Präsidentenwahl

27. Juli 2007, 18:49
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Mandat von Amtsinhaber Ahmet Necdet Sezer läuft am 16. Mai aus

Ankara - Die Türkei ist eine parlamentarische Republik, die exekutive Macht liegt weitgehend in Händen der Regierung. Der Staatspräsident kann sein Veto gegen ein Gesetz und in einem zweiten Schritt Einspruch dagegen vor dem Verfassungsgericht einlegen. Er ernennt Universitätsdirektoren sowie ranghohe Richter und besetzt weitere Schlüsselpositionen der türkischen Gesellschaft.

Oberbefehlshaber der Streitkräfte

Zudem ist er Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Militär, die Universitäten und die Gerichte sind traditionell die Hüter des von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk festgeschriebenen Säkularismus. Das Amt des Präsidenten hat in diesem Zusammenhang große Symbolkraft, weil er als Erbe Atatürks gilt.

Deshalb war eine Kandidatur des islamisch geprägten Erdogan auch so umstritten. Die Kemalisten befürchten, ein Präsident aus den Reihen der AKP könnte die strikte Trennung von Staat und Religion aufweichen. Die AKP ist aus der islamistischen Bewegung in der Türkei hervorgegangenen. Ihre Vorgängerparteien waren verboten worden. Erdogan tritt in der Öffentlichkeit stets weltgewandt auf, zudem hat er wie kaum ein anderer Regierungschef vor ihm zahlreiche Reformen durchgesetzt, um sein Land auf die EU-Beitrittsverhandlungen vorzubereiten. Dem entgegen steht, dass seine Frau in der Öffentlichkeit stets ein Kopftuch trägt, ein Symbol der strengen Islam-Auslegung. (APA/Reuters)

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