Mit GPRS und UMTS kommen die Computerviren ins WAP-Handy

31. Juli 2000, 13:43

Giga warnt vor Handy-Viren

Die jüngste Generation der GPRS-Handys für den schnellen Internet-Zugang könnte die erste Flutwelle an Handy-Viren mit sich bringen, warnt die Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Giga Information Group vor einer neuen Dimension in der digitalen Verseuchung. Mit GPRS (General Packet Radio Service), von zahlreichen Netzbetreibern angekündigt, wird laut Giga erstmals Version 1.2 der Internet-Sprache WML (Wireless Markup Language) breitflächig zum Einsatz kommen. WML 1.2 erlaubt die Übertragung von Computerprogrammen in WAP-Handys (Wireless Application Protocol) und damit quasi die Fernsteuerung von Mobiltelefonen. Die Programme können das Telefonbuch verändern (Nummern löschen, modifizieren und hinzufügen), SMS-Nachrichten erzeugen und automatisch versenden und weitere Handy-Funktionen ausführen, ohne dass es der Nutzer merkt.

Harmlos

Die ersten Virusattacken werden nach Einschätzung der Giga Information Group allerdings noch vergleichsweise harmlos ausfallen, weil die verschiedenen WAP-Gateways, Server, Handys und WAP-Browser noch zu unterschiedlich sind. Daher wird es der ersten WAP-Virengeneration schwer fallen, sich großflächig auszubreiten, schreibt Giga-Analyst "Bernt Ostergaard" in seinem Report "Virus on WAP? Not before WML 1.2". Mit zunehmender Standardisierung, die durch GPRS und später UMTS (Universal Mobile Telephony Standard) kräftig vorangetrieben wird, verbessern sich leider die Ausbreitungsbedingungen für die mobile Digitalseuche drastisch, heißt es bei Giga. Spätestens mit WML 2.0 fallen die letzten Hürden für den Sturmangriff auf die Internet-Handys, warnt Ostergaard. Das wird nach Einschätzung des Analyst im dritten Quartal nächsten Jahres in Europa und im ersten Quartal übernächsten Jahres in den USA passieren.

Glücklich

Glücklich, wer dann noch ein altes WAP-Handy mit WML 1.1 besitzt: Die heute verfügbaren Geräte erlauben nur die Darstellung von Informationen und eine stark begrenzte Interaktion am Display. Programme können nicht übertragen werden. Für alle anderen Handy-Nutzer empfiehlt sich künftig die regelmäßige Datensicherung über WAP-Backupdienste wie space2go.com und Utomi. Dann lässt sich das Handy nach einem Virenangriff per Totalreset wieder in den Ursprungszustand versetzen und die eigenen Informationen (Telefonbuch, Lesezeichen, SMS-Texte, Konfiguration etc.) können aus dem Backup-Speicher ins Gerät überspielt werden. Der Backup ist umso nützlicher, je mehr die Handys von den Herstellern mit Organizer-Funktionen ausgestattet werden, in denen man wichtige persönliche Daten speichert (Terminkalender, Aufgabenlisten, Memos etc.). (red)

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