Paszek-Coach zieht Zwischenbilanz

4. Juli 2007, 13:09
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Larri Passos vorerst zufrieden - Vorarlbergerin nach 14 Monaten Zusammenarbeit konditionell stark verbessert

Dornbirn - Larri Passos, seit 14 Monaten Trainer von Österreichs großem Tennis-Talent Tamira Paszek, hat am Samstag, wenige Stunden vor dem Fed Cup Österreich-Australien, in Dornbirn eine Zwischenbilanz gezogen. Der Brasilianer, der auch nach wie vor den dreifachen French-Open-Sieger Gustavo Kuerten trainiert, konzentriert sich vor allem auf den körperlichen Aufbau der Vorarlbergerin und ist vorerst zufrieden. Immerhin hat Paszek den Fettwert von 22,42 auf zuletzt 16,62 Prozent gesenkt.

"Vergesst das Ranking und all diese Dinge", meinte Passos in der Skybar des "Four Points by Sheraton"-Hotels, wo sich auch das Team der Red Bulls Salzburg auf das abendliche Bundesliga-Match gegen Altach vorbereitete. Viel wichtiger ist dem leidenschaftlichen Trainer der Fortschritt in den körperlichen Werten Tamiras. Dies sollte allerdings keineswegs als Antwort auf einige kritische Medienberichte in Österreich verstanden werden, sondern einfach als eine Zwischenbilanz.

Sein "schlaues Buch", das er immer mit sich führt, beinhaltet auch Bilder von seiner Familie, seiner Frau Clara und seiner zweieinhalb Jahre alten Tochter Bettina, die er stolz präsentierte. "Sie sind meine Inspiration", meinte der 49-Jährige, ehe er zu den Facts kam. Als er Tamira Paszek im Februar 2006 übernommen hat, meinte er zu sich: "Ich werde ein paar Probleme haben, das wird einige Arbeit werden."

Mit 4,1 Liter Lungenvolumen und einem Körperfettanteil von 22,42 Prozent war Paszek, so Passos, noch nicht fit für die WTA-Tour. Seiner Ansicht nach müsse man 5,2 l Volumen haben - mittlerweile hat sie dieses Ziel mit 5,1 l fast erreicht. "Und der Prozentfettwert ist jetzt auf 16,62 Prozent gesunken. Tamira hat allein in diesem Jahr 4 Kilogramm an Fett verloren", erklärte Passos.

Noch ist er nicht ganz zufrieden. Doch jetzt sei Paszek bereit, auch lange Grand-Slam-Matches zu spielen. "Und sie wird heuer alle Majors spielen. Das ist eine gute Erfahrung, denn bei Grand Slams ist alles anders, auch die Vorbereitung", sagte der Südamerikaner. Dreimal im Jahr will er Paszek künftig in sein Trainingscamp nach Camboriu (in der Nähe von Kuertens Heimat Florianopolis) holen, nach dem Fed Cup wird er sie auf jeden Fall zu den Turnieren in Warschau und Berlin begleiten. Ob er die gesamte Tour bis inklusive die French Open mit ihr macht, hängt auch von der Entwicklung von Kuerten ab, der derzeit im Camp von Passos trainiert.

"Er ist noch nicht bereit für die Tour. Er hält eineinhalb bis zwei Stunden durch, aber dann...", berichtete Passos vom Zustand Kuertens. Das Problem des früheren Topstars liegt vor allem im rechten Bein, das noch gestärkt werden muss.

Dass Passos sehr mit dem Herz bei der Sache ist, beweist auch, dass er im Vorjahr ein Angebot vom Supertalent Novak Djokovic ausgeschlagen hat. Mit dem Hinweis auf die Zusammenarbeit mit Paszek lehnte Passos ab. Djokovic ist mittlerweile Top Ten der Welt.

In technischer Hinsicht hat er am meisten an Paszeks Aufschlag, vor allem am Kick-Service, gearbeitet. In kleinen Schritten hat er auch an Vor- und Rückhand Veränderungen vorgenommen.

Tamira Paszek selbst ist mit der Steigerung ihrer Fitness sehr zufrieden. Die Medienberichte, die von "Babyspeck" gesprochen hatten, haben sie nicht berührt. "Ich lass es abschmettern. Wenn ich mir das zu Herzen nehmen würde, hätte ich schon lang zum Tennisspielen aufgehört. Jeder hat seine eigene Meinung, mich stört's überhaupt nicht. Ich fühl mich fit und bin bereit, drei Stunden auf dem Platz zu stehen, also kann irgendetwas mit den Aussagen nicht stimmen."

Ob Kritik in dieser Form auch anspornend wirken könne, verneinte sie eher. "Ich gehe meinen Weg, konzentriere mich auf mein Spiel und nicht darauf, was in der Zeitung steht, oder was Leute über mich sagen." (APA)

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    Larri Passos

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