Klub-Bosse verschärfen Lizenz-Verfahren

5. Juli 2007, 16:00
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Insolvenz bedeutet künftig automatisch den Abstieg - Gewerkschafts-Vertreter soll mitreden - Sturm akzeptiert Punkte-Abzug

Altlengbach - Die Klubchefs der österreichischen Fußball-Bundesligisten haben am Dienstag auf einer Präsidentenkonferenz in Altlengbach Änderungen im Lizenzierungsverfahren beschlossen. Als Konsequenz zu den Vorkommnissen in der laufenden Saison wurden einige Verschärfungen eingeführt, die vorbehaltlich der Zustimmung in der Hauptversammlung (frühestens Ende Mai) ab der Vergabe der Spielgenehmigungen für 2008/09 wirksam werden.

Sollte künftig über einen Verein aus den höchsten beiden Ligen im Laufe der Meisterschaft ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, steigt dieser Klub am Ende der Saison automatisch um eine Spielklasse ab. Für den Fall, dass das Insolvenzverfahren nicht bis 15. März (Termin der Einbringung des Lizenzantrags für die kommende Saison) abgeschlossen ist, hat der Klub auch keine Möglichkeit, um eine Lizenz für das darauf folgende Spieljahr anzusuchen und scheidet somit aus der Bundesliga aus.

Umgelegt auf diese Saison würde dies bedeuten, dass Sturm 2007/08 in der Ersten Liga spielen würde und für den GAK kein Platz mehr in den beiden höchsten Ligen wäre.

Einstimmig

Nach den Angaben von Präsident Martin Pucher seien sämtliche Beschlüsse, die Lizenzierung betreffend, einstimmig gefallen. "Wir hoffen, dass diese Maßnahmen für die Zukunft Klarheit schaffen und sich positiv auf die Lizenzierung und die wirtschaftliche Entwicklung der Klubs auswirken werden. Klar bleibt jedoch, dass die ordentliche Geschäftsgebarung einzig und allein in der Verantwortung der Klubs und ihrer Präsidenten verbleibt", erklärte Pucher, nach dessen Angaben auch die Empfehlung des Ethikkomitees nach der Einstellung des Mimm-Verfahrens (schriftliche Bestätigungen über sämtliche Entlohnungsbestandteile als Auflage) ins Lizenzierungsverfahren aufgenommen wird.

Weiters lud die Bundesliga die Vereinigung der Fußballer (VdF) ein, in Zukunft einen Juristen oder Wirtschaftsfachmann als stimmberechtigtes Mitglied in den Senat 5 (Lizenzsenat) zu entsenden. "Das ist ein starkes Signal, dass es nur miteinander geht", betonte Pucher.

Kein Rekurs von Sturm

Grund zur Zufriedenheit hatte der Liga-Präsident nach einem Gespräch mit Hans Rinner, der versicherte, dass sein Klub gegen den Abzug von zehn Punkten keine weiteren Rechtsmittel mehr ergreifen werde. Dafür würde Rinner die Einsetzung einer Arbeitsgruppe begrüßen, die sich mit der Zusammensetzung der verschiedenen Liga-Senate beschäftigt.

Pasching-Präsident Franz Grad berichtete vom letzten Stand der Verhandlungen über einen Wechsel der Bundesliga-Lizenz nach Kärnten. "Diese Lösung hätte sicher einen gewissen Charme für den österreichischen Fußball. Aber das ist die Angelegenheit von Grad, wir werden seine Entscheidung akzeptieren und respektieren", versicherte Pucher. (APA)

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