Reformtagebuch: Gute, hässliche Betty

22. Juni 2007, 14:36
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Plötzlich mag man wieder lachen im ORF-Programm - "Alles Betty" hätte absolutes Primetime-Potenzial ...

Schon bemerkt? Seit der Programmreform herrscht im ORF permanenter Lachzwang. Egal, was im Unterhaltungsfernsehen passiert, es muss lustig sein: Eigenproduktionen wie "Mitten im Achten", "Gernots Club", "Die liebe Familie NG", "Vier Frauen und ein Todesfall" beweisen, dass österreichischer Humor in einer eigenen Liga spielt.

Wenn man an dieser televisionären Zupfgeigenhanselgemeinde verzweifeln und trotzdem nicht zum Lachen in den Keller gehen will, hält man sich am besten an US-Ware. "Alles Betty" folgt der kolumbianischen Telenovela "Yo soy Betty, la fea". Sat.1 landete damit einen großen Erfolg. Ein von der Gesellschaft zum hässlichen kleinen Entlein erklärtes Mädchen beweist in einem intriganten Umfeld (Mode!) wahre, weil innere Schönheit. Die alte Geschichte.

Mit Hochglanz, Ironie und schwungvollen Dialogen wurde sie ins Heute transferiert. Es funktioniert, und plötzlich mag man wieder lachen im ORF-Programm. "Alles Betty" hätte absolutes Primetime-Potenzial, Samstagnachmittag um 17.40 Uhr ist jedenfalls verschenkt. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.4.2007)

  • Sehr gelungenes "hässliches Entlein": America Ferrera in "Alles Betty", Samstag, ORF 1.
    foto:orf/john clifford.

    Sehr gelungenes "hässliches Entlein": America Ferrera in "Alles Betty", Samstag, ORF 1.

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