktive" Privataktionärstranchen und Programme für Mitarbeiterbeteiligungen vorsehen. Ferner sollte die Aktie vom Staat als langfristige Anlageform gefördert werden, damit eine Flächendeckung bei der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge erreicht werden kann, verlangt das Aktienforum in einer Pressemitteilung vom Montag.

Gerade bei der Liquidität und Aktionärsdichte sieht das Aktienforum, der Österreichische Verband für Aktien-Emittenten und -Investoren, hier zu Lande weiterhin Nachholbedarf gegenüber vergleichbaren Volkswirtschaften. Denn in Österreich gebe es nicht nur hunderte börsetaugliche Unternehmen, sondern auch vier Mal mehr an Aktien interessierte Österreicher als tatsächliche Aktionäre. Außerdem seien die österreichischen Aktienbesitzer mehrheitlich langfristig denkende Anleger mit Präferenz für heimische Titel, weiß das Aktienforum.

Wachstumspotenziale ausschöpfen

Um die Wachstumspotenziale der Old und New Economy besser auszuschöpfen, sollte künftig die Unternehmensform "Kleine AG" zugelassen werden. Ein weiterer Punkt der Aktienforum-Forderungen zur Belebung des Kapitalmarkts betrifft auch Programme für Stock Options- und Mitarbeiteraktien, die man sowohl steuerlich als auch arbeitsrechtlich attraktiver machen müsste. Damit könnten qualifizierte Arbeitskräfte für die betriebliche Expansion gewonnen und gehalten werden.

Um Österreich im Sinne des langjährigen Aktienforum-Präsidenten Hans Igler (1989 bis 1997), der am Freitag wie berichtet seinen 80. Geburtstag beging, zu einem "Land der Aktionäre" zu machen, sollte bei vorbörslichen Investitionen und Finanzierungen verstärkt der EU-Aktionsplan "Risikokapital" als Orientierungshilfe dienen. Erfreulich sei, dass das Kapitel "Kapitalmarkt" im Arbeitsprogramm der neuen schwarz-blauen Regierung das Ziel habe, die Beteiligungsfinanzierung zu fördern. (APA)

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