Bank Austria: WestLB bleibt Risikofaktor

30. Juli 2000, 19:51

Verkauft sie ihre Anteile an die AVZ?

Wien - Ob die Bank Austria auf ihrer Hauptversammlung im September die notwendige Mehrheit für den Zusammenschluss mit der HypoVereinsbank erhält - sie braucht 75 Prozent der anwesenden Stimmrechte -, hängt vor allem vom Verhalten der Westdeutschen Landesbank ab. Der bisherige deutsche Partner der BA hat immer noch nicht gesagt, was er mit seinem 7,9-Prozent-Anteil zu tun gedenkt. Wenn die WestLB gegen den Deal stimmt, fehlen bei einer Anwesenheitsquote von 60 Prozent nur noch etwa sieben Prozent, um die Sache zu Fall zu bringen, schreibt das profil. Und so viele Gegenstimmen wären möglich, wenn die Meinung um sich greift, dass der 1:1-Aktientausch die BA unterbewertet.

Doch Beobachter vermuten, dass WestLB-Chef Friedel Neuber seine Zustimmung schmackhaft gemacht wird. So gibt es Spekulationen, dass die Düsseldorfer ihre Anteile an die Anteilsverwaltung Zentralsparkasse (AVZ) abtreten werden. Das würde dann auch die Erklärung liefern, wie die AVZ zu einem zukünftigen Anteil von sieben Prozent an der HVB kommt, obwohl sie durchgerechnet nur etwas über fünf Prozent haben sollte.

Diese Frage ist weiterhin unbeantwortet: Das Format schreibt von einem Deal mit einem deutschen Aktionär, der der AVZ zu den sieben Prozent und damit zur Stellung als zweitgrößter Aktionär der HVB verhelfen soll; das deutet wiederum auf die WestLB, weil alle HVB-Aktionäre ihre Anteile behalten. Aber auch eine Syndizierung der AVZ mit der Wiener Städtischen und Wüstenrot ist eine Variante. Möglich ist auch, dass die sieben Prozent für die AVZ erst ein Ziel sind, wobei es gar nicht feststeht, wie dieses erreicht werden soll.

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