Das lukrative Geschäft mit ausrangierten Computern

23. April 2007, 13:18
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Früher wurden die SammlerInnen belächelt, nun können sie aus alten Teilen Profit schlagen

Das Sammeln alter Computer und Peripheriegeräte galt lange Zeit als Hobby für Geeks, doch nun kann man damit auch Profite machen und auf einmal ist alles anders. Der US-Nachrichtendienst CNet widmet sich in einem Artikel dieser Thematik und zeigt dabei auf, wie sich in den USA ein neues Geschäftsfeld öffnet.

5 Dollar pro Stück

Auf CNet kommen einige Sammler zu Wort, die über ihre Karrieren berichten. So hat etwa der Sammler Sellam Ismail mit einem Kofferraum voller Rechner, die er um 5 Dollar das Stück am Flohmarkt gekauft hatte, begonnen. Mittlerweile stapeln sich in seinem Lagerhaus nahe dem Silicon Valley tausende Rechner und alte Hardware.

Erinnerungsstücke

Mittlerweile kann man mit alter Hardware auch richtiges Geld machen, meint der Sammler. Da dieser ja bekanntlich durch die Nachfrage bestimmt wird, ist in der jüngeren Vergangenheit ein großer Anstieg von SammlerInnen zu verzeichnen. Viele AnwenderInnen wollen ihre ersten Rechner wieder in ihrer Nähe wissen und sie als Erinnerungsstücke oder als wichtige Meilensteine einer Entwicklung aus sentimentalen Gründen aufbewahren.

Seit mehr als einem Jahr

"Seit etwas mehr als einem Jahr ist ein deutlicher Anstieg der Preise für diese Hardware zu erkennen", so Ismail. "Es sieht so aus als hätten wohlhabende Menschen ein neues Sammelfeld für sich entdeckt. Davor waren es nur Nerds oder einige Interessierte."

10.000 Dollar

Der größte Stolz des US-Sammlers ist sein Apple Lisa, der 1983 eingeführt wurde und als einer der ersten Computer mit grafischem Interface überhaupt gilt. Diese Modelle würden zur Zeit mehr als 10.000 Dollar einbringen.

Supercomputer

In einer alten Scheune in Nordkalifornien hat Bruce Damer seine Sammlung "antiker" Supercomputer untergebracht - vom Cray-1-Supercomputer über einen Xerox Alto bis hin zu den ersten Apple-Prototypen reicht sein Schatz. "Für mich liegt die Faszination dieser Artefakte darin, dass es sich um lebendige Geschichte handelt - vor allem wenn sie noch zum Laufen gebracht werden können - und dass diese Geräte einen wesentlichen Einfluss auf unser Leben und unsere Zukunft hatten", so Damer. Der Sammler stellt seine Exponate für die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Alte Rechner haben Charakter

"Wenn man eine Oldtimer-Sammlung hernimmt, so hat man einen großartigen Überblick über die Geschichte. Aber niemand würde auf die Idee kommen und sagen, dass ein Ford aus dem Jahre 1934 besser als ein Ford aus dem Jahr 2004 wäre. Aber alte Computer haben wie alte Autos Charakter. Erst als die ersten Wintel-Dinger auftauchten, sahen alle Computer gleich aus."

Schwierig für Museen

Die erhöhte private Nachfrage macht es für Museen immer schwerer entsprechende Geräte zu bekommen. "Es ist schwer; jetzt sind die Geräte immer mehr wert", so John Toole vom Computer History Museum im kalifornischen Mountain View.(red)

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CNet

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    foto: photodisc
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