Videobranche feiert Jahr der Rekorde

9. Juli 2007, 11:19
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Trotz Umsatzrückgangs herrscht Optimismus

Die deutsche Videoindustrie hat das Jahr 2006 mit einem lachenden und einem weinenden Auge abgeschlossen. Dem Rekord von 100 Mio. verkauften DVDs steht ein leichter Umsatzrückgang von vier Prozent gegenüber, heißt es im Jahresbericht über den Home-Entertainment-Markt der Videoindustrie des Bundesverbands Audiovisuelle Medien (BVV-Medien). Der Gesamtmarktumsatz der Home-Entertainment-Branche aus Verkauf und Verleih beträgt 1,59 Mrd. Euro gegenüber 1,69 Mrd. Euro 2005. Der Videoverleihmarkt hat zwar auch einen Rekord geschafft, der jedoch wenig Grund zum Feiern bietet, denn die Zahl der Verleihvorgänge hat einen noch nie da gewesenen Tiefststand erreicht.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschäft"

Freuen darf sich hingegen der Geschäftszweig für Video-on-Demand. Das Filmdownloadgeschäft hat um 100 Prozent von 150.000 auf 300.000 abgerufenen Filmen im vierten Quartal 2006 zugenommen. Im Vergleich zu Musikdownloads mit 26,2 Mio. Downloads bezeichnet der Bericht den Filmdownload-Zweig, der auf 660.000 Downloads im gesamten Jahr kommt, allerdings als "zartes Pflänzlein". "Wir sind sehr zufrieden mit dem Geschäft", heißt es auch beim Video-on-Demand-Anbieter Maxdome auf Nachfrage von pressetext. Der Erfolg wird bei Maxdome insbesondere von Blockbuster-Titeln getragen. Aber auch die TV-Vermarktungen boomen. TV-Serien sind bei Maxdome bereits eine Woche vor der Fernseherstausstrahlung erhältlich, was sehr gut bei den Kunden ankomme, so das Unternehmen. Mit 4.000 Titeln im Katalog sei man der größte Anbieter in Deutschland, gibt Maxdome an.

Umsatzrückgang bei Kauf-DVDs

Trotz des leichten Umsatzrückgangs bei Kauf-DVDs blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Aufgrund des guten Ergebnisses des Kinogeschäfts im zweiten Halbjahr 2006 rechnet der BVV-Medien für das erste Halbjahr 2007 mit einem Umsatzanstieg von neun Prozent. Das vergangene Jahr brachte noch einen weiteren Rekord: Erstmals gibt es mehr DVD-Abspielgeräte als Videorekorder in Deutschlands Haushalten. Während 2002 nur etwa jeder elfte Haushalt über einen DVD-Player verfügte, sind es 2006 mit 69 Prozent bereits über zwei von drei Haushalten.

Neben dem guten Kinogeschäft in der zweiten Hälfte 2006 - wegen der halbjährlichen Verzögerung durch die Sperrfristen für die filmische Zweitvermarktung wird das Ergebnis des Kinogeschäfts relativ gut wiedergegeben - hofft die Branche auch auf Impulse aus der Markteinführung der neuen DVD-Generation Blu-ray und HD DVD. "Insbesondere für das Vorweihnachtsgeschäft rechnen wir mit weiteren Impulsen", heißt es beim BVV-Medien weiter.

Weniger Erfolg

Das Vermietgeschäft hat im Vergleich zum Verkauf der Silberscheiben weniger Erfolg gehabt. Innerhalb von vier Jahren hat der Videovermietmarkt fünf Mio. Kunden verloren. Die Anzahl der Verleihvorgänge hat 2006 mit 112 Mio. Transaktionen einen Rekordtiefstand erreicht. Zugesetzt haben den Videoverleihern die Fußball-WM und das gute Sommerwetter, heißt es im Jahresbericht, der auf den Daten des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK beruht. (pte)

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