Nicht sitzen bleiben

22. April 2007, 17:00
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Zu langes Sitzen ist ungesund. Durch dynamische Arbeitsplatzgestaltung soll mehr Bewegung in den Büroalltag kommen

Gut zwanzig Prozent der Beschäftigten in Österreich verrichten ihre Arbeit in einem Büro vorwiegend sitzend und meistens vor einem Computer. Bereits in den 60er Jahren wurde von Medizinern auf die daraus resultierenden körperlichen Beschwerden hingewiesen. Der menschliche Körper ist nicht fürs Sitzen gemacht.

Dessen ungeachtet wird schon früh mit der Erziehung zum Sitzen begonnen. Bereits in der Volksschule lernen Kinder die richtige Sitzhaltung einzunehmen und ruhig zu bleiben. Und was in der ersten Klasse gelernt wird, können viele dann den Großteil ihres Lebens auch praktizieren.

In Reichweite

Mit dem Aufstieg der modernen Industrieverwaltung, der Ausweitung der Staatstätigkeit und dem einsetzenden Wachstum des Dienstleistungssektors zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gewann auch das Büro als Arbeitsplatz immer mehr an Bedeutung. In den sechziger Jahren setzte sich, vorwiegend aus Rationalisierungsgründen, der Trend durch, den Arbeitsplatz mit vielen Ablageflächen und Stauraum auszustatten, damit keine Zeit durch Aufstehen um Unterlagen zu besorgen verloren wird.

Durch die Einführung der Computerarbeit wurde diese Rationalisierungsmassnahme perfektioniert. Heute sind beinahe alle arbeitsrelevanten Informationen über den Computer abrufbar und Aufstehen beinahe überflüssig. Der Büroalltag ist durch lang andauerndes Sitzen gekennzeichnet.

Mehr Bewegung

Dieser Bewegungsmangel ist die Hauptursache für Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates. Um diesen Mangel zu beheben, sollte bei der Gestaltung von Büros auf die Integration einer Steh-Sitz-Dynamik wert gelegt werden.

Arbeitsplätze und –abläufe werden so gestaltet, dass ein regelmäßiger Wechsel zwischen Stehen und Sitzen ermöglicht wird. Dabei sollte zwei bis vier Mal die Haltung pro Stunde gewechselt werden und die einzelnen Stehphasen nicht länger als zwanzig Minuten dauern. Statisches Stehen sollte vermieden werden. Eine Umfrage des Instituts für Bürodynamik und Ergonomie ergab, dass sich dadurch die gesundheitlichen Beschwerden verringert und die Ausfallszeiten reduziert werden können.

Wechselhaltung

Bei der Forderung nach mehr Bewegung an Büroarbeitsplätzen geht das Konzept der Wechselhaltung einen weiteren progressiven Schritt. Herkömmliche Sitzarbeitsplätze sollen so gestaltet werden, dass der Wechsel zwischen unterschiedlichen Köperhaltungen möglischst einfach und ohne den Arbeitsplatz zu verlassen, ermöglicht wird.

Nicht durch zusätzliche Stehpulte sondern mittels Höhen verstellbarer Tische, Sessel und Fußstützen soll zwischen den Arbeitshaltungen Stehen, Stehsitz, Halbsitz und Erholungssitz möglichst oft gewechselt werden, um so für jeden Arbeitsschritt die richtige Position einzunehmen.(ost)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Für die Bewegung nicht den Rollsessel verwenden.

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