"Budgetdisziplin" von Wien gefordert

4. Juli 2007, 16:39
10 Postings

Währungsfonds nutzt Frühjahrstagung zu Sparappellen an Europas Regierungen - Diskussion um Weltbank-Chef

Washington/Wien - Der österreichische Finanzminister Wilhelm Molterer wurde bei seiner Teilnahme an der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Wochenenden mit Wünschen nach einem restriktiveren Budgetkurs konfrontiert. "Der IWF sieht zusätzlichen Spielraum in der Fiskalpolitik", sagte Molterer, "ich verstehe, wenn er sagt, dass die Wirtschaftslage gut genug ist, um die Defizite deutlich zurückzuführen."

Der Vizekanzler hatte IWF-Chef Rodrigo de Rato und Michael Deppler, den Chef der IWF-Europaabteilung, getroffen. Der österreichische Finanzminister, der erstmals an den halbjährlich stattfindenden IWF/Weltbank-Gesprächen teilgenommen hat, traf auch US-Notenbankchef Ben Bernanke sowie den wegen einer Begünstigungs-Affäre umstrittenen Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz. Von ihm haben sich zuletzt wichtige Mitgliedsländer wie Deutschland, Frankreich oder Brasilien distanziert. In der Frage der Gehaltserhöhung für Wolfowitz' Lebensgefährtin müsse "er entscheiden, ob er angesichts dieses Fehlers seine Aufgaben glaubwürdig vertreten kann", sagte etwa die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.

Die Kontroverse im IWF um eine angemessene Vertretung aufstrebender neuer Wirtschaftsmächte hält indessen auch an. Es gibt weiter keine Einigung darüber, wie das Übergewicht der westlichen Industriestaaten korrigiert werden könnte. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.4.2007)

Share if you care.