Windows und Office für drei Dollar

23. Juli 2007, 13:05
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"Das ist kein Akt der Nächstenliebe, das ist Geschäft" - Software-Konzern startet "Microsoft Unlimited Potential"-Initiative

Der Softwarekonzern Microsoft hat angekündigt, dass im Rahmen seiner Initiative "Unlimited Potential" in Schwellenländern 90 neue lokale Innovationszentren entstehen sollen, sowie ein Softwarepaket für SchülerInnen in Entwicklungsländern aufgelegt wird, das Betriebssystem, Office-Suite und Lernsoftware beinhaltet und für drei Dollar zu erwerben sein soll.

Eine Milliarde mehr AnwenderInnen

Der US-Softwareriese will dadurch die Zahl der Computernutzer weltweit bis 2015 um eine Milliarde erhöhen. Dazu kündigte Chairman Bill Gates am Donnerstag in Peking an, die Preise von PC-Programmen für Regierungen in solchen Entwicklungsländern zu senken, die Schulkindern kostenlos Computer zur Verfügung stellen.

Neue Software-Suite

Die neue Software-Suite für die SchülerInnen soll bereits ab dem zweiten Quartal 2007 verfügbar sein und Regierungen angeboten werden, die zugleich PCs kaufen und diese den SchülerInnen zur Verfügung stellen. So will Microsoft dem Mangel an Technik in den Entwicklungsländern entgegentreten und den Menschen die Chance zu geben, mit Computer zu arbeiten und entsprechende Fähigkeiten zu entwickeln. Die "Microsoft Student Innovation Suite" besteht aus der Windows XP Starter Edition, Office Home und Student 2007 sowie Microsoft Math 3.0, Learning Essentials 2.0 für Microsoft Office und Windows Live Mail.

Preis- und Stromfrage

Keine näheren Angaben werden dazu gemacht, wie teuer entsprechende Rechner sein werden beziehungsweise welche Spezifikationen diese aufweisen müssen. Auch das Hauptproblem der Stromversorgung in diesen Gebieten muss erst noch geklärt werden.

Innovationszentren

Microsoft will in den nächsten zwei Jahren rund 90 neue Innovationszentren eröffnen. Insgesamt wären es dann laut Angaben von Microsoft rund 200 Zentren in 85 Ländern. In diesen Innovationszentren soll auch die Zusammenarbeit mit den lokale Sofware-Anbietern unterstützt werden.

"Geschäft, nicht Nächstenliebe"

"Das ist kein Akt der Nächstenliebe, das ist Geschäft", sagte Microsoft-Manager Orlando Ayala in einem Interview im Vorfeld der Ankündigung. Der Softwaregigant sieht sich vor allem in Entwicklungsländer mit weit verbreiteten Raubkopien zu Spottpreisen konfrontiert. Das Unternehmen versucht bereits in Brasilien, dem Problem mit Prepaid-Angeboten zu begegnen. Dabei können PC-Anwender über eine im Voraus bezahlte Wertkarte für einen geringen Betrag Microsoft-Programme eine begrenzte Zeit lang nutzen. Für eine Verlängerung der Nutzungsdauer werden ähnlich wie bei Prepaid-Handys erneut Gebühren fällig.(Reuters/red)

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    So stellt sich die Microsoft-Homepage die Käufer des Angebotes vor

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