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Alex Salmond vor einer Statue des schottischen Widerstandskämpfers William Wallace

Luftig national: Salmond bei einer Modenschau in New York
"Sag ihnen Schottland ist frei", brüllt Mel Gibson alias William Wallace jedem sein Mantra entgegen, der es nicht hören will. Das war Braveheart: Politik in Kilts, verfilzten Mähnen und blau-weißer Kriegsbemalung. Auch Alex Salmond trägt gerne Kilts, auf die Kriegsbemalung verzichtet er und sein Mantra ist subtiler: "Es ist Zeit". Wofür, wissen die Schotten, und die Engländer erst recht. Schottland soll unabhängig werden. Als Chef der Scottish National Party (SNP) spielt Salmond auf der patriotischen Klaviatur und das mit Erfolg. Nach jahrelanger Labour-Herrschaft in Edinburgh prognostizieren bisherige Umfragen der nationalistischen SNP einen Sieg bei den diesjährigen Parlamentswahlen am dritten Mai voraus. Damit könnte der nächste "First Minister" im schottischen Parlament "Holyrood" Alex Salmond heißen.
Labour Handicap: London
"Die Schotten fragen sich bei dieser Wahl: Welche Partei denkt "Scotland first" und nicht welche versucht dem Ärger mit Labour in London aus dem Weg zu gehen", sagt John Curtice, Politikwissenschafter an der Strathclyde University in Glasgow. Dabei ist nicht einmal die schottische Labour Party mit dem derzeitigen First Minister Jack McConnell das Problem, sondern vielmehr die Mutterpartei in London, die mit dem Irak-Krieg jegliche Sympathien verspielt hat. Dafür wird nun McConnell bezahlen und Salmond profitieren.
Referendum
Beim seinem Ruf nach Unabhängigkeit gibt sich der 53-Jährige pragmatisch. Bei einem Sieg, will die SNP erst am Ende ihrer vierjährigen Amtsperiode ein Referendum über die Unabhängigkeit durchführen. Damit gilt es etwaige Koalitionspartner und damit Königsmacher wie die Liberal Democrats zu gewinnen, die von lauten Unabhängigkeitsparolen wenig halten. Dabei können die Engländer am besten mit einem unabhängigen Schottland leben. Besser als die Schotten selbst. Das ergab eine Umfrage des ICM Research Institut für den englischen Sunday Telegraph. Demnach befürworten 59 Prozent aller Engländer Schottlands Unabhängigkeit, während sich 52 Prozent der Schotten dafür aussprechen. Das Ergebnis ist nicht überraschend. Schottland ist teuer für den britischen Steuerzahler. Mit fast 12 Prozent – bzw. elf Milliarden Pfund – beträgt das schottische Budgetdefizit dreimal soviel wie das von ganz Großbritannien. Damit zahlen die Briten den schottischen Wohlfahrtsstaat nach skandinavischem Vorbild. "Mich beunruhigt, dass die Nationalisten sagen: ‚Wir behalten unser schwedisches Modell des öffentlichen Diensts und kürzen aber gleichzeitig die Steuern.’ Die SNP übertreibt eindeutig", sagt der schottische Politikwissenschafter Arthur Midwinter, der die vergangenen fünf Jahre als Berater für die schottische Regierung in Budgetfragen gearbeitet hatte.
Ölreicher Norden
Auf Geldfragen hat die SNP vor allem eine Antwort: Öl aus der Nordsee. Ein unabhängiges Schottland kann über seine Öl-Einnahmen selbst bestimmen und muss vor allem nichts - wie bisher - an London abgeben. "Damit können wir zwar das Budgetloch verkleinern, aber keinesfalls stopfen. Es wäre von jedem Schotten sehr kurzsichtig Entscheidungen über die Zukunft auf Basis des Öls zu treffen" argumentiert Midwinter. Doch das ist Zukunftsmusik. Die guten Umfragewerte der SNP heißen noch lange nicht, dass die SNP automatisch in der Regierung sitzt. Darin sind sich die beiden Politikwissenschafter Curtice und Midwinter einig. Weniger gelassen ist man in London. Premier Tony Blair war in den vergangenen Wochen schon dreimal in Glasgow und zeigte sich bei seinem letzten Besuch demütig: "Die Leute können mir noch einen letzten Tritt auf dem Weg nach draußen geben. Aber ich werde bald weg sein, während die SNP vier Jahre regieren wird."
Kein Wallace-Revival
Dabei zeigt sich Salmond bisher diplomatisch. Er hat bereits angekündigt mit London zusammenarbeiten zu wollen, umso lieber wenn bald der schottische Finanzminister Gordon Brown in Downing Street 10 einziehen sollte. Auch von William Wallace hatten die Engländern in Braveheart mehr befürchtet, nämlich, dass er "sie mit Feuerbällen aus seinen Augen und Blitzen aus seinem Hintern" vernichten würde. Zumindest über derartige Wurfgeschoße braucht man sich bei Alex Salmond keine Sorgen machen. (Solmaz Khorsand/derStandard.at, 25.4.2007)
Nach monatelangem Streit besteht Einigkeit zwischen London und Edinburgh: 2014 werden die Schotten über ihre Unabhängigkeit abstimmen
Derzeit nur ein Drittel für Projekt der Schottischen Nationalpartei
Britisches Dreiparteienbündnis lanciert die Kampagne "Besser gemeinsam"
Bei Ja zur Abspaltung von Großbritannien bei der für 2014 geplanten Volksabstimmung
Cameron und Salmond unterzeichneten entsprechende Vereinbarung
Ministerpräsident Alex Salmond wirbt um Unterstützung für seine Unabhängigkeitspläne
Weitgehende Einigkeit über Wahltermin 2014
Der Streit über das schottische Unabhängigkeits-Referendum wurde bewusst vom Zaun gebrochen, meint der Autor Kenneth Roy
Streit um die geplante Volksabstimmung zur Unabhängigkeit - Regierung in London will mitbestimmen
Regionalregierung gab Zeitplan für Referendum bekannt
Regierungschef Alex Salmond, der der Scottish Nationalist Party angehört, will "echte " Unabhängigkeit statt Autonomierechten
300 Jahre nach der Vereinigung Englands und Schottlands liebäugeln die Schotten mit der Trennung - eine Reportage
Angus Robertson, der Wahlkampfleiter der Scottish National Party, kritisiert Warnungen: Schotten sollen eingeschüchtert werden
Jedenfalls nicht sofort.
http://www.economist.com/world/eur... id=9038540
in schottland und im speziellen bei sympathisanten der snp finden sich wesentlich mehr eu befuerworter als in england. ein unabhaengiges schottland wuerde sich sehr rasch weiter der eu annaehern und wahscheinlich sehr rasch den euro einfuehren. das wiederum wuerde die position der englaender in der eu schwaechen, was mir eigentlich ganz gut passt, weil mir die britische neoloberale vereinigungsbremse ziemlich auf den geist geht. und vielleicht zieht ja wales auch mal nach...
Klingt alles gut, Englands Machtposition abbauen, aber wenn Schottland in die EU kommt heißt es einen schottischen EU-Kommissar, schottische Euro-Münzen, schottische Abgeordnete im EU-Parlament, reinquetschen in die Ratspräsidentschaft usw. Ist das für beide Seiten die Mühe wert? Würden die Schotten mehr Geld von der EU oder von England bekommen?
Bitte welche Ueberseekolonien entgleiten denen gerade?
Und, was Schottland betrifft, handelt es sich nicht um eine Kolonie sondern um den anderen Teil des vereinten Koenigreichs - siehe: Act of Union, wo James VI von Schottland JamesI vom Vereinten Koenigreich wurde.
So, und jetzt frage man sich, wie bei Quebec, welcher ernstzunehmende Politiker es mit der Unabhaengigkeit wirklich todernst meint. Naemlich keiner. Wer den Act of Union versteht, kann den sehr gut nuetzen, ohne dabei unabhaengig werden zu wollen. Unabhaengigkeit koennten sich die Schotten gar nicht leisten.
Ergo: Salmonds Show ist eine politische Maskerade.
Der Union Act wurde von Schottland nur auf starken wirtschaftlichen Druck unterzeichnet: weil Schottland bankrott war. England hat Schottland quasi gekauft. Und das in mehr als einem Sinne, da auch erhebliche Bestechungen im Spiel waren.
Dies führte zur Annahme des Vertrages, allerdings nicht einmal mit 2/3-Mehrheit im Parlament und unter lautem Protest der Bevölkerung. Nicht umsonst musste das Kriegsrecht eingeführt werden, um größere Aufstände zu verhindern.
Dass Schottland freiwilliger Teil eines "United Kingdom" ist, ist also Quatsch. Das zeigt schon der Sitz der Hauptstadt: London, die auch schon vorher die englische Hauptstadt war.
Also, das ist schon eher arm, diese Antwort.
Hat jemand behauptet, dass Schottland freiwillig den Act of Union angenommen hat ? Ich sehe das nirgends.
Kriegsrecht? Gab es damals gar nicht.
Schottland zu dem Zeitpunkt bankrott? Ja. Immer schon gewesen. England war zu dem Zeitpunkt , wie immer, auch technisch bankrott?
Was ich sage ist, genau lesen, bevor man losschiesst. Auch wenn man den Act of Union liest, kann man gut erkennen, dass es genug Artikel hier gibt, die einem die Unabhaengigkeit ersparen wuerden.
Das weiss Alex Salmond.
Also, RobinBGH, die koennen sich nicht einmal die Abhaengigkeit leisten, geschweige denn ...
Und das mit der Unabhaengigkeit koennen Sie vielleicht im Kabarett Simpl glaubhaft machen aber sonst halt nirgendwo. Ich glaube , hier dreht es sich mehr um 'wishful thinking'. Aber das ist ja auch nicht schlecht. Politische Traeume kosten nichts, sind gratis.
AufWiki lese ich dazu:
"Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Schottland einen Index von 111,7 (EU-25:100) (2003)". Soviel zum Kabarett Simpl (-> im Übrigen geht mir Ihr Diskussionsstil auf den Geist...)
Damit ist Schottland genauso fähig, sich alleine zu behaupten wie Frankreich (111.4), Italien (107.9), Finnland (112.9), Schweden (115.9). Österreich hat auch nur 120.9. Spanien, Portugal und Griechenland dürften übrigens laut Ihnen dann schon lange nicht mehr selbständig existieren (97.4, 72.9 und 81.1)
Letztere Zahlen direkt von Eurostat. Der Index wurde übrigens speziell geschaffen, um Wirtschaftskraft zu vergleichen. Jetzt sind Sie wieder dran.
Und worauf genau stützen Sie dann bitte Ihre Auffassung, dass Schottland unfähig zur Unabhängigkeit ist? Haben Freunde Ihnen das erzählt oder kennen etwa sogar einen Schotten persönlich? Was immer es ist, es muss eine sehr, sehr wichtige Quelle sein, wenn Sie sie für relevanter halten als Eurostat (das offizielle statistische Amt der EU, aufgrund derer Zahlen die EU wichtige Entscheidungen fällt).
Oder sehen Sie einfach, dass Sie unrecht hatten, können das aber nicht eingestehen?
Jetzt werden Sie aetzend und das ist schade. Ich habe nur 25 Jahre (25, nicht 52, oder drei Viertel usw.) dort gelebt.
Was Sie hier so geschrieben haben, ist einfach fantastisch - Fantasie - und hat mit der Wirklichkeit sehr wenig zu tun.
Zu Ihrer eigenen , geistigen, Gesundheit moechte ich Ihnen raten, von Statistiken (ganz besonders von EU Statistiken) fern zu bleiben. Dort wird Eire noch als Entwicklungsland angefuehrt.
Ja ja, 25 Jahre in Schottland gelebt, klar! In dem von mir angefuehrten Index steht Irland bei 134.6. Sehen Sie, doch nicht so doof, die von der EU!
Nicht nur bruellen Sie hier uebrigens die ganze Zeit nur Ihre unbelegte Meinung heraus und sind anscheinend faktenresistent, nein Sie versuchen auch noch die Inhaltsleere durch Untergriffe verschoenern. Also bitte > falls Sie irgendeinen stichhaltigen Beleg ausser Ihrer eigenen Fantasie und Einschaetzung haben, heraus damit! Ansonsten ist mir das hier zu fad...
Wissen Sie, RobinBGH, wir koennen hier diskutieren, soviel wir wollen. Eines , aber, koennen Sie sich ganz sicher sein. Schottland wird in der voraussehbaren Zukunft ganz bestimmt nicht alleine auftanzen(wollen).
Die haben naemlich die Koenigin, diese oede alte Tante, wenns darauf ankommt noch viel lieber als die anderen Briten es tun. Und Sie koennen staunen, wieviele "Revolutionaere", Sozialisten und alles-establishment-kritische Unica noch viel bessere Monarchisten sind, als die etablierten "konservativen".
Alles andere sind wirklich nur Traeume. Gott sei Dank gratis.
Klar können wir diskutieren. Nur könnten Sie mir auch erklären, was Sie mit Ihrem "Viertel" meinen. Das wäre hilfreich, weil wir dann vor der selben Faktenlage diskutieren.
Bitte belegen Sie, dass Schottland mehr Royalisten hat. Alles andere ist wirklich nur überflüssiges Gerede. Leider Gottes gratis.
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