Hochtief will goßen Kuchen von der EM

5. Juli 2007, 19:48
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Der deutsche Baukonzern setzt auf Großaufträge von bis zu zwei Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Sport-Event

Frankfurt/Essen - Der führende deutsche Baukonzern Hochtief setzt auf Großaufträge durch die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. "Wir wollen uns ein großes Stück vom Kuchen abschneiden", kündigte Hochtief-Finanzchef Burkhard Lohr an. Bei den Bauprojekten handelt es sich nach Einschätzung des Hochtief-Finanzchefs um Aufträge mit einem Gesamtvolumen von bis zu zwei Mrd. Euro.

Bereits im Vorfeld der Entscheidung sei das Essener Unternehmen von den Verantwortlichen angesprochen worden. Erste Gespräche würden bereits in Kürze beginnen.

"Die Planungen müssen nun sofort losgehen", sagte Lohr. Insgesamt habe Hochtief weltweit bereits rund 500 Sportstätten errichtet. Das bisher einzige EM-taugliche Fußball-Stadion in der Ukraine in Dnjepopetrowsk sei bereits von dem Essener Unternehmen selbst fertig gestellt worden. "Wir sind damit die einzigen, die dort ein Referenzprojekt haben", sagte Lohr.

Verstärkte Expansion in Osteuropa

Den ukrainischen Markt bearbeite das deutsche Unternehmen bereits über seine polnische Tochtergesellschaft, die dabei mit Personal und Know-how von Essen aus unterstützt werde. Eine verstärkte Expansion in Osteuropa sei geplant. Während sich der Warschauer Flughafen bereits im Ausbau befindet, sei die verbleibende Zeit für einen Ausbau der Flughäfen in der Ukraine vermutlich nicht mehr ausreichend. Man müsse dabei für Planung, Genehmigung und Bau mit Zeiträumen von bis zu zehn Jahren rechnen.

Neben dem Bau neuer Stadien sei nun eine Erweiterung vor allem der Verkehrseinrichtungen in beiden Ländern dringend notwendig. Dabei gehe es um einen Ausbau der Straßen und des Schienennetzes. Im Gegensatz zur aktuellen Situation auf dem deutschen Baumarkt sei in den beiden Ländern der Mangel an Fachleuten nicht ganz so drastisch. "Das Thema ist weniger angespannt als bei uns", sagte er.

Nach Einbußen im deutschen Baugeschäft durch eine Kostenexplosion vor allem bei Baumaterialien und Subunternehmen habe Hochtief zum Jahresbeginn die Notbremse gezogen. "Wir haben die Mindestanforderungen für Gewinn- und Risikozuschläge angehoben und geben dies an die Kunden weiter", sagte Lohr. Daneben sei man dazu übergegangen, sich 80 Prozent der Leistungen von Nachunternehmen bereits im Vorfeld zu sichern, um weiteren Kostensteigerungen vorzubeugen.

PPP-Projekte

Vor allem privat finanzierte öffentliche Bauvorhaben, so genannte PPP-Projekte, würden künftig zu einem wesentlichen Motor für das deutsche Baugeschäft werden, der jedoch noch nicht angesprungen sei. "Wir liegen bei den Verkehrsinfrastrukturprojekten bisher zwei Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Bisher wurde von zehn Projekten erst eins vergeben". Auch nach dem Stopp des Bieterverfahrens um den Anteil am Hamburger Hafen sieht das Unternehmen das Projekt noch nicht endgültig vom Tisch.

In derartige Vorhaben müsse das Unternehmen bereits im Zuge des Bewerbungsverfahrens siebenstellige Summen investieren. Im Verfahren um den Flughafen Budapest rechne man dagegen in Kürze mit dem endgültigen Zuschlag. Innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre wolle man rund 400 Mio. Euro in das Konzessionsgeschäft einschließlich der Flughäfen investieren. (APA/dpa)

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