Haider streicht Studiobühne die Subvention

30. Juli 2000, 20:46

Künstlerischer Leiter spricht von "Zensur"

Villach - Das Land Kärnten hat der Studiobühne Villach die Subventionen für 2000 zur Gänze gestrichen. In einem Schreiben vom 26. Juli teilt die Kulturabteilung des Landes im Namen von Kulturreferent Jörg Haider mit Hinweis auf die Budgetsanierung mit, "dass es uns nicht möglich ist, Ihrem Ansuchen um finanzielle Unterstützung zu entsprechen". Für die seit Jahren von Schulden geplagte Bühne, deren neuer Vorstand das finanzielle Chaos zu bereinigen versuchte, könnte dies das endgültige Aus bedeuten.

Völlig unverständlich ist Obfrau Ulrike Mandl, "dass uns das Land über eine mögliche Streichung völlig im Unklaren gelassen hat". Gesprächstermine bei FP-Landeshauptmann Haider seien ständig abgeblockt worden, vorgedrungen sei man lediglich bis zu dessen Kulturberater Andreas Mölzer.

Der neue künstlerische Leiter Maximilian Achatz spricht von "Zensur". Denn für die kommende Saison waren u. a. Elfriede Jelineks Lebe wohl und Peter Turrinis Alpenglühen vorgesehen. Achatz: "Eine 30-jährige Institution wird durch Haider vernichtet!"

"Die Liste der mit Subventionsentzug bestraften Künstler wird immer länger", stellt SP-Kultursprecherin Nicole Cernic fest und verweist auf das Unikum, das Tanztheater Ikarus, das Kärntner AutorenTheater sowie auf die Künstlerin Meina Schellander, der man den Auftrag für eine Installation entzog. (stein)

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