Teuerung stieg auf 1,8 Prozent

16. Juli 2007, 10:23
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Die Inflationsrate ist in Österreich im März spürbar angestiegen, Wohnen, Wasser und Energie bleiben weiterhin Preistreiber

Die Inflationsrate ist in Österreich im März spürbar angestiegen und hat von 1,6 auf 1,8 Prozent im Jahresabstand zugelegt. Die größten Preistreiber waren dabei wie in den Vormonaten die Ausgabenbereiche "Wohnung, Wasser und Energie" sowie "Nahrungsmittel", die gemeinsam zwei Drittel der Teuerungsrate ausmachen, aber auch Bekleidung und Schuhe.

Der für die Europäische Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs erhöhte sich nach Angaben der Statistik Austria von Montag von 1,7 auf 1,9 Prozent. Auf Basis konstanter Steuersätze legte der HVPI von 1,8 auf 2,0 Prozent zu.

Der heimische Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) lag mit 2,5 (2,2) Prozent Jahresteuerung wie üblich über dem allgemeinen VPI.

Gegenüber dem Vormonat Februar stieg der allgemeine VPI im März um 0,5 Prozent; der HVPI legte im gleichen Ausmaß zu.

Der Index für den privaten Pkw-Verkehr sank im Jahresabstand um -0,6 (-1,2) Prozent, stieg aber im Monatsabstand um 0,6 Prozent.

Haushaltsenergie 6,2 Prozent teurer

"Top-Preistreiber" war in Österreich im März wie in den Vormonaten die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (+4,8 Prozent im Schnitt). Allein diese Gruppe zeichnet für etwa die Hälfte der Jahresinflation verantwortlich, wie die Statistik Austria am Montag erklärte.

Bei Haushaltsenergie gab es Preissteigerungen von 6,2 Prozent (Strom +9 Prozent, Gas +10 Prozent, Heizöl aber -4 Prozent). Die Preise für Instandhaltung von Wohnungen stiegen um 4,6 Prozent, überwiegend wegen höherer Materialkosten (+5,5 Prozent). Betriebskosten für Wohnungen verteuerten sich insgesamt um 6 Prozent (BK für Mietwohnungen +7 Prozent, für Eigentumswohnungen +5 Prozent).

Die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (+3,1 Prozent) verursachte ein Fünftel der Jahresinflation. Dafür waren fast allein Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln (+3,3 Prozent) verantwortlich. Brot und Getreideerzeugnisse wurden 3 Prozent teurer (u.a. Weißbrot +6 Prozent, Gebäck +4 Prozent), Fleischprodukte ebenfalls um 3 Prozent. Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich um 4 Prozent (Vollmilch +5 Prozent, Eier +9 Prozent), ebenso wie Obst und Gemüse (zB Äpfel +7 Prozent, Kartoffel +28 Prozent).

Restaurants und Hotels

Bei der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" stiegen die Preise im Schnitt um 3,1 Prozent. Den größten Einfluss auf die Inflation innerhalb dieser Ausgabengruppe hatten die um 2,3 Prozent teureren Bewirtungsdienstleistungen. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 6,9 Prozent.

Inflationsdämpfend wirkte dagegen die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich -1,0 Prozent im Jahresabstand; Audiovisuelle, fotografische und EDV-Geräte insgesamt -7,0 Prozent). Ein weiterer Inflationsdämpfer war, wie im Monat davor, die Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -0,5 Prozent; Normalbenzin, Superbenzin und Diesel je -4 Prozent). Im Schnitt 2,9 Prozent billiger als vor einem Jahr waren die Preise in der Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (Telefon- und Telefaxdienste -3 Prozent).

Im Monatsabstand war die Gruppe "Bekleidung und Schuhe" fast einziger "Haupt-Preistreiber". Ohne deren massive Preissteigerungen (+10,7 Prozent) hätte die durchschnittliche Veränderungsrate gegenüber Februar 0,0 Prozent betragen, so die Statistik Austria; tatsächlich legte der VPI von Februar auf März um 0,5 Prozent zu. Begründet seien die massiven Preisanstiege mit dem saisonalen Verlauf der Bekleidungspreise. Nach dem Winterschlussverkauf sei die Frühjahrs- und Sommergarderobe in den Geschäften eingetroffen.

Die Preise für Bekleidung, hauptverantwortlich für die Teuerungen dieses Bereichs, stiegen im Monatsabstand um 11,8 Prozent (darunter Damenhose +34 Prozent, Damenpullover +31 Prozent, Damenjacke +22 Prozent, Damenshirt +9 Prozent; Herrenjacke +25 Prozent, Herrenhemd +14 Prozent, Herrenanzug +19 Prozent). Schuhe verteuerten sich "nur" um insgesamt 5,8 Prozent.(Damensommerschuhe +12 Prozent; Kinderhalbschuhe +8 Prozent). In der Ausgabengruppe "Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses" waren Möbel (+2 Prozent) hauptverantwortlich für die Preissteigerungen von 0,7 Prozent.

Rückgang beim Verkehr

Leichte Preisrückgänge gab es in der Ausgabengruppe "Verkehr" (-0,6 Prozent). Durchschnittliche Preissteigerungen von 3 Prozent bei Treibstoffen (Normalbenzin und Superbenzin jeweils +3 Prozent, Dieseltreibstoff +2 Prozent) konnten die starken Verbilligungen von Flugtickets (insgesamt -23 Prozent) nur etwa zur Hälfte kompensieren.

Ebenfalls leicht sinkende Preise wies die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" auf (-0,2 Prozent). Verbilligungen gab es hier vor allem bei Ausrüstung für Sport im Freien (-4,4 Prozent; Schi -14 Prozent).(APA)

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