Kdolsky, Pröll, Buchmann, Zanon werden Molterer-Stellvertreter

11. September 2007, 17:11
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Molterer präsentiert neues Führungsteam der ÖVP: "Richtige Mischung" - Am Samstag Wahl durch Parteivorstand

ÖVP-Bundesparteiobmann Wilhelm Molterer hat heute sein neues Führungsteam präsentiert. Dem ÖVP-Bundesparteivorstand werden morgen folgende vier Bundesparteiobmann-StellvertreterInnen vorgeschlagen: Gesundheits-, Familien- und Jugendministerin Andrea Kdolsky (ÖAAB), die Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Elisabeth Zanon (ÖAAB), Umwelt- und Landwirtschaftsminister Josef Pröll (Bauernbund) und der steirische Finanzlandesrat Christian Buchmann (Wirtschaftsbund).

Das Quartett soll beim Parteivorstand unmittelbar vor Beginn des morgigen Parteitags in Salzburg designiert werden. Bisher übten die Funktionen der Obmannstellvertreter Molterer selbst, die frühere Bildungsministerin Elisabeth Gehrer sowie Zanon aus, die als einzige in ihrem bisherigen Amt bleibt.

"Volkspartei bedeutet Vielfalt"

Der designierte ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer hat seine künftigen Stellvertreter Freitagvormittag in einer Pressekonferenz als "richtige Mischung" angepriesen: "Volkspartei bedeutet Vielfalt." Und die von ihm persönlich Auserwählten würden "die Tiefe und Breite der Volkspartei in besonderer Art und Weise repräsentieren".

Dass bei der Auswahl Länder- bzw. Bündeinteressen eine Rolle gespielt hätten, bestritt der künftige VP-Chef, wiewohl alle Bünde vertreten sind und Vertreter aus allen Himmelsrichtungen zum Zug gekommen sind: "Das Kasterldenken hat vielleicht einmal gestimmt. Für mich gilt das nicht mehr." Freilich hätte es nach Ansicht Molterers auch viele andere Möglichkeiten gegeben. Manchmal denke er sich, warum es nicht 1.000 Stellvertreter gebe, so viele kompetente Persönlichkeiten habe die ÖVP vorzuweisen. Dass er Christian Buchmann ausgewählt habe, um die rebellischen Steirer zu beruhigen, kostete Molterer ein Lächeln: "Da kennen Sie mich nicht."

Mut zur Diskussion

Den Leiter der ÖVP-Perspektivengruppe, Landwirtschaftsminister Josef Pröll, bezeichnete der VP-Chef als Zeichen für die Zukunftsfähigkeit der Partei. Dieser stehe für den Mut zur Diskussion in der Volkspartei, rühmte Molterer seinen ehemaligen Kabinettchef, der zumindest medial schon den Titel des Kronprinzen verliehen bekommen hat.

Ein wenig überraschend kam die Kür von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky, da sie ob ihrer liberalen Ansichten in konservativen Parteikreisen auf einigen Widerstand gestoßen war. Molterer focht dies nicht an. Er würdigte die Ministerin als Persönlichkeit, die viele Themen anspreche, für viel Bewegung sorge und zeige, wie wichtig auch Gefühl für die Menschen sei.

Trendsetterin

Elisabeth Zanon, die schon Wolfgang Schüssel durch seine zwölfjährige Obmannschaft als Stellvertreterin begleitet hatte, wurde von Molterer quasi als Trendsetterin geschildert. Die Tiroler Landesrätin sei als "erfahrene, erfolgreiche Frau" der lebendige Beweis dafür, wie wichtig Frauen in der Politik seien. Komplettiert wird das Team Molterer vom weithin unbekannten steirischen Landesrat Christian Buchmann, bei dem der künftige Parteichef vor allem seine Professionalität im Bereich Wirtschaft hervorstrich.

Der steirische Landesrat selbst warb für sich mit dem Argument, einer zu sein, der anpacken könne und auf Innovation setze. Pröll sah sich als Leiter der Perspektivengruppe auf neuen Wegen, die aber das konservative Grundkonstrukt nicht verlassen würden. Kdolsky betonte die "Freundschaft" im Team und den Spaß an der Arbeit für Österreich. Zanon hob hervor, dass sie im Team für den Föderalismus stehe.

Angesprochen darauf, dass die Stellvertreter in der Vergangenheit in der ÖVP nicht viel zu sagen gehabt hätten, reagierte Molterer gelassen. Man brauche sich nur die vier Persönlichkeiten ansehen, um zu wissen, dass dies sicher nicht der Fall sein werde. (APA)

  • ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer, Bildmitte, präsentiert seine vier Stellvertreter. Von links: Christian Buchmann, Landesrat Steiermark; Elisabeth Zanon, Landeshauptmann-Stellvertreterin Tirol; Obmann Wilhelm Molterer; Andrea Kdolsky, Gesundheitsministerin; Josef Pröll, Umweltminister.

    ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer, Bildmitte, präsentiert seine vier Stellvertreter. Von links: Christian Buchmann, Landesrat Steiermark; Elisabeth Zanon, Landeshauptmann-Stellvertreterin Tirol; Obmann Wilhelm Molterer; Andrea Kdolsky, Gesundheitsministerin; Josef Pröll, Umweltminister.

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