Kriterien der Wirtschaftsmediation

29. April 2007, 17:00
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Der Alumniverband der FH Wien - Studiengänge der Wiener Wirtschaft lud zur Debatte zum Thema Wirtschaftsmediation

In Österreich gibt es rund 3600 eingetragene Mediatoren, 1500 davon sind im Bereich der Wirtschaftsmediation tätig. Was diese Methode der Konfliktvermittlung innerhalb von Betrieben leisten kann und mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert ist, darüber diskutierte eine prominent besetzte Expertenrunde auf Einladung des Alumniverband der FH Wien - Studiengänge der Wiener Wirtschaft.

In heimischen Unternehmen ist Wirtschaftsmediation zur Konfliktbewältigung wenig akzeptiert. Für Martina Berghuber, Fachbereichsleiterin HR & Organisation an der FH Wien, liegt das größte Problem in der Unternehmenskultur an sich. Mediatorische Fähigkeiten werden von Führungskräften fälschlicher Weise erwartet. Der Vorschlag eine Mediation durchführen zu wollen, wird häufig als Inkompetenz und Führungsschwäche gedeutet.

Doch gerade in der innerbetrieblichen Mediation sieht Herbert Dobrovolny, Generaldirektion ORF Human Resources, Supervisor und Coach, eine der wichtigsten Aufgaben. Denn der geschulte Blick von außen sei zur Lösung von Konflikten innerhalb eines Unternehmens besonders wichtig und hilfreich. Für Manuela Walser, Unternehmensberaterin, Buchautorin und eingetragene Mediatorin wäre die Gründung eines Dachverbands, der Wirtschaftsmediatoren, Wirtschaftstreuhänder, Notare und Rechtsanwälte unter sich vereint, eine wichtiger Schritt, um die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz sowohl bei den Verantwortlichen in den Unternehmen als auch bei den anderen konfliktlösenden Parteien zu erhöhen.

Einig waren sich die Diskutanten bei der Forderung nach verbesserten Qualitätskriterien in der Aus- und Weiterbildung sowie strengeren Zulassungsbestimmungen für Wirtschaftsmediatoren, um mehr Transparenz in der Qualitätssicherung zu gewährleisten.(ost)

  • Über das Thema „Wirtschaftsmediation - Modeerscheinung oder langfristiges Führungstool?“ diskutiereten (v.l.) Dr. Georg Zanger, Mag. Wolfgang Vovsik, Mag. (FH) Dr. Manuela Walser, MSc, Mag. Martina Berghuber, Herbert Dobrovolny und Gerhard Rodler

    Über das Thema „Wirtschaftsmediation - Modeerscheinung oder langfristiges Führungstool?“ diskutiereten (v.l.) Dr. Georg Zanger, Mag. Wolfgang Vovsik, Mag. (FH) Dr. Manuela Walser, MSc, Mag. Martina Berghuber, Herbert Dobrovolny und Gerhard Rodler

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