Uni-Campus neben dem Grazer LKH

13. Juli 2007, 12:48
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Der neue Campus der Med-Uni Graz soll der modernste Österreichs werden und die Institute mit Human-Technology- Firmen vernetzen

Ende 2008 soll auf der größten Baustelle der Steiermark mit der Arbeit begonnen werden: Der neue, direkt an das LKH angeschlossene Campus der Grazer Med-Uni soll der modernste Österreichs werden und die Institute mit Human-Technology-Firmen vernetzen.

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Graz - Eines der größten Bauprojekte einer österreichischen Uni nähert sich relativ leise aber sicher seiner Realisierung: der Medizin-Campus, der die Universitätskliniken am Grazer LKH mit den nicht-klinischen Instituten organisatorisch und räumlich unter ein Dach - beziehungsweise unter mehrere, neue Dächer - bringen soll. Das Wissenschaftsministerium gab schon unter Elisabeth Gehrer für die Finanzierung grünes Licht - und dieses Licht brennt auch unter Johannes Hahn. Die Grazer Medizinische Universität besteht seit 2004, davor war die medizinische Fakultät Teil der Karl-Franzens-Uni (KFU). Konkrete Pläne, Forschung, Lehre und Organisation mit dem patientennahen Bereich zu verschmelzen, gebe es aber schon länger, so der Onkologe und Vizerektor für Strategie und Innovation, Hellmut Samonigg im Standard-Gespräch.

Weil eine Sanierung des Hochhauses, in dem seit den 70er-Jahren die Vorklinik nahe der KFU untergebracht war, dringend ansteht, kam vor zwei Jahren einiges ins Rollen.

Das Hochhaus muss im Zuge der Sanierung komplett geräumt werden. Diese Kosten stellte man jenen einer endgültigen Übersiedelung aller acht im Uni-Viertel verstreuten Institute in einen neuen Campus gegenüber. "Wenn man sich da alle Synergien, die künftig genutzt werden, anschaut, steigt man mit einem Neubau insgesamt gut aus", so Samonigg. Der Campus mit einem Bauvolumen von 165 Millionen Euro wird sich auf zwei Bereiche im und um das LKH-Areal aufteilen. Ein Gebäudekomplex, der "Bauteil Stiftingtalstraße" mit 27.000 Quadratmetern Geschoßfläche wird südwestlich des LKHs gebaut. Hier ziehen Forschungs- und Lehrflächen sowie Bibliothek und Rektorat ein.

Grün und durchlässig

In den "Bauteil Auenbruggerplatz", direkt auf dem Gelände des LKHs, werden als Zubau an die Pathologie 16.000 Quadratmeter für Institute des Zentrums für Theoretisch-Klinische Medizin geschaffen. Aber auch für Wirtschaftsimpulse durch medizinnahe Unternehmen und Spin offs soll neuer Raum entstehen. "Wir wollen den wachsenden Human Technology Cluster der Steiermark hierher ausweiten", betont Samonigg.

Die Idee eines offenen, kommunikativen Campus fand im Entwurf von Laura Spinnadel vom Wiener Büro BUS&BOA, die den städtebaulichen Wettbewerb gewann, eine Entsprechung: Raum für Cafés und Shops sowie die Durchlässigkeit der Gebäudeanordnung sollen einladend wirken. Samonigg freut sich besonders über den Dialog mit den Anrainern. Sie sollen durch ein ökologisches Grünraumkonzept und die Verlängerung der Straßenbahnlinie 7 "profitieren, nicht leiden". (Colette M. Schmidt/DER STANDARD Printausgabe, 25. April 2007)

  • Der städtebauliche Entwurf von Laura Spinnadel kommt der Idee eines einladenden, für jeden offenen Campus entgegen. Vizerektor Samonigg: "Das soll kein in sich abgeschottetes Viertel werden."
    foto: bus&boa

    Der städtebauliche Entwurf von Laura Spinnadel kommt der Idee eines einladenden, für jeden offenen Campus entgegen. Vizerektor Samonigg: "Das soll kein in sich abgeschottetes Viertel werden."

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