GNOME wird zur Plattform für mobile Geräte

11. Juni 2007, 14:55
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Breite Unterstützung durch die Industrie - GNOME Mobile & Embedded Initiative als zweites Standbein des Desktop-Projekts

Bereits auf der letzten GNOME-EntwicklerInnenkonferenz wurde über einen solchen Schritt diskutiert, nun scheint man aber alle Unternehmen hinter dem Projekt versammelt. Mit breiter Unterstützung aus der Industrie wurde nun die GNOME Mobile & Embedded Initiative (GMAE) ins Leben gerufen.

Plattform

Basierend auf einigen Kernkomponenten des Unix-Desktops soll so eine gemeinsame Plattform für mobile Geräte geschaffen werden, die eine Art zweites Standbein des Projekts darstellen soll. Der jetzigen Ankündigung vorausgegangen war eine deutliche Zunahme des Interesse an GNOME-Technologien für den mobilen Bereich. So setzt etwa Nokia für sein N800 auf die GTK/GNOME-basierte Plattform Maemo, auch Intel hat gerade erst ein ähnliches Internet Tablet angekündigt.

Zusammenarbeit

Mit der GMAE sollen nun die Einzelbestrebungen näher aneinander gebracht werden, auch will man gemeinsame Investitionen in GTK/GNOME-Plattform koordinieren. Zusätzlich soll das Zusammenspiel zwischen dem eigentlichen GNOME-Desktop und der GMAE verbessert werden.

Aufbau

Zu den Kernkomponenten der GMAE gehören neben GTK - samt der Font-Library Pango und der 2D-Grafikbibliothek Cairo - auch das Multimedia-Backend GStreamer und der Evolution Data Server für Mail- und Kalenderaufgaben. Ebenso mit dabei sind das Telepathy-Framework für Instant Messaging und Präsenz-Information sowie die Bluetooth-Technologie BlueZ und Avahi zur automatischen Service-Erkennung über das Netzwerk. Als Window Manager setzt man auf die schmale Lösung Matchbox anstatt auf den sonst bei GNOME zum Einsatz kommenden Metacity.

Sprachen

Zu den offiziell für die GMAE unterstützen Entwicklungssprachen gehören C, C++ und Python. Für die Zukunft denkt man auch über die Aufnahme der "Java Mobile & Embedded platform" (Java ME) in diese List auf. Auch einige andere Technologien werden derzeit in Hinblick auf eine Aufnahme diskutiert, etwa der Hardware Abstraction Layer (HAL) oder das Mail-Framework Tinymail.

Support

Unterstützt wird das Unterfangen unter anderem von Unternehmen wie Intel, Nokia, Canonical und Red Hat auch von One Laptop per Child-Projekt. Entsprechend gehört der 100-Dollar-Laptop - neben dem Nokia N800 oder dem OpenMoko Smartphone Neo1973 - zu den ersten Geräten, die von der GMAE profitieren sollen. (apo)

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