Cisco stellt sich breiter auf - Stärkerer Fokus auf Endbenutzer

30. April 2007, 08:15
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Starke Zuwächse bei "unified communications" erwartet

Der US-Netzwerkausrüster Cisco will in Hinkunft abseits seines Kerngeschäfts (Routing & Switches) verstärkt Endnutzer ansprechen. Momentan würden traditionelle Produkte noch zu 70,4 Prozent dominieren, während "advanced technologies" 26 Prozent des Geschäfts ausmachen. Für die Zukunft erwartet Carlo Wolf, General Manager Cisco Austria und Managing Director Alpine Region, im Bereich "unified communications" allerdings Wachstumsraten von 40 Prozent im europäischen Raum, wie er im Gespräch mit APA erläuterte.

"Nicht nur im Schaltschrank und präsenter beim Endnutzer"

"Nicht nur im Schaltschrank und präsenter beim Endnutzer" heißt die neue Ausrichtung. Als ein erster Schritt dazu hat die Österreich-Tochter des US-Unternehmens gestern, Donnerstagabend, seine Vision für ein "human network" vor Journalisten in Wien vorgestellt. Im Mittelpunkt steht für Wolf die Schaffung von Erlebnissen, um die Aktivitäten stärker von der "Technologieaffektivität zum Kundennutzen" zu verlagern.

Rand

Sei das Unternehmen in der Vergangenheit meist mit "Netzwerken" in Verbindung gebracht worden, so setze man im Zuge einer starken Akquisitionspolitik (Übernahme von bisher 120 Unternehmen) auf Kommunikation für die breite Masse ("mass collaboration"). Um dies zu erreichen, verfüge Cisco über einen "starken vertikalen Fokus", um möglichst großen Nutzen in bestimmten (Rand-)Märkten zu erzielen, so Wolf weiter.

"TelePresence"/B>

Die neue Ausrichtung auf Endkunden zeige schon erste Früchte. Mit "TelePresence", das Wolf nicht als Videokonferenzsystem verstanden wissen will, wurde ein neuer Weg bei der Abhaltung virtueller Meetings begangen. Hier seien (fast) alle Komponenten - auch FlatScreens, Mikrofone, etc. - von Cisco selbst entwickelt worden. Eine weitere jüngere Innovation ist "IPICS", wo die Zusammenführung von verschiedenen Funktechnologien vor allem für Einsatzorganisationen von Interesse sein könnte.

Keine Zahlen

"Innovation ist für uns wichtig", so Wolf weiter. Allein 4 Mrd. Dollar (2,94 Mrd. Euro) pro Jahr investiere Cisco in Forschung und Entwicklung (F&E), wobei in Europa Know-how vor allem in Irland, Italien und Israel geschaffen werde. Cisco hat im zweiten Geschäftsquartal bei einem Umsatz von 8,4 Mrd. Dollar einen Gewinn von 1,9 Mrd. Dollar (1,47 Mrd. Euro) erzielt - für Österreich werden keine Zahlen genannt. Für das dritte Quartal rechnet Finanzchef Dennis Powell mit einem Umsatz von 8,7 bis 8,8 Mrd. Dollar, für das vierte Quartal erwartet er 9 bis 9,3 Mrd. Dollar.(APA)

  • Cisco-Österreich Chef Carlo Wolf

    Cisco-Österreich Chef Carlo Wolf

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