Gegen Lärm vorgehen

26. Juli 2007, 13:24
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Jeder dritte Österreicher leidet unter Lärmbelästigung - Umweltministerium will Schutz der Bevölkerung intensivieren

Wien - Autos, Flugzeuge, Eisenbahnen und Industriebetriebe zählen zu den häufigsten Lärmverursachern. Eine Mikrozensus-Untersuchung hat nun ergeben, dass jeder dritte Österreicher unter dem Lärm, den sie produzieren, leidet. Laut Umweltminister Josef Pröll soll den unliebsamen Geräuschkulissen nun der Kampf angesagt werden.

EU-Umgebungslärmrichtlinie

"Der schädliche Einfluss von Lärm auf Gesundheit und Lebensqualität ist erwiesen", so Pröll anlässlich des internationalen Tages gegen Lärm am 25. April. Das Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz sei in Arbeit und die Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie im Gange. Für Pröll beides wichtige Schritte, um die Lärmbelastung in Österreich einheitlich zu erfassen und für einen besseren Schutz der Bevölkerung zu sorgen.

Die Erfassung aller wesentlichen Lärmquellen sei "für die umfassende Information und den Schutz der Bevölkerung unabdingbar", betonte der Minister in einer Aussendung. Bei der Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie wollen Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den Ländern an einem Strang ziehen. (APA)

Sichwort Lärm

Die Lautstärke wird in der Akustik mit der Maßeinheit Dezibel gemessen. Bis 20 Dezibel kann der Mensch ungestört schlafen, so leise sind in etwa normale Atemgeräusche. Das Ticken eines Weckers oder Brummen eines Kühlschranks kann mit 30 Dezibel hingegen schon Ungemach verursachen.

In Wohnräumen herrschen zwischen 40 und 50 Dezibel, in Büros kann die Lautstärke 65 Dezibel erreichen. Bei Dauerschallpegeln von 65 Dezibel gilt Lärm bereits als gesundheitsschädlich. Die psychische Leistungsfähigkeit wird teilweise erheblich eingeschränkt.

Im Straßenverkehr setzten sich Menschen etwa 85 Dezibel Lärmbelastung aus, Presslufthämmer sind knapp über 100 Dezibel laut. Noch heftiger wird es mit etwa 110 Dezibel bei Rock- und Popkonzerten.

Ab etwa 115 Dezibel Lärmbelastung tritt schon nach kurzer Zeit eine Gehörschädigung ein. Beim Start von Düsenmaschinen werden in 100 Metern Entfernung noch 130 Dezibel gemessen, nur 25 Meter von einem Düsentriebwerk entfernt wirken 140 Dezibel auf das Gehör ein - das ist die Schmerzgrenze. (APA/dpa/Quelle: "Brockhaus Naturwissenschaft und Technik")
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