Britischer Verbraucherpreisanstieg im März auf Rekordhoch

16. Juli 2007, 10:23
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In Großbritannien hat der Anstieg überraschend einen Rekordwert erreicht und die britische Währung nach oben katapultiert

London - In Großbritannien hat der Anstieg der Verbraucherpreise überraschend einen Rekordwert erreicht und die britische Währung nach oben katapultiert. Der entsprechende Index CPI sei um 3,1 Prozent geklettert, teilte die britische Statistikbehörde National Statistics am Dienstag in London mit. Das war der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen in 1997. Volkswirte hatten hingegen nur mit einem leichten Anstieg auf 2,9 Prozent gerechnet.

Das britische Pfund übersprang die Marke von 2 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der Höchstkurs lag bei 2,0045 Dollar. Zuletzt notierte das Pfund bei 2,0019 Dollar. Auch zu anderen Währungen legte die britische Währung deutlich zu. Der britische Aktienmarkt vergrößerte nach der Bekanntgabe seine Verluste.

Zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im März um 0,5 Prozent. Volkswirte hatten hingegen nur mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Im Februar waren die Preise um 0,4 Prozent gestiegen.

Die Kernrate der Verbraucherpreise (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak) kletterte im März um 1,9 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat und um 0,4 Prozent zum Vormonat. Im Februar war die Rate um 1,7 (Vorjahr) beziehungsweise 0,4 Prozent (Vormonat) gestiegen. Experten hatten mit einem Anstieg um 1,8 Prozent zum Vorjahr gerechnet.

Die Rate von 3,1 Prozent liegt weiterhin deutlich über der Zielmarke der britischen Notenbank von zwei Prozent. Volkswirten zufolge ist nun eine weitere Zinserhöhung der Bank of England (BoE) im kommenden Monat um 0,25 Prozentpunkte auf dann 5,50 Prozent relativ sicher. Hätte die BoE die an diesem Dienstag veröffentlichten Daten bereits auf ihrer letzten Sitzung zur Verfügung gehabt, hätte sie vermutlich bereits im April die Zinsen erhöht, sagte Deutsche-Bank-Volkswirt George Buckley.

Durch die Abweichung um mehr als 1,0 Prozentpunkte vom Zielwert von 2,0 Prozent war die BoE zum ersten Mal seit ihrer Unabhängigkeit in 1997 gezwungen, eine Erklärung an Schatzkanzler Gordon Brown zu schicken. Darin betonte Gouverneur Mervyn King, bei der Festsetzung des Leitzinses hinter die kurzfristigen Schwankungen der Inflation zu blicken. Am mittelfristigen 2,0-Prozent-Ziel werde die Bank festhalten. Brown begrüßte die Äußerungen und betonte, die Regierung werde weiterhin aufmerksam und diszipliniert gegen die Inflation kämpfen. (APA/dpa-AFX)

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