Komfort ist nicht genug

24. April 2007, 17:00
19 Postings

Abstandsregler oder Einparkautomat gehen weit über den geläufigen Komfort-Begriff hinaus: Teil 3 der Serie zur Zukunft des Autos

Was man bisher als Spaß am Autofahren verstand, im Wesentlichen die Freude an der Bewegung, wird durch die rasant zunehmende Dichte des Verkehrs immer weniger Bedeutung haben.

Fahren als fast alleinige Unterhaltung auf dem Weg von A nach B ist ein Auslaufmodell. Komfort im künftigen Sinn könnte man also als Erleichterung im Umgang mit dem Automobil beschreiben.

Assistenzsysteme

Und hier ist schon vieles angedacht, und einiges erhältlich, zumindest gegen Aufpreis. Man nennt es Assistenzsysteme, und sie reichen zum Teil auch in die Sicherheit hinein, alleine, um die sinkende Aufmerksamkeit im öder werdenden Verkehrsfluss wieder zu kompensieren (Spurwechsel-Warnung, Abstands-Tempomat) oder in der Dichte der Automobile das Einparken zu erleichtern (automatische Einparkhilfe).

Das geht so weit, dass man das immer breiter gewordene Auto auch per Schlüssel-Fernbedienung alleine in die enge Garage bugsieren kann, weil man sonst nicht mehr aussteigen kann. Es liegt in höchstem Interesse der Autoindustrie, uns immer neue Bequemlichkeiten anzubieten. Schon jetzt kann man problemlos ein Auto der Oberklasse mit Komfort-Features aufrüsten, da kommt schnell noch einmal der Preis eines ganzen VW Golf dazu.

Gesetzliche Grenzen

Der Phantasie der Autohersteller sind allerdings gesetzliche Grenzen gesetzt. So wäre es technisch bereits möglich, ein Auto hinter dem vorderen sogar vollautomatisch herfahren zu lassen, also nicht nur Gasgeben und leichtes Bremsen dem Tempomat (Abstandstempomat) zu überlassen, sondern auch zu lenken.

Schneller als erlaubt

Doch alles muss immer unter voller Verantwortung des Fahrers geschehen, und wenn man derweil Zeitung lesen könnte, wäre das nicht mehr der Fall. Schon die erhältlichen Nachtsichtgeräte sind eine bedenkliche Entwicklung. Man kann in der Nacht tatsächlich Hindernisse früher sehen. Man kann damit aber auch noch schneller fahren. (Rudolf Skarics, derStandard.at, 24.4.2007)

Der vierte Teil der Serie befasst sich mit den Zukunftsperspektiven unterschiedlicher Antriebstechniken.

  • Bei BMW in der Entwicklung: Road Preview. Der Fahrassistent informiert über den Verlauf der Strecke.
    foto: werk

    Bei BMW in der Entwicklung: Road Preview. Der Fahrassistent informiert über den Verlauf der Strecke.

  • Auch sehr praktisch: Einparken in die Garage per Knopfdruck.
    foto: werk

    Auch sehr praktisch: Einparken in die Garage per Knopfdruck.

  • Night Vision von Mercedes: Zwei Infrarot-Scheinwerfer beleuchten (unsichtbar) die Umgebung.
    foto: werk

    Night Vision von Mercedes: Zwei Infrarot-Scheinwerfer beleuchten (unsichtbar) die Umgebung.

Share if you care.