Reform macht ORF Mediaplanern zu teuer: Besorgnis über "Mitten im Achten"

13. Juni 2007, 11:31
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Das Kernstück der ORF-Programmreform ist auch zentraler Kritikpunkt in einem STANDARD-Rundruf unter den größten Mediaagenturen

Wien - Vielleicht weckt ja die Erregung über eine Selbstgedrehte in "Mitten im Achten" noch Publikumsinteresse, die einem Joint ähnelte. Montag schrumpfte das Publikum weiter auf 146.000. Zum Start vor einer Woche schauten 364.000, versprochen waren 400.000. Der Marktanteil fiel seither von 17 auf 8 Prozent.

Der ORF verweist indes auf sechs Prozentpunkte mehr Marktanteil bei jungen Sehern in ORF 1 (ORF 2 verlor drei).

Doch das Kernstück der ORF-Programmreform ist auch zentraler Kritikpunkt in einem STANDARD-Rundruf unter den größten Mediaagenturen zum ersten Eindruck.

Ochsner: "Rechnung ist nicht aufgegangen"

"Keinen Grund zum Jubeln" hat der ORF für Elisabeth Ochsner (Panmedia). Sie sieht keine Chancen, seit Jahren auf "Gute Zeiten" eingeschworene Zuschauer zu "Mitten im Achten" zu holen. Das Publikumsminus der ersten Tage ziehe sich durch alle Programme, "die Rechnung ist nicht aufgegangen". Damit sei das Verhältnis von Preis und Leistung im ORF "eine Katastrophe".

Feher: Kaum Steigerung möglich

"Weit von einem Big Bang entfernt", sieht Joachim Feher (Mediacom) die Reform. Sie könnte die Quoten stabilisieren, aber kaum steigern. "Eine Sitcom, die in vier Tagen die Hälfte der Zuseher verliert, bedeutet keine tolle Anfangsperformance, auch wenn man das tolle Wetter berücksichtigt." Er sieht aber mehr Chancen als bei "Wie bitte" und "Szene ;)".

Klemen für "Preisnachlässe"

Anders Andreas Klemen (mediaedge:cia): Die beiden Magazine würden über die Zeit noch Zuschauer finden. Die Reichweiten der Reform insgesamt haben ihn aber "bisher enttäuscht". Er fordert "dringend Preisnachlässe".

Müller-Wernhart: Bewertung erst im September

Friederike Müller-Wernhart (Mindshare) will Erfolg oder Misserfolg erst im September bewerten. Sie verweist auf mehr junge Zuschauer in ORF 1, die Sitcom polarisiere stark, was aber auch zum Erfolg führen könne. Sport und "Seitenblicke" in ORF 2 funktionierten hintereinander, sie glaube auch, dass sich die "ZiB 20" bei Jungen durchsetze.

Altmann: MiA als "einziger Kritikpunkt"

Die Sitcom ist für Gerhard Altmann (Media 1) "einziger Kritikpunkt" in einem ORF, der durch die Reform "insgesamt gewonnen" habe. Bei "Mitten im Achten" läuteten "die Alarmglocken". (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 18.4.2007)

  • Elisabeth Ochsner (Panmedia): "Keinen Grund zum Jubeln"
    foto: petra spiola

    Elisabeth Ochsner (Panmedia): "Keinen Grund zum Jubeln"

  • Joachim Feher (Mediacom): "Weit von einem Big Bang entfernt"
    foto: standard/urban

    Joachim Feher (Mediacom): "Weit von einem Big Bang entfernt"

  • Andreas Klemen (mediaedge:cia): "Dringend Preisnachlässe"

    Andreas Klemen (mediaedge:cia): "Dringend Preisnachlässe"

  • Friederike Müller-Wernhart (Mindshare): Sitcom "polarisiert"

    Friederike Müller-Wernhart (Mindshare): Sitcom "polarisiert"

  • Gerhard Altmann (Media 1): Einziger Kritikpunkt ist "MiA"

    Gerhard Altmann (Media 1): Einziger Kritikpunkt ist "MiA"

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